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Wissenschaftlich begleitete Volksmedizin

„Der Natur folgen und nichts erzwingen; Sie müssen Geduld haben! Der wahre Arzt wohnt im Menschen selbst“ ist ein bis heute geltender Leitgedanke aus dem großen Erfahrungsheilschatz von Vinzenz Prießnitz. Den Prognosen über zunehmende Krankheiten stellen wir den breiten Heilschatz der Naturheilkunde entgegen, der unsere Gesundheit fördert und erhält.

Die Naturheilkunde leistet einen wirksamen Beitrag als Therapie der ersten Wahl bei den zunehmenden Volkskrankheiten und kann deren Kosten reduzieren. Ein naturheilkundiger Arzt oder Therapeut sieht seine Aufgabe darin, nach der Ursache einer Erkrankung zu suchen, die natürlichen Heilkräfte im Patienten zu unterstützen und ihn auf seinem Heilungsweg zu begleiten.

Die einfachen Grundwahrheiten der Naturgesetze bestätigen sich in der Naturheilpraxis jeden Tag tausendfach – seit Hippokrates, Paracelsus, Prießnitz und Kneipp.

Statt krankheitsbezogener Pathogenese die Erhaltung der Gesundheit durch Salutogenese

Primäre, aktive Prävention ist der beste Schutz vor Krankheiten aller Art! Die klassischen Naturheilverfahren bilden ein Spektrum unterschiedlicher Methoden, die auf die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung einwirken und sich bevorzugt in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Prägend ist der ganzheitliche Ansatz: Körper, Geist und Seele.

Im Zusammenwirken der klassischen Naturheiltherapien erschließt sich das volle Potenzial ihrer Heilkräfte; die folgende Darstellung zeigt, wie sie einzeln für sich wirken und für Prävention und Therapie genutzt werden können:

Lebensquell WASSER

Feucht kalter WickelNeben Luft, Licht, Ernährung und Bewegung bildet die Hydrotherapie eine tragende Säule der Naturheilkunde.

Über die Haut als unser größtes Sinnesorgan werden zum Beispiel durch Bäder oder Wickel warme oder kalte Reize von außen gesetzt. Ein intensiver lokaler Kältereiz löst eine Reaktion vegetativer Vorgänge aus: Es wird körpereigene Wärme produziert, die den Stoffwechsel anregt, blutdrucksenkend und atmungsaktiv wirkt. Diesem Impuls folgt eine reflektorische Wirkung zu dem betreffenden Organ.
Prießnitz erkannte bereits: Es heilt nicht das kalte Wasser, sondern die Wärme, die das kalte Wasser erzeugt.

Einige Grundsätze sind in der Hydrotherapie zu beachten:
• Kalte Anwendungen nur auf warmen Körper applizieren.
• Zuleitende und anregende von ableitenden und beruhigenden Anwendungen unterscheiden.
• Um chronische Krankheiten zu heilen, müssen sie in akute zurückverwandelt werden.

 

 

BEWEGUNG ist Leben

Bewegung liegt in unserer Natur! Bewegungsaktive Menschen sind ausgeglichen, können Stress abbauen und verlängern sich ihre Spanne gesunder Lebensjahre. Alterskrankheiten aus Bewegungsmangel können sie im Alter nicht plagen.

Unsere Bewegungsaktivitäten befinden sich zu oft im Sparmodus. Ist schon beim Kind der Bewegungsdrang gedrosselt, wird sich kaum Freude bei Sport und Spiel einstellen. Dabei ist Bewegung – in jedem Alter – die ideale Prävention bei Lernstörungen, Hyperaktivität, Aggressionen, Atemwegserkrankungen, Demenz, Depression, Diabetes, Übergewicht, Gelenkerkrankungen, Herz-Kreislaufproblemen, Infarkten, aber auch bei Osteoporose und Rückenschmerzen.

Bewegung als Therapie steigert unser Leistungsvermögen, wirkt günstig auf die Organfunktionen und fördert unser Wohlbefinden – unter Beachtung des biologischen Grundgesetzes:
• Schwache Reize regen die Funktionen an,
• mittlere Reize fördern sie,
• starke hemmen sie – und Vorsicht:
• überstarke Reize heben sie auf!

Die Heilkraft der ERNÄHRUNG

Frau ErnährungLebensmittel spenden uns als Mittel zum Leben natürliche Energie, sie schützen und heilen wirksamer als Medikamente bei den zunehmenden ernährungsbedingten Erkrankungen. Es wachsen Generationen heran die mit Lebensmittel-Frischwaren wenig anfangen können und aus ihrem sonstigen Ernährungsverhalten ein hohes Gesundheitsrisiko eingehen.

