Im Mai beim NHV HD e.V.: Ganzheitsmedizin bezieht den ganzen Menschen mit ein

Maria Johmann-Heidinger verbindet in ihrer Arbeit als Heilpraktikerin und gelernte Krankenschwester ganz wunderbar ihre jahrelange praktische Erfahrung in verschiedenen Bereichen der Medizin mit Methoden der Naturheilkunde. Sie durchbricht die starren Grenzen auf der einen Seite der Schulmedizin, die fast ausschließlich den Körper des Menschen betrachtet, um sie mit der alternativen Medizin, der sogenannten Komplementärmedizin zu verbinden.

In der Masse der vielen Möglichkeiten an alternativen Methoden fehlt dem Patienten oft der Überblick den richtigen Therapeuten zu finden. Der Wunsch nach ganzheitlichen Herangehensweisen wächst ständig.

Ganzheitsmedizin bezieht den ganzen Menschen ein: Die Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen zu achten und den ganzen Menschen mit all seiner Vielfalt zu behandeln. Nicht Symptome sollen bekämpft werden, sondern Gesundheit soll durch (Selbst) – Heilung wiederhergestellt werden.

In ihrem Vortrag hat sie verschiedene ganzheitliche Therapie- und Diagnose- Möglichkeiten vorgestellt und an interessanten Fallbeispielen aufgezeigt, dass Ganzheitsmedizin nicht trennt – im Gegenteil: Die sanfte, ganzheitlich-naturheilkundliche Begleitung bei chronischen Erkrankungen oder allopathischen Behandlungen, lindert häufig Nebenwirkungen und bringt schnellere Heilungserfolge mit sich. Deshalb auch ihr Fazit:

Wünschenswert ist eine Medizin der Zukunft, mit dem Ziel, Krankheitsursachen mit natürlichen Mitteln zu heilen und keine Medizin, die beschädigte Organe oder Diagnosen repariert. Das bedeutet auch, dass die Eigenverantwortung wieder viel mehr in den Vordergrund treten sollte.

Ursula Gieringer
1. Vorsitzende NHV Heidelberg

„ Nie wieder Diät!“

war das Thema beim im NHV HD e. V. im Juni.

Frau Marlies Kemptner ist eine freie Autorin aus Heidelberg, gelernte Bankkauffrau, Redeschreiberin seit 20 Jahren, Kursleiterin bei VHS sowie Autorin von mehreren Büchern. Eines davon trägt den Titel „Nie wieder Diät“.

Dem Wort Diät haftet in unseren Tagen eine starke Magie an. Entsprechend boomt der Markt für Schlankheitspräparate und diätische Lebensmittel schon seit Jahren. Es ist das ewige Ringen um ein Körperideal das von den Medien vorgegeben und von kaum jemand hinterfragt wird. Wer nun gedacht hat, dass es hier um konkrete Lebensweisen und Vorschläge dazu ginge, hat sich ganz und gar getäuscht.

Zu Beginn des Vortrags gab Frau Kemptner eine Kostprobe aus Ihrer Schreibwerkstatt mit dem Gedicht „Die Schlankheitskur“. Herrlich, wie sie all die Klischees auf den Punkt brachte. Danach las sie eine kurze Sequenz aus ihrem Buch vor. Der ständige Kampf gegen sich selbst, wie er sie an den Rand des physischen und psychischen Abgrunds getrieben hat damals als junge Frau. Doch ihr Weg war von Anfang an ein sehr bewusster. In einer packenden Entwicklungsgeschichte erzählte die Autorin, wie sie es schaffte, aus dem Dschungel von Diäten und Selbstvorwürfen zu entkommen. Immer wieder hat sie Trends hinterfragt oder auch Werbekampagnen und kam so zu erstaunlichen Erkenntnissen. Offen sprach sie über ihre Krisen, die ihr aber immer wieder den Weg zu neuen Erkenntnissen und Wahrheiten brachten. Diese Selbsterfahrung und die Bewusstmachung des eigenen Selbstwertes sind das Potential, wie man selbstbestimmt seinen Weg im Umgang mit Nahrung finden und ohne Angst und mit einem guten Körpergefühl, mit Genuss und Lebensfreude im „Gleich-Gewicht“ sein kann.

