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NHV Weserbergland: Sehtraining wirkt auf den ganzen Körper

Von Säbelzahntiger und Schuhplattler

Sehtraining wirkt auf den ganzen Körper

 Heutige Lebensgewohnheiten führen dazu, dass Sehfehler häufiger auftreten und sich schneller verstärken können. Wie man durch ganzheitliches Sehtraining einseitige Belastung durch Bildschirmarbeit reduziert, erfuhren Gäste des Naturheilvereins Weserbergland in einem Vortrag von Bernd Hollstein. Der Sehtrainer und Heilpraktiker für Psychotherapie aus Alfeld erklärte, wie das die Leistungsfähigkeit des gesamten Körpers erhalten und steigern kann.

Früher war der Blick in die Ferne für Menschen die Normalität, außerdem wechselte der Sehabstand häufig im Lauf des Tages. Beim Sehen in die Ferne sind die Augenachsen nahezu parallel, die Augenmuskulatur ist entspannt. Bei kurzem Sehabstand verlaufen sie konvergent – das bedeutet Anspannung. Für dauerhaftes Kurz-Sehen ist das Auge nicht geschaffen und ermüdet. Zudem reduziert sich durch den starren Blick der Lidschlag um bis zu 50 Prozent. Es wird nicht genug Tränenflüssigkeit produziert und verteilt, das bewirkt Trockenheit und Reizungen.

Mediziner sehen heute einen direkten Zusammenhang zwischen häufigem, langem Nutzen von Smartphones, Tablets etc. Es kann Kurzsichtigkeit fördern und verstärken. Dauer-Arbeit am Bildschirm entspricht nicht unserer Natur. Mit praktischen Übungen zeigte der Referent, wie man die Augenmuskulatur entlastet sowie Sehkraft und Augenbeweglichkeit verbessert.

Sind wir auf eine Situation fokussiert wie bei konzentrierter Arbeit, stehen wir unter Anspannung. Das vegetative Nervensystem – in diesem Fall der Sympathikus – macht den Organismus klar für körperliche und geistige Leistungen. Anders gesagt: Wir sind im „Säbelzahntiger-Modus“, bereit zu kämpfen oder zu flüchten. Dann ist die Augenmuskulatur angespannt. Wie alle Muskeln braucht aber auch sie den Wechsel zwischen An- und Entspannung. In diesem Zustand sind außerdem die Pupillen weit. Der starke Kunstlichteinfall vom Monitor kann die Sehzellen unnatürlich belasten.

Um dieser einseitigen Beanspruchung entgegenzuwirken, deckt man die Augen mit den Handballen ab und hält sie eine Zeitlang im Dunkeln. Solche Pausen am Arbeitsplatz – einmal pro Stunde für einige Atemzüge – bringen Erholung für die Sehzellen und Entspannung für die Muskeln.

Verspannungen an Kopf und Nacken schmerzen nicht nur, sie beeinträchtigen auch das Sehzentrum am Hinterkopf. Eine weitere Maßnahme ist daher, sich richtig zu dehnen und zu strecken, um diesen Bereich aufzulockern und besser zu durchbluten. Etwa 80 Prozent der Sehleistung erbringt das Gehirn, deshalb hilft auch Förderung der Konzentration und Belebung. Dafür zeigte Hollstein eine Über-Kreuz-Wechsel-Übung mit Armen und Beinen, die etwas an Schuhplattler in Zeitlupe erinnerte.

Als „Sehtraining für Faule“ bezeichnete er das Tragen einer Rasterbrille. Was man durch deren Gitter sieht, wirkt etwas „gefiltert“, aber durchaus vollständig. Damit fördert man die Augenbeweglichkeit – angefangen mit wenigen Minuten pro Tag bis zu einer halben Stunde.

Sehtrainer bieten Beratung und Seminare zum Erlernen solcher Übungen an. Dass sie sinnvoll sind, bewies ein Test: Nach 2 Monaten mit regelmäßigem Sehtraining von 8 Minuten pro Tag verbesserten Probanden ihre Sehstärke um eine halbe bis zu einer ganzen Dioptrie. Wie beim Sport gilt auch hier die Faustregel: Täglich 5 bis 10 Minuten wirken besser als eine Stunde einmal pro Woche.

