Unser Weg

Priessnitz

Hier lernen Sie das Priessnitz-Heilbad Gräfenberg kennen

Der Deutsche Naturheilbund in der Gegenwart

Der Deutsche Naturheilbund (DNB) ist unabhängig, gemeinnützig anerkannt, politisch und konfessionell neutral;

er ist ein Laienverband und vertritt keine berufspolitischen und keine kommerziellen Interessen. Er erhebt aber im Interesse seiner Mitglieder die Stimme in der Gesundheitspolitik und Gesundheitsbildung. Seine Arbeit finanziert der DNB aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Gemeinsam mit den Vereinen leistet er satzungsgemäß einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsförderung.

Der DNB fordert, dass die Naturheilkunde Bestandteil in der medizinischen Aus- und Weiterbildung wird.
Wenn Primärprävention (Aufklärung) so früh und umfassend wie möglich einsetzt, ist das langfristig gesehen die größte Kostenersparnis für Staat und Gesundheitswesen. Es ist die beste Investition für die Gesundheit und Zukunft unserer Kinder und Enkel.
Zusammenarbeit von Naturheilkunde und Schulmedizin mit gegenseitiger Akzeptanz ermöglicht, in der Komplementärmedizin die Erkenntnisse und Erfahrungen beider Heilsysteme zum Wohl der Kranken zu nutzen.
Mit einem jährlichen „Tag der Naturheilkunde“ (eingetragen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jeweils am 2. Wochenende im Oktober) wird die Bevölkerung über Primärprävention und die Therapievielfalt in abwechselnden Schwerpunktthemen informiert. > Aktionstag Naturheilkunde   >Ärztliche Ausbildung in Naturheilverfahren

Wir fördern Gesundheit und Lebensqualität

Das Ziel der ältesten Naturheilbewegung in Deutschland ist, die Bevölkerung umfassend  in gesunder Lebensführung und Ernährungsweise zu fördern, damit jeder in Eigenverantwortung für seine Gesundheit aktiv werden kann.

  • Wir sind für eine naturbewusste, ökologisch sinnvolle Lebensweise und natürliche Heilverfahren.
  • Nicht erst seit der Kostenexplosion im Gesundheitswesen, schon seit über 125 Jahren vermitteln der Deutsche Naturheilbund und die Naturheilvereine „Hilfe zur Selbsthilfe“.
  • Eigenverantwortung für die Gesundheit war schon lange vor der jetzigen Krise der Gesundheitspolitik der Leitgedanke für alle Aktivitäten.
  • Für unser Motto „Bewußt leben – gesund ernähren – natürlich heilen“ wollen wir Mitglieder und Freunde gewinnen.

Auszug aus der Festschrift zum Jubiläum:

DNB-Geschichte-WEB-1

 Geschichte der Naturheilbewegung, der Naturheilvereine und des Deutschen Naturheilbundes

Hier können Sie die komplette Festschrift bestellen

125 Jahre Deutscher Naturheilbund eV:

Eine Gesundheitsbewegung im Wandel der Zeit

Der Deutsche Naturheilbund eV ist die älteste Laienvereinigung auf dem Gebiet der Naturheilkunde: Vor über 125 Jahren entstand dieser Dachverband, der sich mit seinen regionalen Naturheilvereinen für die Verbreitung und Anerkennung naturheilkundlicher Therapien engagiert.
Ein Überblick über verschiedene historische Etappen und Stationen:

Naturgemäß leben und heilen hat Tradition

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand eine ausgeprägte naturheilkundliche Laienbewegung. Aufkommende Industrialisierung, die 60-Stunden-Arbeitswoche, Verstädterung, Verdichtung der Lebensräume erzeugten soziale Spannungen und belasteten zunehmend Gesundheit und Lebensqualität. Nur wenige Menschen konnten sich die Dienste approbierter Ärzte leisten.

In dieser Situation wandten sich immer mehr Bürger sogenannten Laienheilern zu. Diese als „Kurpfuscher“ bekämpften Behandler verfügten über Erfahrungen in der Anwendung einfacher natürlicher Mittel. In den 1830er Jahren erlangten die Heilerfolge von Vinzenz Prießnitz (1799-1851) in Europa eine hohe Popularität, er schuf mit den Heilkräften des Wassers, der Ernährung und Bewegung an Licht und Luft ein ganzheitliches Kursystem und begründete damit das Fundament der neuzeitlichen Naturheilkunde. Zahlreiche Wasserheilanstalten unter ärztlicher Leitung entwickelten dieses Kurmodell wegen seiner hohen Effizienz weiter. Zum Gedenken an seine medizinischen Verdienste ehrte die UNESCO 1999 Prießnitz zu seinen 200. Geburtstag.

Hier sehen Sie die Highlights von unserem Jubiläumskongress – 125 Jahre DNB

Das Hohenwart Forum in Pforzheim stand am 26./27. April 2014 ganz im Zeichen der Naturheilkunde. 3500 Besucher erlebten bei 40 Vorträgen von hochkarätigen Referenten, spannenden Workshops und einer Gesundheitsmesse mit über 60 Ausstellern die ganze Bandbreite der Naturheilkunde.

