„Zehn vor halb“ – unter diesem Titel etabliert sich ein regelmäßiges digitales Angebot des Deutschen Naturheilbundes für alle Mitglieder und Gesundheitsinteressierte. Einmal im Monat, Mittwochabends – eben zehn vor halb Acht Uhr, gibt es zu verschiedenen Gesundheitsthemen einen kurzen Filmbeitrag mit anschließender Möglichkeit, dem Referenten eigene Fragen zu stellen. Initiiert wurde diese Serie vom Medizinjournalisten und stellvertretendem Leiter des Wissenschaftlichen Beirats, Horst Boss. Der im schönen bayrischen Bad Tölz in eigener Praxis arbeitende Heilpraktiker ist es durch seine jahrelange Arbeit mit den Medien gewohnt, auch „Mediziner-Latein“ so herunter zu brechen, dass auch Laien komplexe Zusammenhänge verstehen. Praxisnahe Tipps, was jede/r selbst zur Erhaltung oder Wiedererlangung von Gesundheit tun kann, runden die Beiträge ab.

Alle Termine und Beiträge finden Sie auf der Webseite des Deutschen Naturheilbundes eV unter www.naturheilbund.de/online-Veranstaltungen. Alle Filmbeiträge werden nach den Veranstaltungen auch auf dem YouTube-Channel des DNB „Deutscher Naturheilbund eV“ eingestellt und können jederzeit angeschaut werden.


Nächste „zehn vor halb“-Veranstaltungen (immer Mittwochabends von 19.20 Uhr bis 19.50 Uhr)

August:                Omega-3 – das Superfood bei Herz-/Kreislauferkrankungen        18.08.21

September:       Der Darm, dein Freund                                                                                29.09.21

Oktober:             Die Mistel in der Onkologie                                                                        27.10.21


So sind Sie immer „up to date“ und verpassen keine Online-Live-Veranstaltung

Sie haben Interesse an den online-Vorträgen und möchten über aktuelle Veranstaltungen unverbindlich informiert werden? Bitte tragen Sie sich für unseren newsletter ein unter www.naturheilbund.de/up-to-date

 

Hochwertige und informative Fachvorträge zu verschiedenen gesundheitlichen Themen aus der Sicht der ganzheitlichen, naturheilkundlichen Betrachtungsweise allen Interessierten anbieten – das ist schon immer der Anspruch des Deutschen Naturheilbundes und der angeschlossenen Naturheilvereine. Waren sämtliche Vorträge bis Anfang 2020 noch Präsenzveranstaltungen, setzt der Dachverband nun auch auf digitale Formate. Bereits gestaret ist die Serie „Zehn vor halb“, bei der Heilpraktiker Horst Boss einmal im Monat, nämlich von zehn vor halb acht abends bis zehn vor acht, online-Live zu einem ausgewählten Thema refereiert und Fragen der ZuschauerInnen beantwortet.

Brandneu startet nun auch eine Serie mit Filmbeiträgen, die jederzeit über den YouTubeChannel des Deutschen Naturheilbundes abgerufen werden kann. Seit heute finden Interessierte hier viel Informatives zum Thema „Bluthochdruck natürlich senken, geht das?“ Weitere Filme folgen in Kürze.

Durch einen redaktionellen Bericht im Zaen-Ärztemagazin war der Direktor der Klinik für Naturheilkunde, Prof. Dr. André-Michael Beer, an der Klinik Blankenstein in Hattingen auf das Projekt des Deutschen Naturheilbundes aufmerksam geworden: Am Sitz der Bundesgeschäftsstelle im Schloss Bauschlott entsteht nämlich seit knapp zwei Jahren ein einmaliges historisches Archiv, dass sich zum Ziel gesetzt hat, altes naturheilkundliches Erfahrungswissen zu erhalten, indem die Inhalte digitalisiert und die Schriften durch eine fachgerechte Archivierung vor dem Verfall geschützt werden.