 

Foto: Sehtrainer Bernd Hollstein zeigt eine Übung zur Förderung der Sehleistung

 

Kay Jordan, NHV Weserbergland

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Neues Führungsteam im DNB

Sehr erfolgreich verlaufen ist die außerordentliche Bundesversammlung des Deutschen Naturheilbundes am vergangenen Samstag, den 25.06.2016 in Frankfurt.

Gemeinsam, konstruktiv und in einer angenehmen, wohlwollenden Atmosphäre konnte ein riesiges Tagesordnungsprogramm im geplanten Zeitrahmen von vier Stunden bewältigt werden.

Der Bericht des Vorstandes, Kassenbericht und Kassenprüferbericht wurden von den Delegierten interessiert aufgenommen und mit breiter Zustimmung versehen. Erfreulicherweise gab es für die anstehenden Wahlen -insgesamt- mehr Kandidaten als Bewerber.

So steht nun eine Kombination bewährter, bisheriger Amtsinhaber und motivierter „Neuer“ dem Deutschen Naturheilbund als Führungsteam unter der Leitung des neuen Präsidenten Alois Sauer vor und wird rasch mit der gemeinsamen Arbeit beginnen.

Nähere Informationen folgen in den Mitgliedernachrichten und direkt an unsere Vereinsvorstände und -aktiven.

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NHV Bad Nauheim-Bad Vilbel: Den Regen weggelacht beim Lachyoga-Event

Affen, Löwen, Hühner lachend im Südpark

 

Die Lach-Yoga-Lehrerinnen Christine Burk, Petra Hellmeck und Christel Kurtz hatten gestern zu einem Lachyoga-Event in den Bad Nauheimer Südpark eingeladen – eine Gemeinschaftsaktion vom Kneipp Verein und dem Naturheilverein Bad Nauheim-Bad Vilbel e.V. Beim Lachyoga wird jeweils 20 Minuten Non-Stopp eine Lachyogaübung nach der anderen kreiert, wobei das Ende der einzelnen Übungen mit einem speziellen Klatschrhythmus angekündigt wird. „Da werden auf jeden Fall schon mal Eure Hände warm!“ meinte Frau Hellmeck, denn die Sonne hatte sich hinter den Wolken versteckt. Die Lachyogaleiterinnen erklärten: „Kindliche Lebenslust und Bewegungsfreude – das ist das, was das Lachyoga wieder zum Leben erwecken möchte. Tatsächlich gelang es den 19 Damen, 3 Herren und einem Youngster kindliche Freude aus sich herauszulassen, albern zu sein, sich mit Lachen anzustecken und immer lockerer die Übungsphantasien zu erfüllen. Kräftiges Lachen helfe, die Restluft aus der Lunge auszuatmen, frischer Sauerstoff komme ins Blut, das wiederum stärke das Immunsystem, Hormone würden ausgeschüttet, Herz-Kreislaufsystem, Zwerchfell, Stimmbänder, Gesichts- und Bauchmuskeln würden angeregt, so dass der gesamte Unterbauchbereich innerlich kräftig massiert und durchblutet werde. Nach ein paar „Lachanfällen“ seien im Blut nachweisbar mehr Abwehrzellen erkennbar. Diese Killerzellen stürzten sich dann auf Viren, ja sogar auf Krebszellen. „Massage von innen und Garaus für Krankheitskeime, wenn das nichts ist!“ meinte Frau Burk. Der Körper könne in seinen Reaktionen nicht unterscheiden, ob das Lachen spontan im Lebensumfeld entstünde oder „nur“ durch pantomimische Lachyogaübungen aktiviert werde. „Immer im Blickkontakt sein und mit Mimik und Gestik kommunizieren“, empfahl Frau Kurtz. „Wenn die ersten Momente der Peinlichkeit vergessen sind, läuft alles wie von selbst!“ Zur Aufwärmung wurden alle Selbstlaute gelacht, dann aber begannen phantasievollere Übungen. Man tat so als würde jemand am Handy Witze erzählen, „besuchte“ Bauernhof, Zoo, Schwimmbad, imitierte Hühner, Affen, Löwen, Pinguine, sprach „Gibberisch“, stand unter der Lachdusche, spritzte sich gegenseitig nass und tauchte sich unter, benutzte die Lachcreme usw. Ein von Frau Kurtz angeleiteter Körperscan vor und nach der Lachstunde ergab: „Eindeutig mehr Leben in der Bude!“, „Innerlich kribbelt alles und ich habe einfach gute Laune.“ „Gewöhnungsbedürftig am Anfang, aber es hat echt Spaß gemacht, meinte ein Mann.“ Allen wurde es warm – auch ohne Sonne. Der Naturheilverein bietet regelmäßig Lachyoga an: http://www.nhv-wetterau.de/treff/lachyoga.html. Samstag, der 2.7. ist der nächste Termin. Sicher war es auch nicht das letzte Lachyoga-Event, dass der Kneippverein und der Naturheilverein gemeinsam ausgeheckt haben.