Wünschenswert wäre, dass viele Menschen die Dinge so betrachten könnten!

Ursula Gieringer
1. Vorsitzende NHV Heidelberg

Schmerz lass nach!

DNB Pressemitteilung  anläßlich des „Aktionstags gegen den Schmerz“ am 4. Juni 2019

„Schmerz ist der Schrei des Gewebes nach fließender Energie“, so wird es in der Akupunktur der TCM gelehrt. Schmerz ist zwar unangenehm, aber auch ein Warnzeichen für den Menschen, gefährdende Verhaltensweisen zu vermeiden. Er entsteht in der Körperperipherie und wird im Gehirn wahrgenommen, wohin er über Nerven gelangt. Akute und chronische Schmerzen sind in der Regel Symptome einer Krankheit, nicht die Krankheit selbst. Davon ausgenommen ist der sogen. neuropathische Schmerz, bei dem der Schmerz durch die Erkrankung des Nerven selbst entsteht. Ausgelöst wird der Schmerz z.B. durch Verletzungen, lokale Übersäuerung, Degeneration oder Entzündung. Das Gehirn sorgt für eine bewusste Reaktion mit dem Ziel der Schmerzvermeidung. Das einfachste Beispiel ist, dass man die Hand schnell wegzieht, wenn sie sich über einem heiß dampfenden Kochtopf befindet.

Während die westliche Medizin den Schmerz nach dem sog. „Stufenschema der WHO (Weltgesundheitsorganisation)“ bekämpft, das chemisch definierte Arzneimittel verwendet, geht die Naturheilkunde bei der Therapie umfassender, individueller und mehr auf die Ursache zielend vor. Was ist nämlich, wenn dieses „lehrmedizinische Stufenschema der WHO“ zwar wirkt, aber der Schmerz dem Menschen „etwas Wichtiges sagen soll“. Z.B. „lieber Mensch, Deine Lebens- und insbesondere Ernährungsweise ist nicht artgerecht“? Dann ist der Schmerz zwar weg oder nicht mehr ganz so stark, aber die zugrundeliegende Ursache ist nicht behoben.

Naturheilkundliche Behandlung des orthopädischen Schmerzes

Der orthopädische Schmerz wird in Gelenken, Sehnen, Muskeln und besonders im Rücken wahrgenommen. Unterschiedliche Pathologien liegen dem oft als „Rheuma“ bezeichneten Schmerz zugrunde. Die Arthrose als degenerative Gelenkerkrankung wird der entzündlichen Arthritis, die oft durch Autoimmunerkrankungen bedingt ist, gegenübergestellt. Auch die Gicht-Arthritis und bestimmte Formen chronischer Rückenleiden gehören zu den Rheuma-Krankheiten.
In der Naturheilkunde spielt Beratung mit dem Ziel, frische und lebendige Pflanzennahrung zu verwenden, eine große Rolle. Gluten- und zuckerhaltige Produkte, tierisches Fett und tierisches Eiweiß sollten gemieden oder in der Nahrung deutlich reduziert sein. Die Lebensweise soll ausgeglichen sein. Extrem wichtig ist die Bewegungstherapie, sobald der akute Schmerz nachgelassen hat, weil sie die Regeneration der verletzten Region fördert. Hier gilt der Grundsatz: Langsam anfangen, vorsichtig steigern und täglich anwenden. Hydrotherapie mit kaltem Wasser hilft bei akuten entzündlichen Schmerzen, mit warmem Wasser oder Fango etc. bei chronischen Schmerzen.

Aus der Pflanzenheilkunde können Extrakte aus der Teufelskrallenwurzel, dem Brennnesselkraut und aus der Weidenrinde, und eine Extraktkombination aus Eschenrinde, Zitterpappelrinde und echtem Goldrutenkraut eingenommen werden. Für die Anwendung auf der Haut stehen Arzneimittel, die Extrakte z. B. aus Arnikablüten, Beinwellwurzel oder spanischem Pfeffer enthalten, zur Verfügung. Als Nahrungsergänzungsmittel werden Omega-3-Fettsäuren und mikroverkapseltes Curcumin   als entzündungshemmend beschrieben.
Auch ausleitende Verfahren, die auf Hippokrates zurückgehen, können bei Rheumaschmerzen eingesetzt werden, z.B. blutiges oder trockenes Schröpfen oder das Cantharidenpflaster, das über entzündeten Gelenken angebracht wird, wodurch Entzündungsstoffe aus dem Gewebe ausgeleitet werden.
Auch können bei akutem entzündlichem Rheumaschmerz, aber insbesondere bei Arthrosen Blutegel angesetzt werden. Bei verklebenden Kniegelenksarthrosen kann ein 20-30ml Ozon-Sauerstoff-Gasgemisch in das Kniegelenk gespritzt werden.