In den Archivbestand überführt werden konnten so Raritäten aus dem Bereich der Wasserheilkunde, wie z.B. Schriften der Wasserpioniere J.S. Hahn „Die wunderbare Heilkraft des kalten Wassers“(1898), von Prof. Oertel „Die allerneusten Wasserkuren“ (1831) und auch Schriften von Sebastian Kneipp; seltene Bände berühmter Naturheilkundler wie Alfred Brauchle, Bilz, Buchinger, Bircher- Benner und der ersten Ärztin, die naturheilkundliche Ratgeber für Frauen herausgab, Dr. Anna Fischer-Dückelmann (1911). Unter den überlassenen Werken sind auch „Naturärzte“, denn die heute noch erscheinende Fachzeitschrift, die unsere Mitglieder im Rahmen ihrer Mitgliedschaft erhalten, gibt es bereits seit 1863. In der Klinik Blankenstein werden im eigenständigen Fachbereich „Naturheilkunde“mit einer 56-Betten-Abteilung chronisch- und langzeiterkrankte Patienten behandelt, die im ambulanten Bereich keine ausreichende Besserung oder eine Verschlechterung ihrer Beschwerdenerfahren haben. Weiterhin ist der Klinik für Naturheilkunde eine Privatpraxis für Naturheilkunde angegliedert.

Seit Eröffnung der Klinik im Jahr 1997 werden erfolgreich Behandlungsmethoden der Schulmedizin und der Naturheilkunde kombiniert.

Für Klinikleiter Prof. Beer eine Selbstverständlichkeit, denn, wie er sagt: „Die klassischen Naturheilverfahren sind ein fester Bestandteil der konventionellen Medizin. Es gibt nur eine Medizin!“ Neben der Klinikleitung, Arbeit mit Patienten und Lehrtätigkeit an einer Universität widmet der rührige Mediziner sich immer wieder der Geschichte der Naturheilkunde, im Jahr 2016 mit einer bis dato einzigartigen Ausstellung, die erstmals einen breiten Überblick über die gesamten Inhalte der Naturheilkunde bis in die Moderne spannte.

Text u. Bild © Sabine Neff , DNB-Bundesgeschäftsführerin

ERSTMALS IM SOMMER: VERBANDSTREFFEN AM 14. UND 15. AUGUST 2021

Zweiter Anlauf für die Durchführung unserer DNB-Jahrestagung 2021: Nachdem der ursprüngliche Termin im März ausfallen musste, laden wir nun erstmals im Sommer zur zweitägigen DNB-Jahrestagung mit Bundesversammlung in das schöne Flair-Parkhotel Ilshofen bei Crailsheim ein.

Am Samstagvormittag ab 09.00 Uhr begrüßt unsere Präsidentin Nora Laubstein die Delegierten und Gäste zur Bundesversammlung.

Satzungsgemäß findet in unserem Verband die Versammlung „nur“ alle zwei Jahre statt und ist somit gut gefüllt mit Zahlen, Fakten, aber auch spannenden Informationen über das Verbandsgeschehen: Berichte über Projekte, wie in diesem Jahr z.B. das Historische Archiv, über die wichtige gesundheitspolitische Arbeit – das Spezialgebiet unserer Präsidentin Nora Laubstein – und „last but not least“ wichtige Geschehnisse aus den Vereinen und rund um die Vereinsarbeit.

Mit Freude stellen wir natürlich Vereinsgründer vor und auch in diesem Jahr dürfen unsere Delegierten „Neue“ in ihrer Runde begrüßen. Mit unserem Jahresmotto 2021 „Natürlich – Immun – Stark“ haben unsere Vereine ein hochaktuelles und wichtiges Themengebiet für den „Tag der Naturheilkunde“ gewählt. Am Samstagnachmittag wird Ursula Gieringer, Vize-Präsidentin mit ihrem Pilotvortrag thematisch auf das Thema einstimmen, bevor die praktische Umsetzung in den Vereinen und erstmals auch eine zusätzliche Online-Aktionstags-Variante vorgestellt wird.

Alle Vereine beschäftigt die Frage, wie in Pandemiezeiten Vereinsarbeit gelingen kann. Deshalb wird ein weiterer Schwerpunkt auf dem Austausch und Anregungen zur digitalen und modernen Vereinsführung liegen. Zusätzlich stehen Themenbeiträge auf dem Programm, wie junge Menschen für Vereine und Naturheilkunde begeistert werden können. Aus aktuellem Anlass wird in diesem Jahr am Sonntagvormittag ein Fachvortrag im Themenbereich COVID 19 stattfinden, mit anschließendem Interview und Gesprächsrunde, bevor die Tagungsteilnehmer noch die Möglichkeit bekommen, in der traditionellen Fragestunde an den Wissenschaftlichen Beirat ihre persönlichen Fragen zu stellen.