Unser Ursprung – Vinzenz Prießnitz

Gründer Naturheilbund

Historie des Deutschen Naturheilbundes

Der Deutsche Naturheilbund ist der Dachverband deutscher Naturheilvereine, er ist die älteste Vereinigung von Naturheilvereinen und Einzelmitgliedern auf dem Gebiet der Naturheilkunde im deutschsprachigen Raum. Stationen seiner Geschichte:

  • Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Vereine, die über natürliche ‚volksverständliche‘ Heilweisen informierten. Dazu angeregt wurden sie durch den populären heilkundigen Landwirt Vinzenz Prießnitz, der in Österreich-Schlesien unter weltweitem Interesse die Heilkraft des Wassers im Verbund mit Ernährung, Bewegung, Licht und Luft als erfolgreiche Reiz- und Regulationstherapie verordnete.
  • 1889 wurde der „Deutsche Bund der Vereine für Gesundheitspflege und arzneilose Heilweise“ in Berlin gegründet.
  • 1913 vereinte der Dachverband etwa 900 Ortsvereine mit fast 150.000 Mitgliedern.
    Im eigenen Verlag erschien das Mitgliederorgan „Naturarzt“, das auch heute noch als selbständige monatliche naturheilkundliche Zeitschrift seine Mitglieder begleitet.
  • Von 1927 bis zur Enteignung 1946 verfügte der Naturheilbund über das erste Lehrkrankenhaus für Naturheilkunde, das Prießnitz-Krankenhaus in Berlin-Mahlow, das einem Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Charitè angeschlossen war.
  • Vinzenz Prießnitz wurde 1999 aus Anlass seines 200. Geburtstags von der UNESCO im Kulturerbekalender für seine Verdienste um die Naturheilkunde gewürdigt.

Leitgedanken von Vinzenz Prießnitz

Vinzenz Prießnitz (1799 bis 1851) wird als „Vater der Naturheilkunde“ bezeichnet.

Ursprünglich begann er mit kaltem Wasser zu heilen, durch die Erfahrungen mit40.000 Patienten ordnete er nach und nach die Ernährung, ausreichende Bewegung und ein bewusstes Leben in seine ganzheitliche Therapie ein und legte damit den anerkannten Grundstein für unsere neuzeitliche Naturheilkunde.

Darauf baute Sebastian Kneipp ein erfolgreiches Therapiesystem auf mit den bekannten 5 Säulen der Naturheilkunde: Ernährung – Bewegung – Wasserheilkunde – Pflanzenheilkunde und die Ordnungstherapie.

Aus Prießnitz‘ Erfahrungsschatz:

Warum kaltes Wasser?

„Es ist nicht die Kälte, die heilt, sondern die Wärme, die durch das kalte Wasser im Körper erzeugt wird.“
„Frisches kaltes Wasser ist ein Universalmittel gegen jede Krankheit.
Was heilbar ist, kann durch Wasser geheilt werden!“
„Die beste Apotheke ist ein Brunnen voll frischen Wassers.“
„Zu einer Wasserkur braucht man Charakter (Disziplin); wer keinen hat oder seinen schwachen nicht stärken will, soll davon wegbleiben.“ Prießnitz zog stets die Mitarbeit seiner Patienten in seinen Behandlungsplan ein:

„Die größte Kunst, mit der Natur zu heilen, ist das Individualisieren.“
„Der Natur folgen und nichts erzwingen. Sie müssen Geduld haben!
Der wahre Arzt wohnt im Menschen selbst.“
Prießnitz mahnte auch, über aufkommende Zivilisationskrankheiten nachzudenken:

„Nicht im Rezept liegt das Heil, es liegt in der Summe der täglichen Lebensführung!“

Historisches*

Der Original-Prießnitz-Wickel – doppelt kalter Leibwickel – 

bewirkt eine allgemeine Erwärmung. Er wirkt direkt auf eine Kräftigung der Verdauungsorgane und indirekt regulierend auf den gesamten Körper. Der Kältereiz zieht das Blut aus anderen Körperregionen in die „Mitte“. Der Pfortaderkreislauf nimmt den größten Teil des Körperblutes auf. Er hat damit außerdem eine gute schlaffördernde Wirkung.

Wichtig ist das fachgerechte Anlegen, man benötigt: 1 langes Tuch, das zur Hälfte mit kaltem Wasser getränkt wird oder ein 1 kleineres Innentuch und ein größeres trockenes Tuch, das straff um den Leib gewickelt wird.

Zeitdauer: Mindestens 30 Minuten. Mit warmer Decke zudecken, man darf nicht frösteln

Anwendung bei: Schlafstörungen, Nervosität, chronischen Leibbeschwerden, im Gynäkologischen Bereich, Darm- und Leberbereich

*Das zeitgenössische Bildmaterial stammt aus dem staatl. Archiv der Stadt Jesenik (Freiwaldau)