Vorsitzender Manfred van Treek dankte Danielle Bruckmaier für diesen spannenden Vortrag mit viel Informationen über die Traditionelle Chinesische Medizin. Bild: H.T.

 Heilungserfolge durch Traditionelle Chinesische Medizin

Gesundheit: Sind Allergien vermeidbar?

 

Viernheim. Beim letzten Themenabend des Naturheilvereins Viernheim, Weinheim und Umgebung in der Viernheimer Kulturscheune kündigte Vorsitzender Manfred van Treek einen außergewöhnlichen Vortrag an, als er die Referentin Danielle Bruckmaier vorstellte. Die Heilpraktikerin aus Weinheim war bei den besten chinesischen Lehrern, um die seit Tausenden von Jahren angewandte Therapie der Traditionellen Chinesischen Medizin zu erlernen.

Wie wichtig erfolgreiche Heilungsansätze sind, wurde  bei diesem Vortrag am Beispiel der vielen Allergien gezeigt. Allergien nehmen ständig zu und sind inzwischen  zu Volkskrankheiten geworden. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit 40 Prozent der Bevölkerung Allergiker. Deshalb war das Vortragsthema „Sind Allergien vermeidbar?–Betrachtungen aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin“ besonders aktuell.  Wie Danielle Bruckmaier dazu erklärte, sind Allergien immer auf außergewöhnliche Störungen des Immunsystems zurück zu führen, die  durch verschiedene Substanzen ausgelöst werden. Die Ursachen solcher Störungen können zum Beispiel Fehlfunktionen der Verdauungsorgane oder emotionelle Belastungen sein.

Die Traditionelle Chinesische Medizin behandelt deshalb nicht die Symptome sondern  die Ursachen allergischer Reaktionen. Immer ist es Ziel der Traditionellen  Chinesischen Medizin , vor allem durch Akupunktur das körperliche und seelische Gleichgewicht eines Patienten wieder herzustellen. Hierbei soll die Funktion einer körperlichen Selbstheilung ausgelöst werden. An mehreren Fallbeispielen machte die Referentin das deutlich.

Die Traditionelle Chinesische Medizin hat ihre Wurzeln in der Natur, wobei die menschlichen Organe den Elementen Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall zugeordnet werden. Auf diese Weise kann mit Hilfe der Traditionellen Medizin nicht nur das Symptom sondern die Ursache einer allergischen Erkrankung gefunden werden, z.B. bei Asthma, Hausstauballergie, Insektenstichen oder bei Medikamenten-Allergie.

Ganz andere Erkundungen wird man bei tränenden Augen, Hautausschlag, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder extremer Müdigkeit anstellen. Viele Patienten wissen nicht, dass ihre Neigung zu Allergien erblich ist oder dass die Schwächung des Immunsystems an der Luftverschmutzung liegen kann. Als häufigste Ursachen für allergische Beschwerden nannte Daniella Bruckmaier falsche Ernährung, Bewegungs- und Schlafmangel sowie psychische Faktoren. Hierbei spiele allergische Bereitschaft des Köpers eine große Rolle. Die müsse zuerst beruhigt werden. Wichtige Kapitel des Vortrags waren die Behandlungsmöglichkeiten des Heuschnupfens und die Konsequenzen bei der Feststellung der Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel. Deshalb sei bei einer Allergie-Therapie immer auch eine Nahrungsmittelberatung hilfreich. H.T.

Bild & Text: Hans Todt

Information: menla-heilpraxis@gmx.de

flowering coriander (Coriandrum sativum), in front of white background

Schmerzbehandlung mit Myoreflextherapie und ätherischen Ölen

Das Einreiben mit Pflanzenessenzen hilft, verspannte Muskeln zu lösen

von Tanja Ohland

Die Aufrichtung des Körpers folgt physikalischen Kräften und Gesetzmäßigkeiten. Wichtig dabei ist das dynamische Gleichgewicht zwischen Muskeln, Faszien und Gelenken. Dieses Gleichgewicht kann durch verschiedene Ursachen wie zum Beispiel Unfälle, Stürze, Verletzungen oder auch durch einschränkende oder einseitig stereotype Bewegungen wie lange sitzende Tätigkeiten gestört sein. Muskeln können gegen eine so entstandene muskuläre Dysbalance dieser sonst funktionierenden Einheit rebellieren und einen Schmerzimpuls setzen. Wir können solche Signale aufgreifen, ertasten, spüren und die verkürzten Muskeln behandeln. Dies geschieht in der Myoreflextherapie, die von dem Arzt Kurt Mosetter entwickelt wurde.