Akupunktur wird von vielen Schmerztherapeuten erfolgreich eingesetzt. Bei der Neuraltherapie nach Huneke werden Lokalanästhetika unter die Haut, intramuskulär und in Gelenke injiziert. Bei der akuten Lumbalgie, dem „Hexenschuss“, bewährt sich die Neuraltherapie sehr gut. Die Wirkung dieser Neuraltherapie wird noch verstärkt, wenn jeder Injektion 0,5 ml der Schwefelverbindung Dimethylsulfoxid (DMSO) zugesetzt wird. Die Flüssigkeit kann auch äußerlich durch Aufpinselung über schmerzenden Gelenken oder Aufsprühen auf den Rücken verabreicht werden. Schwefel ist neben Vitamin C und Zink einer der drei Mikronährstoffe, die für die Bindegewebsbildung unverzichtbar sind.

Eine seit einigen Jahren immer häufiger auftretende Schmerzkrankheit ist die Fluoroquinolone Associated Disability (FQAD), die mit schmerzhafter Fibromyalgie (FMS) in Verbindung mit einem chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) einhergeht. Dies ist eine durch die moderne Medizin hervorgerufene Erscheinung. Betroffen sind Menschen, die mit Fluoroquinolon-Antibiotika (Generikanamen enden auf „…floxacin“) behandelt werden. Die Betroffenen werden dauerhaft arbeitsunfähig und zur Teilhabe am normalen Leben unfähig. FQAD-Patienten werden oft mit den Diagnosen „Somatisierungsstörung, Anpassungsstörung und Depression“ abgespeist und entsprechend mittels Schmerztherapie nach WHO-Stufenschema, Antidepressiva und Psychotherapie fehlbehandelt. Eine Behandlung dieser Arzneimittelkrankheit muss noch entwickelt werden.

  1. Weiss/V. Fintelmann „Lehrbuch Phytotherapie“ Hippokrates-Verlag
    B. Aschner „Technik der Konstitutionstherapie“ Haug-Verlag
    A. Pollmann „Ärztliche Akupunktur“ aku-buch.com (kann man auch weglassen)
    P. Dosch „Lehrbuch der Neuraltherapie nach Huneke“ Haug-Verlag
    H. Fischer „DMSO-Handbuch“ Daniel-Peter-Verlag
    https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/a-f/fluorchinolone-bewegungsapparat.html

Weitere, ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie hier: https://www.naturheilbund.de/wp-content/uploads/2019/05/LV-Schmerz-Artikel-Manfred-van-Treek-Mai-2019.pdf

 

Autor:

Manfred van Treek
Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Palliativmedizin, Akupunktur, Suchtmedizin
Naturheilverein Viernheim, Weinheim und Umgebung
Mitglied Präsidium und Wissenschaftlicher Beirat Deutscher Naturheilbund
Seegartenstraße 26 – 68519 Viernheim

Offener Brief an die 92.Gesundheitsministerkonferenz der Länder am 5. und 6. Juni 2019 in Leipzig

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch,

sehr geehrte Gesundheitsministerinnen und Minister der Länder,

seit vielen Jahren wächst in der Bevölkerung die Nachfrage nach naturheilkundlichen Therapien und Medikamenten. Der Deutsche Naturheilbund (DNB) vertritt 11.000 Menschen und 48 Naturheilvereine. Er steht hier in einer 130-jährigen Tradition und will dieses Kulturerbe für die Zukunft erhalten und weiterentwickeln. Zur Unterstützung der Traditionellen Medizin in ihren Mitgliedsstaaten hat die WHO bekanntlich die „Strategie für Traditionelle Medizin 2014-2023“ formuliert, auf die wir uns hiermit berufen.**

Wir wünschen uns daher sowohl eine anerkennende Wertschätzung der Naturheilkunde als Traditionelle Europäische Medizin in der deutschen Gesetzgebung, als auch die Bereitstellung von Forschungsmitteln für diesen Bereich. Hierfür ist es unseres Erachtens zwingend, den hoch-individuellen Ansatz und die speziellen Prinzipien der Traditionellen Europäischen Medizin anzuerkennen.

