FEINBILD „ERREGER“
Im 18.Jh. entstand ein neues Forschungsgebiet: die Mikro-Biologie. Das verdanken wir den immer besseren Vergrößerungsgläsern, die eine völlig neue Welt des Kleinen, Winzigen, die „Mikrowelt“ sichtbar machten und das Gerät dazu nannte man „Mikroskop“. Man entdeckte im menschlichen Körper nicht nur Substanzen, aus denen wir gebaut sind, sondern auch Mikroben, die krankmachen. Das war ein „Hit“, denn bis dahin suchte man bei Seuchen immer einen Schuldigen: der Mensch hat gesündigt und wird deshalb von (einem) Gott mit einer Seuche bestraft. Die Forschungen von Louis Pasteur (1822 – 1895), Chemiker und Physiker, halfen, diesen unseligen Aberglauben abzuschaffen. Er legte den Grundstein zu dem Siegeszug der „Vorbeugung von Infektionskrankheiten“, die in der Entwicklung von Impfstoffen gipfelte. Pasteur richtete seinen Fokus auf den Erreger und betrachtete ihn als Feind, der vernichtet werden muss. Diese Sichtweise erschuf die Akutmedizin; sie hat Impfstoffe und Medikamente erfunden, die AKUT helfen und Leben retten können. Aber das ist nur die Hälfte der Heilkunde, auf der unsere Kultur aufbaut.

FREUNDBILD „WIRT“
Zur selben Zeit von Pasteur entstand eine weitere Erkenntnis der Mikrobiologie durch den Arzt Antoine Béchamp (1816-1908). Von ihm stammt die berühmte Erkenntnis „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“ Dieser geniale Arzt und Pharmazeut entdeckte ebenfalls Erreger, aber nicht nur die Aktuelles aus der Natur für Jugendliche krankmachenden, sondern die positive Leistung von Bakterien. Ihn interessierte, wo die Mikroben im menschlichen Körper andocken und warum sie bei dem einen krank machen, bei dem anderen Menschen nicht. Er begriff: Das Milieu, das Lebensumfeld innen im Körper und außen, wo und wie der Mensch lebt, ist entscheidend. Er erkannte z.B. in den Schleimhäuten und vor allem in der Darmflora, dass es eine gesunde Überzahl sauerstoffabhängiger (aerobe) Bakterien und Mikroorganismen gibt und eine kleinere Zahl von sauerstoffunabhängigen (anaeroben) Bakterien. Die geniale Erkenntnis war, dass Bakterien bei einer Infektion Substanz, z.B. Schleim oder Ablagerungen aufbauen und abbauen können. Ein Virus hingegen kann nur Substanz aufbauen und benötigt aerobe Bakterien, um Schleim & CO abzubauen. Béchamp hat deshalb kein Feindbild in den Mikroben gesehen, sondern hat den Fokus auf den „Wirt“, den Menschen gerichtet. Darum hat er bei Epidemien das Immunsystem des
Menschen gestärkt, damit es dem Erreger ungemütlich wird. Jetzt weißt du, warum bei demselben Virus die einen krank werden und die anderen nicht. Im nächsten Teil erkläre ich dann, wie dein bester Freund, dein Immunsystem funktioniert und was du tun kannst, damit es stark bleibt.

Dr. Rosina Sonnenschmidt ist international renommierte Homöopathin und Autorin von über 50 Fachbüchern. www.inroso.com