 

Die Myoreflextherapie ist eine neuromuskuläre Schmerzbehandlung. Muskeln werden ins Gleichgewicht gebracht, indem ganz spezifische Punkte so lang gedrückt werden, bis der neuromuskuläre Reflex die Entspannung des Muskels einleitet. Ein neues Gleichgewicht, größerer Bewegungsumfang und bessere Flexibilität werden erreicht. Wichtig ist dabei die Behandlung der Muskelketten im Verlauf des Kräftevektors. Der Schmerz zeigt sich zwar nur an der schwächsten Stelle, doch für ein Gleichgewicht sollte die ganze Spannungskette gelöst werden.

 

Pflanzenessenzen beschleunigen Regulation

Die muskuläre Regulation während der Behandlung kann durch schmerzlindernde und entzündungshemmend wirkende ätherische Öle beschleunigt werden. In der Praxis ist zu beobachten, dass bei besonders rigidem Muskelsystem schneller Bewegung in die Therapie kommt, wenn im Vorfeld ätherische Öle zur Anwendung kommen. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten in Betracht zu ziehen um die muskuläre Regulation zu verbessern.

 

Äußerlich und idealerweise zusätzlich zwischen einzelnen physikalischen Anwendungen verabreicht ist häufig bereits eine Mischung gezielter, hoch wirksamer, ätherischer Pflanzenessenzen eine gute Unterstützung in der Schmerzbehandlung, da sie die Muskeln bei der Regulation zusätzlich positiv beeinflussen: So wirkt Laurus nobilis (Lorbeer; wird bei Muskelverspannungen, Hämatomen und bei Arthritis empfohlen) schmerzlindernd und entzündungshemmend. Eukalyptus citriodora (Eukalyptus; angezeigt bei entzündlichen, rheumatischen Gelenkerkrankungen, sowie bei Hautirritation und Juckreiz) hat eine antirheumatische, schmerzlindernde und beruhigende Wirkung. Citrus reticulata (Mandarine) wiederum wirkt psychisch entspannend, Angst lösend und sedierend. Eine Mischung dieser Öle in fettem Öl dient auch der Eigenbehandlung zu Hause. Zusammen mit einem gezielten Trainingsprogramm in Form von Kraft-in-Dehnungs-Übungen (KID-Übungen) ergibt sich ein Erfolg versprechendes Gesamtkonzept.

Koriander (Coriandrum sativum). Sein ätherisches Öl kann Schmerz, etwa bei Rheuma, Arthritis oder bei Muskelkrämpfen, lindern.

 

Tanja Ohland ist Ärztin und leitet eine Praxis für natürliche Medizin, www.medna.de

education and internet concept - students looking at their phones and tablet pc at school

Kein Mobilfunk im Klassenzimmer

 

Überall werden WLAN-Netze ausgebaut, auch in Schulen und Bibliotheken. Dadurch nimmt jedoch auch die Strahlenbelastung weiter zu – und damit auch mögliche Gesundheitsschäden für Kinder und Jugendliche. Wir sollten aufhören, die Risiken zu ignorieren

 von Dr. Klaus Scheler

 

Strahlenaufnahme im Kopf

 

 

Nach Handys und Smartphones drängen neuerdings Tablet-PCs in die Schulen. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind begeistert. Sie trauen den einfach zu bedienenden Multifunktionsgeräten zu, das Lernen von Grund auf verändern zu können. Und der Druck der Computer- und Softwareindustrie auf die Politik wächst, die Schulen mit adäquaten Endgeräten für das digitale Lernen auszurüsten. Die Verbindung zum Internet soll über leistungsfähige WLAN-Netze hergestellt werden – und hier liegt ein ernstzunehmendes Problem, das in der Bevölkerung noch völlig verkannt wird. Es stellt sich die Frage: Lässt sich die durch WLAN-Netze erzeugte Strahlenbelastung, der unsere Kinder und Jugendlichen ausgesetzt sind, einfach ignorieren?