Das detaillierte Programm und die Anmeldeunterlagen können in der Bundesgeschäftsstelle angefordert werden.
Unsere Naturheilvereine und „Naturheilkunde- BeraterInnen DNB“ bekommen diese Unterlagen automatisch zugesandt.

Wir freuen uns auf das Wiedersehen oder Kennenlernen und den persönlichen Austausch mit allen TagungsteilnehmerInnen in der schönen Atmosphäre des Flair-Parkhotels.

Sabine Neff, DNB Bundesgeschäftsführerin

Foto: ©Flair-Parkhotel Ilshofen

Im nächsten Jahr:

200 Jahre erste Kaltwasserheilanstalt der Welt

Im Frühjahr 1822 begann Vinzenz Prießnitz, schlesischer Wasserheiler und Gründervater des Naturheilbundes, sein Elternhaus umzubauen, um darin mehr Platz zu haben, die Menschen zu behandeln, die seit ein paar Jahren zu dem damals erst 23-jährigen „Wasserdoktor“ pilgerten. Dabei kam es zum Abriss des alten Holzhauses, bei dem Prießnitz und genesene Patienten selbst das Material herbeischafften und Hand anlegten. In einem der unteren Räume baute Prießnitz eine große hölzerne Wanne ein, zu der eine Wasserleitung führte. Ohne diese Maßnahme einschätzen zu können, war damit die erste
medizinische Wasserheilanstalt der Welt entstanden! Natürlich gab es bereits Badeanstalten, Diese beschränkten sich
aber alle auf den diätetischen, sparsamen Gebrauch des Wassers und dienten nicht zu Heilverfahren in einer von Prießnitz angewandten Form.

Auch heute noch ist Laszne Jesenik ein bekannter Badekurort am Rande des Altvatergebirges in Tschechien und der Naturheilbund steht in gutem Kontakt und regem Austausch mit dem dortigen Sanatorium und der Priessnitz AG, zum Beispiel durch regelmäßige Gesundheitsreisen und Teilnahme an den jährlichen Prießnitz-Kongressen.
Es liegt nahe, dass auch im kommenden Jahr das Jubiläum gemeinsam gewürdigt wird.

So möchte der Deutsche Naturheilbund das kommende Jahr und insbesondere den „Tag der Naturheilkunde“ dem Jubiläum 200 Jahre moderne Hydrotherapie nach Prießnitz widmen. Länderübergreifende Veranstaltungen in Tschechien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern, die heute noch die Tradition von Vinzenz Prießnitz ehren, sind geplant.
Sabine Neff , DNB-Bundesgeschäftsführerin

Es ist jedem klar, dass ein Tumor im Gehirn die Endstation des Organismus ist. Folglich muss es einen Krankheitsweg geben, der die geniale Einrichtung des Immunsystems in Gestalt der Bluthirnschranke durchbricht. Diese letzte Instanz der Prüfung, was dem Energiesystem Mensch dienlich ist und was schädlich, welche Stoffe dem Gehirnstoffwechsel und dem Zentralnervensystem zuträglich sind und welche ihm schaden, ist eine selektiv durchlässige Schranke, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt.

Diese Schranke wird vom porenlosen Endothel der Kapillargefäße und von einem geschlossenen Mantel von Gliaausläufern um die Kapillargefäße gebildet. Dadurch werden schädliche Stoffe von den Nervenzellen ferngehalten. Dazu zählen aber nicht nur Mikroorganismen oder chemische Stoffe, sondern auch Strahlen bzw. Hoch- oder Niederfrequenzen.

Bis vor 10 Jahren war dank den Forschungen der Neuropsychologie klar, dass Hirntumore – Glioblastom, Astrozytom, Hirnödem usw. – ihre Ursache in den Beckenorganen haben und deshalb in der Ganzheitsmedizin dort auch die Therapie ansetzt. Gleichzeitig war und ist auch die Zusammenarbeit mit der Akutmedizin insofern sinnvoll, als kurzfristig hochdosiert Cortison eingesetzt werden kann, um das Tumorwachstum zu bremsen. Dadurch wird Zeit gewonnen, um an dem ursächlichen Konflikt zu arbeiten. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um verschiedene sexuelle Konflikte, eingebettet in Beziehungsprobleme und Aufopferungsthematik, die oft in die Kindheit zurückreicht. Hier offenbart sich das hermetische Gesetzt „Wie oben so unten, wie unten, so oben“, nur, dass oben nicht mehr viel Raum ist und deshalb sowohl unten wie oben die Therapie gleichzeitig einsetzt, um das Wichtigste zu erreichen: die Mitte. Hier hat die Zusammenarbeit von Akutmedizin, Naturheilkunde, Ursachenbehandlung mit Homöopathie und Konfliktlösung viel Gutes auf den Weg gebracht.