Kenntnis darüber, wie Ernährung ursächlich an vielerlei Erkrankungen beteiligt ist, kann vor vermeidbarem Leid schützen, denn der Mensch ist, was er isst. Die Beschaffenheit unserer „Mittel zum Leben“ hat großen Einfluss auf Vitalität und Gesundheit bis ins hohe Alter – aber auch auf Anfälligkeit bereits in jungen Jahren.

Studienergebnisse der letzten Jahre weisen der Ernährungstherapie eine zentrale Bedeutung in der Prävention und Heilung chronischer Erkrankungen zu. Der Tenor lautet: Wenig tierische Produkte, reichlicher Verzehr pflanzlicher Lebensmittel!
Vollwertige, vitalstoffreiche Ernährung
• schützt Magen-, Darm- und Leberfunktionen,
• heilt Arteriosklerose, schlechte Durchblutung,
• schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall,
• reguliert Bluthochdruck, vermeidet Diabetes,
• schützt vor Osteoporose und Rheuma,
• stärkt das Immunsystem und beugt Allergien vor.

PFLANZEN für Körper und Seele

HeilpflanzeIn der Heilbehandlung unserer Volkskrankheiten gewinnt die Phytotherapie zunehmend an Bedeutung. Bei zahllosen Beschwerden regulieren Pflanzenwirkstoffe fehlgeleitete Stoffwechselfunktionen oder sie stärken die Abwehrkräfte und beugen zuverlässig vor.

Es liegt auch an unserer verbreiteten Ungeduld, zu schnell Antibiotika als therapeutische „Soforthilfe“ zu verlangen und uns mit Symptomverdrängung statt ursächlicher Heilbehandlung zufrieden zu geben.

Für Laien bieten Heilpflanzenkenntnisse ein spannendes Feld für die Selbstmedikation. Es ist aber ratsam, sich mit Grundlagen der Phytotherapie zu beschäftigen.
Wirksam und bewährt sind Heilpflanzen
• bei Erkältungs- und Atemwegserkrankungen,
• bei Appetitmangel, Magen- und Darmproblemen,
• sie regulieren Herz- und Gefäßfunktionen, das vegetative Nervensystem, die Blasen- und Nierenfunktionen und fördern die Wundheilung.
• Pflanzliche Antibiotika schonen die Verdauung und entwickeln keine Resistenzen.

In der ORDNUNG liegt Kraft

Kraft schöpfenWie oft liegen unsere Nerven blank. Immer mehr Menschen klagen über chronische Erschöpfung, der Begriff „Burn-out“ ist in aller Munde. An der Bewältigung des Alltags sollen sich aber die eigenen Kräfte nicht erschöpfen. Erkennen, was dem Leben Sinn gibt und Dysbalancen abbauen ist der beste Schutz vor Fremdausbeutung.

Guter Rat muss nicht teuer sein. Die Naturheilkunde schenkt uns in der „Lebensordnung“ wirksame Lösungen – oft zum Nulltarif. In der Ausgeglichenheit können wir das Leben seelisch stabil und selbstbestimmend gestalten. Die Aktivitäten und den Lebensstil zu überprüfen, Symptome abzugleichen, den eigenen „Aus“-Knopf zu bedienen und Entspannung zu suchen sind Wege, die zum Ziel führen.

Verstehen, wie Körper, Geist und Seele zusammenwirken ist Grundlage ganzheitlicher Behandlungen bei
• Erschöpfung, Burnout-Syndrom, Depression,
• Angst, Konzentrationsschwäche,
• Krankhaftes Leistungs- und Anerkennungsstreben (Gegenteil von ‚Null Bock‘),
• innere Leere, Hoffnungslosigkeit,
• Genussmittelmissbrauch, Suizidgedanken. Sind unsere Kinder noch in der Balance? Sie sind doch einmalig und verdienen all unsere Zuwendung!

UMWELT bewusst wahrnehmen

Welche Umwelteinflüsse greifen unsere Gesundheit an? In der Beratung und Diagnoseerstellung müssen wir die heutigen Umwelteinflüsse einbeziehen: Schadstoffe in der Luft, in der Nahrung, Chemie in Textilien, künstliche Strahlungsfelder oder Lärm belasten unsere Organe und die Lebensqualität. Wenn wir die Gefahrenquellen erkennen, können wir vorbeugen, zum Teil uns sogar dagegen immunisieren.