Schülerin untersucht WLAN-Bestrahlung

Die Frage hat sich auch die Schülerin eines Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Borken gestellt und versucht, im Rahmen einer experimentellen Facharbeit im Leistungskurs Biologie eine Antwort zu finden. Ihre Forschungsfrage lautete: Hat die WLAN-Bestrahlung einen Einfluss auf die Entwicklung von Mehlkäfern? Hierzu beobachtete sie zwei Gruppen von je 100 Mehlkäfer-Larven bei ihrer Entwicklung zu Käfern, wobei sie eine Gruppe dauerhaft einer WLAN-Bestrahlung aussetzte.

Das Ergebnis ist beunruhigend: Nach sechs Wochen war der überwiegende Teil der bestrahlten Käfer körperlich missgebildet bzw. geschädigt. Von den bestrahlten überlebten nur rund 60 Prozent, von den unbestrahlten 95 Prozent. Als Fazit schreibt sie: „Überlegt man jetzt, wie weit die WLAN-Nutzung inzwischen verbreitet ist, gibt mir das doch zu denken. Strahlung sieht und spürt man nicht. Eine Wirkung auf die belebte Natur als Einbildung abzutun oder in die ‚esoterische Ecke’ zu verbannen, halte ich nach diesen Ergebnissen für vermessen.“ Aber: Lässt sich dieses Ergebnis verallgemeinern und insbesondere auf den Menschen übertragen?

Wissenschaft warnt vor Gesundheitsrisiko

Nach über 20 Jahren weltweiter Forschung lässt sich die Frage „Ist Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich oder nicht?“ zwar noch nicht abschließend beantworten, die wissenschaftliche Beweislage ist aber mittlerweile hinreichend solide und zeigt, dass Mobilfunkgeräte ein deutliches Gesundheitsrisiko für Kinder, Jugendliche und auch für schwangere Frauen darstellen.

Studien belegen eine Vielzahl von Gesundheitsbeeinträchtigungen weit unterhalb der derzeit geltenden Grenzwerte: Dazu gehören unter anderen neurologische Störungen, kardiovaskuläre Effekte bereits bei Kindern, Störungen des Immunsystems bis hin zu steigendem Risiko für Hirntumore bei zunehmender Handynutzung, aber auch – für die Schule besonders bedeutsam – Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit und Nervosität, Lern- und Verhaltensstörungen, die immer mehr Kinder betreffen. Die Erfahrung vieler Eltern und Lehrenden bestätigt die Zunahme dieser Symptome in den letzten Jahren. In vielen Fällen verschwinden die Symptome erst, wenn die Strahlenbelastung dauerhaft aufhört.

Vor allem bei Kindern sind Störungen zu erwarten, denn deren Köpfe absorbieren tendenziell 1,6- bis 3,2-mal mehr von der auftreffenden Strahlung als die Köpfe von Erwachsenen. Das liegt an der geringeren Größe, den dünneren Schädelknochen und der höheren Leitfähigkeit des Gehirngewebes und der Knochen. Doch nicht nur die Belastung ist höher: Wegen des noch nicht voll entwickelten Nerven- und Immunsystems reagiert der kindliche und jugendliche Organismus auch grundsätzlich empfindlicher auf Strahlung.

Anderswo sind die Grenzwerte deutlich niedriger

Maßnahmen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Mobilfunkstrahlung werden seit Jahren immer wieder eindringlich gefordert. Der Bayerische Landtag verlangte am 22. März 2007 unmissverständlich: „Die Schulen werden aufgefordert, auf drahtlose Internet-Netzwerke (WLAN) zu verzichten.“ Das EU-Parlament forderte in seinem Beschluss 2008/2211(INI) vom 2. April 2009 die Senkung der Grenzwerte ein, weil angesichts der zunehmenden Strahlungsbelastung vor allem Kinder und Schwangere durch die bestehenden Grenzwerte nicht mehr geschützt sind. 2011 forderte der Europarat ausdrücklich Schutzmaßnahmen für Kinder und die International Agency for Research on Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Strahlung von Mobiltelefonen als potenziell krebserregend ein. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kommt zu dem Schluss: „Die Exposition durch elektromagnetische Felder sollte so gering wie möglich sein.“

Einige Staaten haben auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse bereits reagiert. Frankreich hat 2009 den Gebrauch von Mobiltelefonen in Kindergärten und Grundschulen verboten, sowie jede Handywerbung, die sich an Kinder unter 14 Jahren richtet, untersagt. In 2015 kam ein Verbot von WLAN an Kindergärten hinzu. Israel hat ein restriktives Gesetz zur Regelung von Funkanwendungen im Unterricht, je nach Altersklasse, erlassen. Andere Länder – Österreich, Russland, Großbritannien, Indien – warnen eindringlich vor den Gefahren und raten, dass Kinder unter 16 Jahren Mobiltelefone nur im Notfall benutzen sollten.