Doch das Thema der Hirntumore ist durch die fortschreitende Belastung durch Mikrowellen bzw. Mobilfunktechniken wesentlich komplexer und komplizierter geworden. Ab 1000 Mikrowatt Dauerbelastung im Privat- und Berufsleben öffnet sich die Bluthirnschranke. Das bedeutet, zusätzlich zu den möglichen Vorläuferursachen von Hirntumoren und der damit verbundenen Immunschwäche drängt sich die Frage auf, wie schnell die Bluthirnschranke wieder geschlossen werden kann? Gelangen Fremdstoffe, Erreger, Gifte und technische Strahlen ins Gehirn, kommt es zu dramatischen Veränderungen – physisch, psychisch und mental. In der Therapie bedarf es daher sowohl der Aufklärung rundum der modernen Strahlenbelastung als auch der Anregung der Patienten, einen Lebensrhythmus zu finden, der Erholungspausen zwischen den Strahlen-Belastungszeiten gestattet. Die Tatsache, dass die Hirntumorerkrankungen deutlich zunehmen und dies bei immer jüngeren Menschen, sogar bei Kindern, verlangt die Erweiterung der ganzheitlichen Behandlung um Strategien, die Öffnung der Bluthirnschranke zu verhindern. Das wiederum bedeutet, dass im Falle der Hirntumore über eine ganzheitliche Ursachenbehandlung hinaus auch der Umgang mit Hochfrequenz- und Niederfrequenzfeldern, Mikrowellenbelastung sowie das Phänomen der I-Phone-Sucht einbezogen werden muss. Es geht dabei nicht um Ja oder Nein zur modernen Technologie, sondern um den Einsatz des gesunden Menschenverstandes. Wie die Praxis zeigt, ist das die größere Herausforderung in der Behandlung von Hirntumoren.

Zur Autorin:

Dr. phil. Rosina Sonnenschmidt ist eine international gefragte Homöopathin, Heilpraktikerin und Autorin von über 50 Büchern. Als erste Frau wurde sie zum Ehrenmitglied der Japanischen Kaiserlichen Homöopathie- und Medizingesellschaft (JHMA) ernannt und reist regelmäßig nach Japan.

Beim Deutschen Naturheilbund engagiert sich Rosina Sonnenschmidt im Wissenschaftlichen Beirat und als Dozentin in der Ausbildung „Naturheilkundeberater DNB“

Foto: pixaby

Zu Lebzeiten unseres Gründervaters, des schlesischen Wasserheilers Vinzenz Prießnitz, mussten Ratsuchende sich auf die beschwerliche Reise an den Gräfenberg (im heutigen Tschechien) begeben, um Hilfe für ihre Gesundheit zu bekommen. Heute, im Frühsommer des Jahres 2021, stünden uns zwar eigentlich moderne Verkehrsmittel zur Verfügung, um an fast jeden Ort bequem und schnell zu kommen, doch die aktuelle Situation zwingt uns dazu, nochmals eins drauf zu setzen:

Kommunikation und Wissensvermittlung durch das Internet.

So startete Mitte April der neue Lehrgang „Naturheilkunde-BeraterIn DNB“ situationsbedingt als online Veranstaltungswochenende. Sehr zum Bedauern von TeilnehmerInnen und DozentInnen, denn, so sind sich alle einig, das persönliche Treffen ist durch nichts zu ersetzen. „Oft ist es mir bei Fortbildungen schon so ergangen, dass der Austausch mit den TeilnehmerInnen am Rande mindestens genauso interessant und bewegend war, wie das eigentliche Kursprogramm“ meinte auch Vize-Präsidentin Ursula Gieringer zu Beginn des Unterrichts und versprach den online-TeilnehmerInnen spontan, bei einem der nächsten Kursbausteine, die hoffentlich wieder in Präsenz statt finden können, extra aus Heidelberg anzureisen, um die KursteilnehmerInnen dann doch noch persönlich kennenzulernen. Über Microsoft Teams verfolgten die TeilnehmerInnen gespannt den Ausführungen Ursula Gieringers, die als Studienleiterin der Akademie für Ganzheitsmedizin in Heidelberg und mehreren Fachausbildungen über ein breites Wissensspektrum verfügt. So standen bei ihr u.a. die Phytotherapie mit Wildkräutern, die Schüssler-Salze, Bachblüten und orthomolekulare Medizin auf dem Unterrichtsprogramm.