Die alleinige Beurteilung der Verfahren durch das IQWIG und den G-BA kann dem nicht gerecht werden. Die offen propagierte Unabhängigkeit dieser Institute müssen wir in Frage stellen, da weder Vertreter von naturheilkundlichen Organisationen wie dem DNB, noch Vertreter naturheilkundlicher Berufe einschließlich der ganz wenigen naturheilkundlichen Stiftungsprofessuren an deutschen Universitäten oder politische Vertreter in diesen Gremien vertreten sind.

  • Genauso wichtig ist uns eine Patientenvertretung im G-BA mit einem Mitbestimmungs-und Stimmrecht.
  • Weiterhin bitten wir Sie, die infolge einer langjährigen Förderung der Traditionellen Medizin in vielen Industriestaaten gute Studienlage, die auch in den neueren deutschen medizinischen Leitlinien bis hin zu den nationalen Versorgungsleitlinien berücksichtigt wird endlich zur Kenntnis zu nehmen und dabei auch den multimodalen Ansatz zu berücksichtigen. Letzteres ist mit dem gegenwärtigen Standard einer Evidenz-basierten Medizin, die bekanntlich auf der Grundlage einer Therapie mit chemisch definierten Pharmaka entwickelt wurde, nur schwer möglich. Hierzu müssen weitere Entwicklungsschritte eingeleitet werden.
  • Des Weiteren verweisen wir auf die siebzehn Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation von 2015. Hier bezeichnet insbesondere das Ziel No3 das Thema Gesundheit und Wohlbefinden. Der DNB und seine Naturheilvereine stehen von Beginn an für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen, Information und Schulung der Bevölkerung und einer Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Die freie Therapie- und Therapeutenwahl soll auch zukünftig bestehen bleiben. Es ist unwissenschaftlich, empirisch basierte Therapieformen als unsicher und unwirksam zu bezeichnen, nur weil bisher keine Mittel zu ihrer Erforschung zur Verfügung stehen.
  • Die bestehende Gesetzeslage für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen muss nicht nur erhalten, sondern nach einem fachkompetenten Reflexionsprozess verbessert werden.
  • Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sollen neben dem Infektionsschutz auch die sechs Säulen der Naturheilkunde (Wasser, Arzneipflanzen, Ernährung, Bewegung, Balance des Lebens und der Umwelt) berücksichtigt werden. Wir verweisen hierzu auf die gerade erschienene Leitlinie der WHO „Risk Reduction of Cognitive Decline and Dementia“, die multimodale Maßnahmen z.B. gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und soziale Isolation, sowie Raucherentwöhnung und Alkoholkonsumreduktion (“Balance des Lebens“) empfiehlt. All diese Maßnahmen werden von Seiten der Naturheilkunde traditionsgemäß propagiert.

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch, der DNB steht Ihnen als traditionell kompetenter Ansprechpartner in Sachen Naturheilkunde/ Traditioneller Europäischer Medizin gerne zur Verfügung! Wir wünschen uns von Ihnen und den versammelten Gesundheitsministern der Länder ein klares: „JA zur Naturheilkunde“!

Mit freundlichen Grüßen im Namen des Vorstandes

Nora Laubstein

Präsidentin Deutscher Naturheilbund e.V.

 

** https://www.who.int/medicines/publications/traditional/trm_strategy14_23/en/

Der Vortrag Blutdruck natürlich senken – geht das? bescherte dem Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde ein volles Haus. Die Fachreferentin Bärbel Tschech erklärte wie Bluthochdruck entsteht und warum er gefährlich werden kann. Damit es nicht so weit kommt, müssen wir selbst aktiv werden! Mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Vermeidung von Dauerstress schützen wir unser Herz-Kreislaufsystem wirksam. Darüber hinaus gibt es Arzneimittel auf Pflanzenbasis, die unsere Herz-Gefäß-Gesundheit unterstützen. Wenn kein Weg an chemischen Blutdruck-Senkern vorbeiführt, können naturheilkundliche Mittel zumindest deren Verträglichkeit verbessern. Anhand von ganz unterschiedlichen Fallbeispielen konnten die Zuhörer nachvollziehen, dass Bluthochdruck immer etwas mit den persönlichen Lebensumständen zu tun hat und welche Therapie jeweils angebracht wäre.