Sieht man einerseits die Gefahrenlage, andererseits die Ahnungslosigkeit in der Bevölkerung und die zunehmenden Nutzung von Mobilfunkgeräten bei Kindern und Jugendlichen, wird die Dringlichkeit offensichtlich, die Bevölkerung und insbesondere Kindergärten und Schulen über die Risiken des Mobilfunks aufzuklären. Und es wird auch die Notwendigkeit erkennbar, eine gesundheitsverträgliche Technologie zu entwickeln und umzusetzen.

Strahlenbelastung nimmt weiter zu

Die Belastung durch Mobilfunkstrahlung nimmt derzeit durch den Ausbau neuer Netze (z.B. LTE) für alle immer weiter zu. Wissenschaftler und Ärzte, europäische Institutionen, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Baubiologen und viele engagierte Bürger versuchen seit Jahren, die Politik zu bewegen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Sinne des Vorsorgeprinzips zu berücksichtigen. Die Erfolge sind bisher gering, da die Bundesregierung ein Gefahrenpotential der Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte fast gänzlich bestreitet. Auch wenn alternative Mobilfunktechniken, die weniger oder gar nicht gesundheitsgefährdend sind, bereits diskutiert werden und realisierbar wären, ist ihr Einsatz in nächster Zeit nicht zu erwarten. Den Kriterien der Nachhaltigkeit genügt die weitere Entwicklung der Mobilfunktechnologie aber erst dann, wenn sie aufhört, die Gesundheit zu beeinträchtigen, vor allem die unserer Kinder.

Solange in der Öffentlichkeit die Risiken der Mobilfunkstrahlung kein Thema sind, wird sich nichts ändern. Aufklärung ist angesagt – vor allem in den Schulen, denn hier ist der Bedarf am größten.

Dr. Klaus Scheler studierte Mathematik und Physik, promovierte in Physik, arbeitete anschließend als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften im Fach Physik an der Universität Köln und am Institut für Datenverarbeitung/Informatik (IfD/I) an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Bis April 2015 war er dort für das Fach Physik und für den Sachunterricht tätig.

Seine von ihm verfasste Broschüre „Vorsicht WLAN“, ist im Online Shop der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk erhältlich. http://shop.diagnose-funk.org

Jugendliche und Handys – Tipps zum Strahlenschutz

Smartphones sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, ebenso wie das mobile Internet. Aber noch ist wissenschaftlich nicht geklärt, welche Langzeitwirkungen diese Strahlung insbesondere auf Kinder hat. Sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz als auch Umweltorganisationen raten daher, die Strahlenbelastung zu minimieren. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Kaufen Sie ein Handy mit niedrigem Strahlenwert (SAR-Wert).So heißt der Wert, der die Absorption von elektromagnetischen Feldern in einem Material misst. Bis zu einem SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm gilt ein Gerät als strahlungsarm. Das Bundesamt für Strahlungsschutz veröffentlicht auf seiner Onlineseite die SAR-Werte von Handys.
  • Handy weg vom Kopf! Telefonieren Sie möglichst mit Freisprecheinrichtung (besser mit Lautsprecher als mit Headset)
  • Achten Sie beim Surfen im Internet mit dem Tablet oder dem Smartphone auf einen ausreichenden Abstand zum Körper. Die Belastung mit hochfrequenten Feldern verringert sich deutlich je größer der Abstand ist.
  • Vermeiden Sie Handytelefonate an Orten mit schlechtem Empfang, weil dann das Handy seine Leistung erhöhen muss, um eine Verbindung zu bekommen. Entsprechend stark steigt auch die Strahlenbelastung an.
  • Tragen Sie das Handy nicht eingeschaltet am Körper. Schalten Sie es wann immer möglich ganz aus, sowieso nachts.
  • Schalten Sie das Handy in Fahrzeugen aus, weil die Metallhülle elektromagnetische Strahlung stark abschirmt, so dass Handys hier mit voller Leistung strahlen.
  • Viele Schnurlostelefone strahlen rund um die Uhr; WLAN-Router, aber auch andere Geräte mit WLAN-Option strahlen, wenn WLAN eingeschaltet ist: (Tablet-) PCs, Laptops, Drucker, TV, Radio, Smartphones. Schalten Sie das WLAN ab, wenn Sie es nicht benutzen. Bei vielen Router lässt sich eine individuelle Zeitschaltung programmieren.