Besonders hilfreich und wertvoll in der heutigen Situation empfanden die TeilnehmerInnen am Sonntagmorgen Ursula Gieringers Ausführungen zur Posititven Psychotherapie nach Dr. Nawid Peseschkian. Hierbei handelt es sich um ein einfach zu praktizierendes Konzept zur Konfliktverarbeitung und zur Selbsthilfe, anwendbar auch in der Beratungspraxis unserer „Naturheilkunde-BeraterInnen DNB“.

Wer unseren temperamentvollen ärztlichen Leiter der Ausbildung, den naturheilkundlichen Vollblutmediziner Gert Dorschner kennt, kann sich vorstellen, wie schwer es ihm gefallen ist, ruhig vor dem Laptop zu sitzen und seinen Unterricht vor dem Bildschirm zu halten, anstatt in echter Resonanz mit den TeilnehmerInnen zu stehen. Doch auch er zog die TeilnehmerInnen in seinen Bann und referierte gewohnt lebhaft zur Geschichte der Naturheilkunde: Waren in den Ursprüngen Medizin und Religion eins (Spirituelle/Schamanistische Medizin), galt die Medizin bis zur Aufklärung als Geisteswissenschaft („ars medicinae“). Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Trennung in eine sog. „wissenschaftliche Schulmedizin“ und „naturheilkundliche Erfahrungsheilkunde“: Rudolf Virchow begründete 1845 die „Zellularpathologie“ und löste damit die seit der Antike geltende „Humoralpathologie“ ab. Fortan zählte nicht mehr die Erfahrung, die ein Arzt bei seinen Patienten gemacht hatte, sondern nur noch die „Wissenschaftlichkeit“, also das, was man messen und wägen kann. Der Mensch wurde auf die Funktionen reduziert – die mentalen Einflüsse von Seele und Geist wurden nicht mehr akzeptiert, so Dorschner.

Bewegung in die Gruppe brachte am Sonntagnachmittag der Pforzheimer Faszientherapeut Daniel Otmar, dessen Unterricht weit über die angekündigten Grundlagen der Faszientherapie herausreichte. Wer denkt schon spontan daran, dass die Ausstrahlungen von z.B. Triggerpunkten Schmerzen an einer ganz anderen Körperstelle ausstrahlen? Aufstehen, tasten und in den Körper hineinspüren und verschiedene Bewegungsübungen gehörten ebenso zum online-Unterricht wie individuelle Beantwortung von Fragen und ein Blick auf Narben als Störfelder. So endete am späten Sonntagnachmittag Kursteil 1 mit dem technischen Hinweis, dass die TeilnehmerInnen Aufzeichnungen des gesamten Unterricht zur Verfügung gestellt bekommen und diesen je nach Lust und Laune nochmal ansehen können. Wenigstens ein kleines Bonbon im Wertmutstropfen Online statt Präsenz.

Sabine Neff , DNB- Bundesgeschäftsführerin 

Bild: © Deutscher Naturheilbund eV

Nachdem bereits im vergangenen Jahr sämtliche Präsenzsitzungen des Präsidiums abgesagt werden mussten, konnte man sich Mitte März im Schloss Bauschlott zur erweiterten Präsidiumssitzung treffen. Was auch Zeit wurde, es standen viele Entscheidungen und Weichenstellungen für den Verband an. Nachstehend für unsere Mitglieder einige wichtige Ergebnisse der Sitzung:

Wechsel im Vorstand: Neubesetzung der Schriftführung

Nachdem Schriftführerin Cornelia Bornhäußer zum Ende des Jahres 2020 ihr Amt als Schriftführerin aus Zeitgründen niedergelegt hatte, wurde nun einstimmig die Vorsitzende des NHV Wannweil e.V., Christine Hack, vom Vorstand als Nachfolgerin berufen. Auf der Bundesversammlung im August in Ilshofen soll dann offiziell die Stabübergabe mit einem Dank an die bisherige Schriftführerin und Bestätigung der neuen Aktiven erfolgen.