Harald Welzel
1.Vors. Freundeskreis Naturheilkunde Mutlangen

Der Deutsche Naturheilbund (DNB) fordert die Bundesregierung auf, den Ausbau des 5G-Netzes zu stoppen und das Vorsorgeprinzip einzuhalten. Online-Petition an Bundestag erreicht erforderliche Mehrheit

Von Dietmar Ferger und Nora Laubstein

Die Online Petition „Strahlenschutz – Verfahrensaussetzung zur Vergabe von 5G -Mobilfunklizenzen“, die der DNB aktiv unterstützt, erreichte im April die erforderliche Mehrheit: Über 54.000 Bürgerinnen und Bürger haben binnen weniger Tage unterzeichnet. Somit muss die Petition vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages bearbeitet werden.

Es fehlt die Technikfolgenabschätzung

Der DNB fordert die Bundesregierung auf, die an einem Technologiestandortwie Deutschland eigentlich selbstverständliche, sorgfältige Technikfolgenabschätzung gemäß dem Vorsorgeprinzip durchzuführen. Dies wurde bislang versäumt und stellt nach Ansicht des DNB eine Rechtsverletzung dar.

Nach dem Prinzip des vorsorgenden Gesundheitsschutzes darf eine Technologie wie 5G, die ursprünglich für die Kommunikation von Robotern und Maschinen in menschenleeren Industriehallen entwickelt wurde, nicht flächendeckend eingeführt werden, wenn ein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf massive Gesundheitsschädigung besteht und eine unabhängig geprüfte Unbedenklichkeit nicht sichergestellt ist.

Hintergrund

Wenn es um den neuen leistungsstarken Mobilfunkstandard 5G geht, ist in erster Linie von den Chancen für Wirtschaft und Industrie die Rede. Mögliche gesundheitliche Risiken werden kaum thematisiert. Der neue Standard wird aber voraussichtlich ein Vielfaches an Sendemasten und -anlagen mit sich bringen; inwieweit sich eine flächendeckende elektromagnetische Strahlung auf die Bevölkerung auswirkt, ist bisher nicht untersucht worden. Renommierte Wissenschaftler und Ärzte aus ganz Europa warnen vor den bereits bekannten Risiken von Mobilfunkstrahlung und mahnen weiteren Forschungsbedarf an.

Daher fordert der Deutsche Naturheilbund, die Einführung des 5G-Mobilfunkstandards solange zu unterbinden, bis umfassende und unabhängige Studien die Unschädlichkeit der 5G-Technologie für Mensch und Natur eindeutig und zweifelsfrei bewiesen haben!

Nora Laubstein ist Präsidentin des Deutschen Naturheilbund eV, Dietmar Ferger ist Diplomingenieur für Umweltschutz und Präventologe.

Den vollständigen Text kann man unter dem Stichwort „Petition 88260“ nachlesen:
https://epetitionen.bundestag.de/

Mehr Informationen zum Thema:
www.diagnose-funk.org/

Trinkwasser ist nicht gleich Trinkwasser, wie eine Studie mit kultivierten Zellkulturen zeigt. Manche Wässer haben ein antioxidatives Potenzial und können Wundheilung und primäre Keimabwehr fördern.

Von Prof. Dr. rer. nat. Peter C. Dartsch; Foto: creativ collection

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel für den Menschen und die meisten Tiere. Etwa 70 bis 80 Prozent unseres Körpers bestehen daraus. Insgesamt verlieren wir pro Tag zwei Liter Flüssigkeit – auch ohne viel Bewegung. Unser Körper kann Wasser nicht speichern und braucht daher ständig Nachschub. Nehmen wir zu wenig Flüssigkeit auf, ist der Stoffwechsel gestört und unsere körperliche wie geistige Leistungsfähigkeit lässt nach. Als Urin schwemmt Wasser Schadstoffe aus, als Schweiß kühlt es durch Verdunstungskälte unseren Körper.