 

Quellen:  Bundesamt für Strahlenschutz, www.bfs.de und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, www.bund.net. Infos gibt es auch bei der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V. www.kompetenzinitiative.de (US)

 

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Sonnenschutz ohne Reue

Hohe Lichtschutzfaktoren schädigen Haut und Gesundheit. Eine Sonnencreme auf mineralischer Basis ist eine sichere Alternative

von Roland Dengler

Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktoren versprechen sicheren Schutz. Dass sie auch eine große Belastung für die Haut sind, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Um einen Faktor von 50, 60, 80 oder gar 100 (sogenannte Sun-Blocker) zu erreichen, mischt die Industrie Lichtschutzsubstanzen mit hautreizenden Emulgatoren auf der Basis von Polyethylenglycolen (PEG), Stabilisatoren, Silikonölen, Konservierungsmitteln, antimikrobiellen Komponenten, Verdickungsmitteln und Duftstoffen. Viele dieses Stoffe schädigen die Gesundheit: PEG etwa gilt als krebserzeugend, erbgut- und fruchtschädigend, Silikone schaden Haut und Umwelt, Konservierungsmittel und Duftstoffe können Allergien auslösen.

Die Höhe der Schutzwirkung drückt sich im Lichtschutzfaktor (LSF) aus. Er gibt an, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne dass Schäden entstehen. Denn jede Haut hat eine gewisse Eigenschutzzeit, bevor sie reagiert und ein Sonnenbrand entsteht. Sie beträgt durchschnittlich 20 Minuten. Lichtschutzfaktor 12 bedeutet also 12 mal 20 Minuten gleich 240 Minuten oder 4 Stunden.

Hohe Schutzfaktoren sind „in“, sie suggerieren Sicherheit. Laut Krebsliga Schweiz kann jedoch bereits mit einem niedrigen Lichtschutzfaktor 15 ein hoher Anteil (90 Prozent) der UV-B-Strahlen herausgefiltert werden. Mit LSF 20 hat man bereits einen 95prozentigen Schutz. Das lässt sich auch mit einem guten mineralischen Sonnenschutz erreichen.

Nie mehr Mallorca-Akne

Denn für die eigentliche Sonnenschutzwirkung wichtig sind die Filtersubstanzen, auch UV-Absorber oder UV-Filter genannt. Hier muss man zwischen chemischen und mineralischen Filtern unterscheiden: Chemische Filter dringen in die Haut ein, nehmen dort die energiereiche UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um. Das führt häufig zu einem Hitzestau in der Haut. Sie gelten zudem als allergienauslösend (Mallorca-Akne); fast alle stehen im Verdacht, zellschädigend zu wirken und fototoxische Reaktionen auszulösen.

Mineralischer Sonnenschutz hingegen reflektiert das Licht an der Hautoberfläche mittels sogenannter Deckpigmente: Titaniumoxid, ein natürlich vorkommendes Metall, für den UV-B Schutz, Zinkoxid, ein weißes, schwach alkalisch wirkendes geruchloses Pulver für den UV-A Schutz. Beide Stoffe werden im Naturkosmetikbereich eingesetzt. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie oft sehr stark „weißeln“ und die Haut nach dem Auftragen eher gebleicht und klebrig ist, anstatt ein gutes Hautgefühl zu erzeugen.

Einige wenige Naturkosmetikhersteller haben es geschafft einen Sonnenschutz zu entwickeln, der schützt und pflegt, nicht weißelt und sich ohne Probleme auftragen lässt. Wenn die Haut nach dem Sonnen eine frische, pflanzliche Pflege erhält, ist der Genuss perfekt.

Roland Dengler ist Spezialist für frische Hautpflegeprodukte.