Die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten sind das Ergebnis einer jahrmillionen dauernden Evolutionskette. Es bildeten sich Naturgesetze und Regeln für vielerlei Lebenswelten und -arten – auch für den Menschen. Alles hängt mit allem zusammen.

Seit wenigen Generationen wird dieser Schöpfungsprozess durch massive künstliche Eingriffe empfindlich gestört, damit setzen wir unsere Lebensgrundlage aufs Spiel. Deshalb ist der Schutz dieser Lebensbasis ein elementares Ziel der Naturheilkunde.
Gegen die Belastungen hält die naturheilkundliche Umweltmedizin ursächliche Lösungen bereit:
• Ausleitung (Entgiftung) vorhandener Belastungen und
• Aufbau der geschwächten Widerstandskraft als Immunabwehr.

Naturheilkunde bedeutet:
sich kundig machen,
wie die Natur heilt.
Alois Sauer, Gesunheitsberater GGB
Bilder: Digitalstock, Fotolia, Bolay

Eine Orientierung für Eltern

In Deutschland besteht keine Impfpflicht, so dass die Eltern entscheiden können, ob und wann sie ihr Kind impfen lassen.

Ein Ratgeber von Dr. med. Wolfgang May

Die seit März 2014 gehäuft aufgetretenen Masernerkrankungen in Berlin haben die Impfthematik wieder in den Vordergrund gerückt. Müssen wir denn unsere Kinder impfen und gegen welche Krankheiten? Muss schon mit 2 Monaten eine 7-fach- Impfung erfolgen? Manche Infektionskrankheiten verlaufen ja bei Säuglingen schwer, manchmal sogar tödlich. Auf der anderen Seite gibt es ja immer wieder Berichte über schwere Impffolgen bis hin zu Todesfällen und dass „durchgeimpfte“ Kinder häufiger chronisch krank sind. Heutige Schutzimpfungen werden nur kurzfristig untersucht, Langzeitstudien zu den Auswirkungen der Impfungen gibt es leider nicht (Prof. Dr. Dittmann, stellv. Dir. der ständigen Impfkommission ( STIKO), Bundesgesundheitsblatt, 4 / 2002; (20).

Eine Impfquote von über 90% wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert, um eine Weiterverbreitung von Infektionskrankheiten (Epidemie) zu verhindern (73). Eine andere Möglichkeit die Weiterverbreitung zu verhindern, ist die der Isolierung der Erkrankten. Das konnte bei der Ebola Epidemie in Afrika beobachtet werden. Frühere Epidemien z. B. im Kongo haben sich nicht ausgebreitet, da die Erkrankten kaum Kontakt zur restlichen Bevölkerung des Landes hatten. Die Erkrankung kam zum Stillstand, nach dem die Erkrankten überlebt hatten oder gestorben waren. Bei der jetzigen Epidemie in Westafrika sind die Erkrankten nicht isoliert (42).

Wir leben in Deutschland nicht isoliert von der Welt – Impfungen sind deshalb notwendig, das war auch schon die Meinung von Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie. Es stellt sich jedoch die Frage, was können wir tun, um Impfkomplikationen vorzubeugen und welche Impfungen sind notwendig und wann?

Impfungen gehören zum großen Feld der Krankheitsvorbeugung (Prävention). Sie sind aber nur ein Teil davon! Empfehlung: Mindestens so wichtig sollten die Themen: gesunde Ernährung, ausreichende Trinkmenge, Sonne und Bewegung an der frischen Luft, gesunder, ausreichender Schlaf und in der heutigen Zeit besonders Elektronik / strahlungsfreie Zeit beigemessen werden (66). (Siehe auch Büttner P.: Kinderkrankheiten naturheilkundlich behandeln, DNB- Naturheilkundlicher Ratgeber 10).

Typische Immun-Feinde sind: Zu wenig Schlaf, zu viel Stress, zu wenig Bewegung. Aber auch ein Zuviel an Genussmitteln (Alkohol, Nikotin) oder der Kontakt mit Umweltschadstoffen (Industrie- und Autoabgase, Chemikalien, Elektrosmog usw.) und Medikamente (Antibiotika, fiebersenkende Mittel) können deutlich abwehrschwächende Folgen haben (11, 12).

Wasseranwendungen KinderSäuglingsernährung
beeinflusst die Entwicklung des Immunsystems: Ob Säuglinge mit Muttermilch gestillt werden oder Ersatznahrung erhalten, hat Auswirkungen auf das Immunsystem auch lange nach dem Abstillen. Die Folgen der Säuglingsernährung für das Immunsystem könnten erklären, warum Menschen auf Impfungen unterschiedlich reagieren oder anfälliger für Infektionen oder Autoimmunerkrankungen sind (62).