Gerade seine ungewöhnlichen Eigenschaften machen Wasser zu einem zentralen Element des Lebens: Einerseits kann es durch seine polare Struktur viele Stoffe lösen und ist dadurch ein universelles Lösemittel; andererseits kann es durch seine eigene stabile Struktur (Oberflächenspannung) auch andere Stoffe stabilisieren, etwa Proteine oder Nukleinsäuren.

Fragestellung

Kann es lebendiges und totes Wasser geben und kann man – unabhängig von der chemischen Analyse und den im Wasser enthaltenen Mineralstoffen – auch unterschiedliche biologische Wirkungen auf zellulärer Ebene beobachten und nachweisen? Das haben wir in den letzten zwei Jahren mit schulmedizinischen und wissenschaftlich anerkannten Methoden untersucht.

Untersuchte Wässer

Die von uns untersuchten Wässer lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Einmal fertig abgefüllte und drucklos (artesisch) aufsteigende Quellwässer, die durch ihren Fluss durch die verschiedenen Gesteinsschichten mit Informationen angereichert wurden und als biologisch aktive Wässer wieder an der Erdoberfläche austreten. Diese wurden im direkten Vergleich zu einem Stillen Wasser eines Discounters getestet.

Dann zum zweiten lokal vorhandenes Leitungswasser im direkten Vergleich zu dem gleichen Leitungswasser, welches durch völlig unterschiedliche innovative technische Verfahren nachträglich belebt bzw. informiert wurde. Bei diesen Wässern war es uns außerordentlich wichtig, die Proben bereits in verblindeter Form zu bekommen und erst nach Durchführung der Untersuchungen und Freigabe des Schlüssels die Ergebnisse den jeweiligen Proben zuzuordnen.

Testkonzentrationen

Bei den Tests haben wir die untersuchten Wässer nicht pur, sondern in verschiedenen Konzentrationen verwendet. Die maximale Konzentration der getesteten Wässer betrug bei den Versuchen maximal 50 Volumenprozent. Übertragen auf den menschlichen Körper entspricht eine Trinkmenge von 1,5 Litern täglich nur etwa drei Prozent des Körperwassers. Aber die tägliche und regelmäßige Aufnahme bestimmter Wässer erhöht auch den Anteil am Körperwasser. Dies rechtfertigt unserer Meinung auch die auf den ersten Blick hohen Testkonzentrationen.

Antioxidative Wirkung

Freie Radikale werden als natürliche Stoffwechselprodukte permanent in unserem Körper produziert und erfüllen grundsätzlich wichtige Aufgaben bei der zellulären Signalübermittlung. Umweltbelastungen, Ernährungsmängel, körperlicher oder seelischer Stress, aber auch Medikamente, Verletzungen und Entzündungen können zu einer unkontrollierten Überproduktion der Radikale führen. Übersteigt die Aufnahme oder Bildung freier Radikale deren körpereigene Entgiftung durch spezifische Enzyme, so spricht man von „oxidativem Stress“. Dadurch können wichtige Biomoleküle im Körper angegriffen und in der Folge Stoffwechselfunktionen gehemmt und sogar Gewebe zerstört werden.

Mit dem einzigen zellfreien Test dieser Studie wurde untersucht, ob die Wässer in der Lage sind, solche freien Sauerstoffradikale zu inaktivieren und so einem oxidativen Stress vorzubeugen. Wie in Abbildung A (s. nächste Seite) dargestellt, zeigten die drei Quellwässer eine dosisabhängig zunehmende anti-oxidative Wirkung im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle und waren bestens in der Lage, die freien Radikale im Reaktionsgemisch zu neutralisieren. Das nachträglich informierte Leitungswasser konnte hier in seiner antioxidativen Effizienz nicht ganz mithalten (Abb. B). Enttäuschend das handelsübliche Stille Wasser aus dem Discounter; hier war überhaupt kein antioxidativer Effekt messbar (Abb. C).

Wirkung auf die Zellregeneration

Bei zellregenerativen und Wundheilungsprozessen soll die Funktionsfähigkeit eines geschädigten Gewebes wieder hergestellt werden. Ging hier eine Verletzung voraus, so kann in der Granulationsphase durch Einwanderung und Teilung des in dem betreffenden Gewebe vorherrschenden Zelltyps eine Defektauffüllung und Festigung des Gewebes erreicht werden. Speziell diese Phase wurde in dem hier verwendeten Testsystem simuliert.