 

Prof  Dr  Jörg Spitz Bad Nauheim 06 11 2014  Foto J  Pollmar

Interview mit Herrn Prof. Spitz zu Vitamin D

 

„Zehn bis 15 Minuten reichen aus“

Warum Sonnenbaden in der Mittagshitze keine schlechte Idee ist und was Ernährung mit Sonnenbrand zu tun hat – ein Interview über Sonnenstrahlen und Sonnenschutz.

Herr Professor Spitz, gibt es so etwas wie eine ideale Tageszeit für die Aufnahme von Vitamin D?
Ideal ist die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr, also wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Davor und danach werden kurzwellige UVB-Strahlen, die wir für die Produktion von Vitamin D brauchen, nahezu komplett von der Atmosphäre absorbiert und gelangen nicht mehr auf die Erde. Man kann es sich auch so merken: Wenn der Körperschatten länger als der Körper wird, steht die Sonne zu tief, um Vitamin D zu bilden.

Die Sonne muss ja direkt auf die Haut treffen, sonst funktioniert es nicht.
Stimmt, alles was, sich zwischen Sonnenstrahlen und Haut schiebt, behindert die Vitamin D–Bildung, Wolken, Schatten, Kleidung und Sonnencreme. Sobald Sie eine Creme mit Lichtschutzfaktor 15 oder mehr auf die Haut auftragen, passiert nichts mehr.

Wie lange kann ich denn ungeschützt in der Sonne bleiben?
Das hängt vom Hauttyp ab. Menschen mit sehr heller, empfindlicher Haut und Sommersprossen bekommen bereits nach 5 bis 10 Minuten einen Sonnenbrand, Menschen mit dunkler Hautfarbe können auch eine Stunde ungeschützt in der Sonne bleiben. Allerdings tanken Hellhäutige auch viel schneller Vitamin D als dunklere Hauttypen.

Wieviel Zeit muss ich in der Sonne sein, um eine um eine ordentliche Portion Vitamin D zu bilden?
Im Hochsommer reichen mittags 10 bis 15 Minuten aus – allerdings nur, wenn sie sich mit unbedeckten Armen und Beinen in die Sonne legen. Dabei sollte der Kopf immer mit einem Hut oder einer Kappe geschützt sein. 70 Prozent aller weißen Hautkrebse entstehen im Gesicht.

Kann man Sonnenbrand vorbeugen?
Ja, indem man auf seine Ernährung achtet. Antioxidantien versetzen unsere Haut besser in die Lage, sich selbst vor der Sonne zu schützen. Sie stecken in Lebensmitteln mit roten und orangen Farbstoffen, etwa in Paprika und Tomaten, aber auch in grünem Gemüse und dunkler Schokolade. Wer zudem regelmäßig in die Sonne geht, entwickelt nicht nur Pigmente, sondern auch eine sogenannte Lichtschwiele, eine dickere Hornhaut, die den Eigenschutz der Haut verbessert.

Was tun, wenn ich zu viel Sonne abbekommen habe?
Das Schlimmste, was man verbrannter Haut antun kann, ist ein erneutes Sonnenbad. Sie sollten daher Sonne solange meiden, bis die Haut abgeheilt ist. Feuchte Umschläge mit Joghurt und Quark und Aloe Vera Gel lindern Juckreiz und Spannungen. Gute Erfahrungen gibt es auch mit effektiven Mikroorganismen – EM1 -, die man auf die verbrannte Haut aufsprüht oder aufträgt.

Was hilft bei Sonnenallergie?
Ganz einfach: Vitamin D. Sonnenallergie ist meist nichts anderes als eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems aufgrund eines deutlichen Vitamin-D-Mangels. Wer seinen Vitamin D-Spiegel mit Supplementen wieder aufgefüllt hat, kann in der Regel ohne Probleme in die Sonne gehen.

 

Prof. Dr. med. Jörg Spitz ist Facharzt für Nuklearmedizin und Ernährungsmedizin sowie Präsident der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr e. V. (GfbK). Seine von ihm gegründete Akademie für menschliche Medizin und evolutionäre Gesundheit durch Spitzen-Prävention widmet sich der Entwicklung und Verbreitung moderner Präventionskonzepte (www.spitzen-praevention.de).

Wer mehr über Vitamin D und seine Wirkung wissen will, dem sei sein Ratgeber „Vitamin D. Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention“ empfohlen. Es kostet 19,50 und kann auf der Webseite seiner gemeinnützigen Stiftung bestellt werden (dsgip.de) oder auch beim Deutschen Naturheilbund.