Bestsellerautor Dipl. Psych. Robert Betz referierte in Mosbach

 

Mosbach.  Der Bestsellerautor und Lebensberater Dipl.-Psychologe Robert Betz kam auf Einladung des Naturheilvereins Mosbach und Umgebung e. V. bereits nach 309 Tagen wieder nach Mosbach und füllte nicht nur den Großen Saal der Alten Mälzerei. Schon die Tatsache, dass auch die Empore geöffnet wurde, zeigt, wie groß das Interesse am Referenten, aber auch am gewählten Thema war, das die Zuhörer ermutigte, ihren Weg der Selbstliebe zu gehen.

Mit einem spielerischen Dialog zwischen dem Vorsitzenden Rolf Ehrle und der Beirätin Cornelia Schulz, die wiederum diesen Abend organisierte, wurde der Naturheilverein mit seinem Motto „des bewussten Lebens, der gesunden Ernährung und dem natürlichen Heilen“ vorgestellt und die Gedanken zum Thema Selbstliebe erwähnt. Betz griff diesen Einstieg auf mit einem Rückblick auf die Geschichte und seinen eigenen Lebensweg. Früher sei die Selbstliebe noch als Sünde verpönt worden und oft werde sie mit Narzissmus verwechselt. Der sich „selbstliebende Mensch“ gelte heute noch als nicht „normal“ und schere damit aus den Reihen der anderen aus, die ihm aus der eigenen Angst heraus den Rücken zudrehen.

Schon als Kind werde man zum „Normalmenschen“ erzogen, welcher zuerst fragt, was die Anderen, der Nachbar, die Eltern, der Partner usw. denken. Man lerne, den Erwartungen der Anderen zu entsprechen, sich anzupassen, weil man auf Anerkennung und Lob ausgerichtet sei, statt auf die Wünsche des Herzens zu hören.

Liebe man sich selbst oder wird man zu einem, der andere „braucht“ und laut Betz dann eine „Verbrauchergemeinschaft“ eingehe, die sich „gegenseitig verbrauche“. Dies führe dann irgendwann zu Verdruss, Frust, Krankheit oder Trennung. Aber auch wer sich selbst nicht liebe, könne die Liebe der/des Anderen nicht annehmen.

Betz wendet sich direkt an sein Publikum und stellt Fragen, wie „Was denke ich in der Tiefe über mich selbst? Konkret: Bin ich eine strahlende, mich selbst liebende Frau bzw. bin ich ein begeisterter Mann?“, „Was an dir hältst du für zutiefst liebenswert?“ und er ermutigt, sich diesen Fragen in der Stille zu stellen.

Wir alle hätten gelernt, uns zu verurteilen, uns schlecht zu machen, nicht gut mit uns umzugehen, um uns im Gesamtgefüge anzupassen. Selbstliebe sei fast etwas „Peinliches“, doch jetzt sei es an der Zeit, aus dem „Normalsein“ in ein „Glücklichsein“ zu gehen. Aus der kindlichen Abhängigkeit (körperlich, emotional, mental und finanziell) gelte es nun, sich selbst Liebe und Anerkennung zu schenken. Betz sagt deutlich, dass jeder seine „Macht“ nutzen könne, um mit dieser Energie das Beste aus seinem Leben zu machen.

So werde klar, dass die unzähligen Gedanken jedes Einzelnen Einfluss auf seine körperliche und seelische Verfassung nehmen. Das, was man über sich selbst denke, strahle man aus und ziehe Entsprechendes an. Lobe ich mich selbst, schenke ich mir selbst Liebe oder erwarte ich es von anderen, wie gehe ich mit meiner Vergangenheit um und nehme ich mein inneres Kind an die Hand? Alles Fragen, die sich der Mensch im mittleren Alter stellen solle, um zu einem glücklichen Leben mit größter Freude zu kommen. Und dies beginne schon beim morgendlichen Erwachen. Betz ermutigt, sich Zeit zu nehmen, um langsam wach zu werden. Früher sprach man ein Morgengebet, heute könne der erste Gedanke Dankbarkeit für alles um sich und für so vieles in der Welt zu sein.

Immer wieder sind es die Fragen an die 430 Zuhörer, die zum Nachdenken über das Leben anregen, wachrütteln und in die Tiefe gehen lassen. Aber auch mit einer kurzen und langen Meditation führt er in die Tiefe und jeden zu seinem inneren Kind. Betz zeigt, dass das eigene Herz der richtige Impulsgeber sei, ob sich etwas stimmig anfühle und ob man seine eigene Wahrheit lebe.

Besonders auf dem Sterbebett falle vielen Menschen auf, was sie in ihrem Leben gerne anders gemacht hätten. Die meisten bedauern, dass sie nicht den Mut hatten, ihre eigenen Wünsche zu verwirklichen oder ihre Gefühle zu äußern, dass sie zu wenig Zeit für Freunde und Familie hatten oder dass sie sich gerne mehr Freude gegönnt hätten. Robert Betz, selbst Publizist des gleichnamigen Buches „Dein Weg zur Selbstliebe“ und vieler weiterer Medien, verweist auf das Buch von Bronnie Ware „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Er ermutigt, in sich zu gehen, um herauszufinden, was man in seinem Leben wolle, statt nur zu wissen, was man nicht wolle.

 

Text und Bild: Cornelia Schulz, NHV Mosbach