Hohe Lichtschutzfaktoren schädigen Haut und Gesundheit. Eine Sonnencreme auf mineralischer Basis ist eine sichere Alternative

von Roland Dengler

Foto: creativ collection

Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktoren versprechen sicheren Schutz. Dass sie auch eine große Belastung für die Haut sind, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Um einen Faktor von 50, 60, 80 oder gar 100 (sogenannte Sun-Blocker) zu erreichen, mischt die Industrie Lichtschutzsubstanzen mit hautreizenden Emulgatoren auf der Basis von Polyethylenglycolen (PEG), Stabilisatoren, Silikonölen, Konservierungsmitteln, antimikrobiellen Komponenten, Verdickungsmitteln und Duftstoffen. Viele dieses Stoffe schädigen die Gesundheit: PEG etwa gilt als krebserzeugend, erbgut- und fruchtschädigend, Silikone schaden Haut und Umwelt, Konservierungsmittel und Duftstoffe können Allergien auslösen.

Die Höhe der Schutzwirkung drückt sich im Lichtschutzfaktor (LSF) aus. Er gibt an, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne dass Schäden entstehen. Denn jede Haut hat eine gewisse Eigenschutzzeit, bevor sie reagiert und ein Sonnenbrand entsteht. Sie beträgt durchschnittlich 20 Minuten. Lichtschutzfaktor 12 bedeutet also 12 mal 20 Minuten gleich 240 Minuten oder 4 Stunden.

Hohe Schutzfaktoren sind „in“, sie suggerieren Sicherheit. Laut Krebsliga Schweiz kann jedoch bereits mit einem niedrigen Lichtschutzfaktor 15 ein hoher Anteil (90 Prozent) der UV-B-Strahlen herausgefiltert werden. Mit LSF 20 hat man bereits einen 95prozentigen Schutz. Das lässt sich auch mit einem guten mineralischen Sonnenschutz erreichen.

Nie mehr Mallorca-Akne

Denn für die eigentliche Sonnenschutzwirkung wichtig sind die Filtersubstanzen, auch UV-Absorber oder UV-Filter genannt. Hier muss man zwischen chemischen und mineralischen Filtern unterscheiden: Chemische Filter dringen in die Haut ein, nehmen dort die energiereiche UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um. Das führt häufig zu einem Hitzestau in der Haut. Sie gelten zudem als allergienauslösend (Mallorca-Akne); fast alle stehen im Verdacht, zellschädigend zu wirken und fototoxische Reaktionen auszulösen.

Mineralischer Sonnenschutz hingegen reflektiert das Licht an der Hautoberfläche mittels sogenannter Deckpigmente: Titaniumoxid, ein natürlich vorkommendes Metall, für den UV-B Schutz, Zinkoxid, ein weißes, schwach alkalisch wirkendes geruchloses Pulver für den UV-A Schutz. Beide Stoffe werden im Naturkosmetikbereich eingesetzt. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie oft sehr stark „weißeln“ und die Haut nach dem Auftragen eher gebleicht und klebrig ist, anstatt ein gutes Hautgefühl zu erzeugen.

Einige wenige Naturkosmetikhersteller haben es geschafft einen Sonnenschutz zu entwickeln, der schützt und pflegt, nicht weißelt und sich ohne Probleme auftragen lässt. Wenn die Haut nach dem Sonnen eine frische, pflanzliche Pflege erhält, ist der Genuss perfekt.

Roland Dengler ist Spezialist für frische Hautpflegeprodukte.