Vitamin- und Mineralstoffmangel kann eine Immunschwäche verursachen. Vor allem die Vitamine A, B6, -C, -D, -E, aber auch Magnesium, Selen, Zink, Bio-H-tin, Bioflavonoide und Arginin spielen eine Rolle (7, 58). Unter anderem weisen Studien auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin A-Mangel und schweren Masernverläufen hin.

Die WHO propagiert hochdosierte Vitamin-A-Gaben bei Vitamin-A-Mangel (70, 73). Vitamin-D-Mangel beim Säugling wird mit Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ1 in Verbindung gebracht (56).

Empfehlung: Die Mutter sollte deshalb schon in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung achten, die vor allem durch eine gesunde Ernährung gewährleistet wird.

Umwelt und Abhärtung

Feinstaub, Schimmelpilze in der Wohnung und Zigarettenrauch schaden Babys Immunsystem.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät, die Wohnung regelmäßig ausreichend zu lüften, die Raumtemperatur im Schlafzimmer des Kindes auf 18 °C zu drosseln und täglich für eine halbe bis eine Stunde mit dem Kind an die frische Luft zu gehen (19); zum Beispiel: Abhärtung des Säuglings an der frischen Luft und Wasseranwendungen (Abb 1).

Wie entwickelt sich unser Immunsystem – unsere Körperabwehr?

Der menschliche Körper verfügt von Geburt an über ein natürliches Abwehrsystem (z. B. Makrophagen). Im Gegensatz hierzu entsteht die spezifische oder erworbene Immunabwehr im Laufe des Lebens und mit Hilfe der T-Gedächtniszellen.

Unser Immunsystem:
Unser Immunsystem ist kompliziert aufgebaut und ein komplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. Seine Aufgabe ist, Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger zu verhindern, in den Körper eingedrungene Mikroorganismen und Fremdstoffe zu entfernen und fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen zu zerstören. Diese Aufgaben werden vor allem von den Abwehrzellen, den weißen Blutkörperchen im Blut (Leukozyten, Lymphozyten) wahrgenommen, die verschiedene Funktionen haben. Es gibt Fresszellen (Makrophagen), Killerzellen, verschiedene im Thymus gereifte Zellen (T-Zellen) und Antikörper produzierende Zellen (B-Zellen). Unsere Abwehrzellen werden über Botenstoffe (Interleukine, z.B.: IL-1 und IL-2) aktiviert. Ein gesundes Immunsystem ist im Gleichgewicht. T-Suppressorzellen verhindern, dass T-Helferzellen zu stark aktiviert werden.

Grob gesagt können sich bei zu wenig Aktivität (oder Immunzellen) Krankheitserreger oder Krebszellen ausbreiten, bei überschießender Aktivität kommt es zu Allergien und Autoimmunerkrankungen. Fieber bei Infektionen wirkt hier meist so, dass unsere Immunzellen Krankheitserreger und Krebszellen wieder direkt attackieren und chronische Entzündungen reduziert werden (s. Abb. 2).

Ursachen AutoimmunerkrankungenEin Infektionsschutz kann durch aktive und passive Immunisierung erzielt werden. Bei einer passiven Immunisierung werden Antikörper gespritzt.

 

Ziel ist der Sofortschutz z.B gegen Tetanus nach Exposition. Die Antikörper werden im Blut jedoch bereits nach wenigen Wochen abgebaut. Bei der aktiven Impfung wird durch die Verabreichung körperfremder Antigene eine natürliche Infektion nachgeahmt. Die Impfimmunität ist jedoch deutlich geringer als die Immunität nach Durchstehen einer Krankheit (65). Bei einer Infektion oder bei der entsprechenden Impfung kann eine antikörpervermittelte und zellvermittelte Immunität erzielt werden. Dies führt auch zu einem immunologischen Gedächtnis mit der Entwicklung von Gedächtniszellen (Memory-Zellen), die mindestens 5 Jahre leben. Es kann eine
lebenslange Immunität erreicht werden. Die Bildung von Gedächtniszellen bildet die Grundlage für die Funktionsweise einer Impfung. Gedächtniszellen verfügen über die Fähigkeit, die Oberflächenstruktur verschiedener Bakterien bzw. Viren abzuspeichern. Bei einer Zweitinfektion ist der Körper dank seiner Gedächtniszellen deshalb in der Lage, innerhalb kurzer Zeit Antikörper zu bilden (5, 65).