Die Ergebnisse zeigen ein ähnliches Bild wie bei der antioxidativen Wirkung: Während das stille Wasser keinen Einfluss auf die Zellregeneration im Vergleich zur -unbehandelten Kontrolle hatte, zeigten die Quellwässer sowie die nachträglich informierten Leitungswässer eine dosisabhängige Zunahme um bis zu 25 Prozent. Durch die stimulierende Wirkung sowohl auf die Proliferation (Teilung) als auch auf die Migration (Wanderung) der Bindegewebszellen können bei regelmäßiger Einnahme die zellregenerativen Prozesse im Organismus gefördert werden.

Erreger werden bekämpft

Fresszellen sind in der Lage, ins Blut eingedrungene Keime zu erkennen, zu umschließen und durch die Bildung von Sauerstoffradikalen abzutöten. Danach werden diese abgetöteten Keime „aufgefressen“. Außerhalb eines lebendigen Organismus lassen sich Fresszellen durch die Differenzierung von humanen Promyelozyten (HL60 Zellen) zu funktionalen Neutrophilen erzeugen. Die stimulierende Wirkung auf den Zellstoffwechsel dieser funktionalen Neutrophilen war im Falle der Quellwässer und der nachträglich informierten Leitungswässer sehr ausgeprägt. Beim Stillen Wasser des Discounters wiederum zeigte sich kein statistisch signifikanter Effekt.

Schlussfolgerung

Auch wenn hier nur ein Teil der bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse zu den förderlichen Wirkeffekten von Wässern verschiedener Herkunft dargestellt wurde, zeichnet sich doch deutlich ab, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Überraschenderweise sind die Wirkunterschiede zwischen (artesischen) Quellwässern und nachträglich informiertem Leitungswasser geringer als vor Beginn der Untersuchungen zu vermuten war. Neben der Wasserqualität ist aber auch die tägliche Aufnahmemenge von 1,5 Litern von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.

 

Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter C. Dartsch ist -Diplom-Biochemiker, habilitierter Humanphysiologe, Arbeits- und Umwelttoxikologe. Sein Unternehmen, die Dartsch Scientific GmbH, befasst sich mit tierversuchsfreien zellbiologischen Testsystemen im Bereich der präklinischen Forschung. www.dartschscientific.com

Eine ausführliche Version dieses Artikels wurde in der Zeitschrift CO.med Ausgabe 1/2019 erstveröffentlicht.

VON SABINE NEFF, Foto: creativ collection

Als „Quellwasser“ wird in der Umgangssprache der naturheilkundlichen Szene Wasser bezeichnet, welches niedermineralisiert und lebendig ist. Der geringe Anteil an Bestandteilen macht es zu einem hervorragenden Lösungs-, Reinigungs- und Transportmittel für die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper.

Für die Bezeichnung „Quellwasser“ sind allerdings weit weniger Qualitätsansprüche erforderlich als beim zugelassenen Mineralwasser. So muss Quellwasser zwar direkt am Quellort abgefüllt sein, aus einem unterirdischen Vorkommen stammen und bestimmte mikrobiologische und chemische Bedingungen erfüllen. Allerdings ist kein Nachweis der ursprünglichen Reinheit erforderlich und es müssen lediglich die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung erfüllt sein.

Einige Mineralwasserhersteller entscheiden sich deshalb, ihr niedermineralisiertes Quellwasser das aufwändige Zulassungsverfahren für Mineralwässer durchlaufen zu lassen, was seit der Senkung des vorgeschriebenen Mineralienanteils vor einigen Jahren möglich geworden ist.

Wie die „Lebendigkeit“ dieser Wässer sich tatsächlich auf den Organismus auswirkt, scheint die Studie belegt zu haben, nämlich mit einer anitoxidativen und zellregenerierenden Wirkung auf unseren Organismus. Diese Mineralwässer sind zu Recht amtlich zugelassene Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes: -Mittel zum – (gesunden) Leben!

Sabine Neff ist DNB-Verbandsgeschäftsführerin und Gesundheitsberaterin (GGB).