Präsidium um drei Mitglieder erweitert

Durch die Tatsache, dass Präsidiumsmitglied Manfred van Treek nun Kraft seines Amtes als Leiter des Wissenschaftlichen Beirats im Präsidium ist, war aktuell ein Platz im Präsidium unbesetzt. Da es jedoch an Aufgaben und Projekten nie mangelt und sich drei KandidatInnen fanden, beschloss der Vorstand, die Anzahl der Präsidiumsmitglieder zu erhöhen und berief Dr. Rosina Sonnenschmidt, Gert Dorschner und Horst Boss in das Präsidium. Auch diese drei werden auf der Bundes-versammlung den Delegierten zur Bestätigung im Amt vorgestellt.

Berufung von Dr. Katharina Madrid in den Wissenschaftlichen Beirat

Dem Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats, Dr. Katharina Madrid aufzunehmen, stimmte der Vorstand mit einer Enthaltung zu. Dr. Madrid hatte sich bereits im Herbst vorgestellt und insbesondere mit ihrer Fachkenntnis im Bereich  Umwelt, Agrar- und Landwirtschaft überzeugt. Besonders am Herzen liegt Dr. Madrid die „Aktion Natürliche Medizin in  den Tropen“ und die Heilpflanze Artemisia annua.

Verbandseinhefter DNB-Impulse –Zurück zur alten Form

Nach rund fünf Jahren kehrt der Verband zurück zum monatlichen Vierseiter, eingeheftet im „Naturarzt“. Auch darüber herrschte Einvernehmen, war doch die Nachfrage nach der sechszehnseitigen Ausgabe weit hinter den Erwartungen geblieben und der finanzielle Aufwand in diesen schwierigen Zeiten nicht mehr zu rechtfertigen. Durch die gute Zusammen- arbeit und Verbundenheit mit Access- Verlag und „Naturarzt“ ist nach wie vor die wichtigste Informationsquelle für unsere Mitglieder gegeben und digitale Angebote werden diese erweitern.

Projektarbeit in der Bundesgeschäftsstelle

Derzeit wird in der Bundesgeschäftsstelle mit Hochdruck an digitalen Angeboten gearbeitet, um den Mitgliedern und TeilnehmerInnen der DNB-Berater-Ausbildung ersatzweise Online-Angebote machen zu können. Darüber berichtete Bundesgeschäftsführerin Sabine Neff den Sitzungsteilnehmern, die die Bildung eines Online-Teams anregten. Spontan bereit zur Mitarbeit zeigte sich das neue Präsidiumsmitglied Horst Boss – mittlerweile fand bereits der erste Zoom-Live-Vortrag zum Vitamin D unter seiner Leitung statt und weitere Angebote werden folgen. Situationsbedingt werden auch Unterrichtseinheiten der DNB-Berater-Ausbildung derzeit online durchgeführt. „Lieber gemeinsam online als ganz allein“,  wie wohl scherzhaft eine Lehrgangsteilnehmerin meinte. Historisches Archiv ist online. Besondere Wertschätzung bei allen TeilnehmerInnen der Sitzung fand der Bericht zur Entwicklung des historischen Archivs. Mittlerweile sind rund 100 Bände mit naturheilkundlichem Wissen seit Beginn des 19. Jahrhunderts erfasst und abrufbar über eine online-Suchfunktion auf der Webseite des Verbandes. Ziel ist es, so die geschichtliche Entwicklung der Naturheilverfahren für die Nachwelt zu er- halten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Jubiläum 200 Jahre Kaltwasserheilkunde nach Vinzenz Prießnitz

1822 eröffnete der Gründervater unseres Naturheilbundes, der schlesische Wasserheiler Vinzenz Prießnitz, in seinem Elternhaus die erste Wasserheilanstalt der Welt, indem er mithilfe von Wasserzuleitungen seinen Patienten Wannenbäder ermöglichte. Dieses Jubiläum soll im kommenden Jahr entsprechend gewürdigt werden. Hierfür soll ein Organisationsteam gebildet werden, hieran Interessierte können sich bei der Bundesgeschäftsführerin Sabine Neff melden. Mit dem Wunsch, sich schon bald wieder im Sommer, gemeinsam mit den Vereinsvorständen und Aktiven zu treffen, nämlich auf der Jahres- tagung mit Bundesversammlung am 14. und 15. August im schönen Flair-Parkhotel in Ilshofen, verabschiedete Präsidentin Nora Laubstein die TeilnehmerInnen am Abend des Sitzungstages.

Sabine Neff, DNB-Bundesgeschäftsführerin

Bild ©Deutscher Naturheilbund eV