Trinkwasser ist nicht gleich Trinkwasser, wie eine Studie mit kultivierten Zellkulturen zeigt. Manche Wässer haben ein antioxidatives Potenzial und können Wundheilung und primäre Keimabwehr fördern.

Von Prof. Dr. rer. nat. Peter C. Dartsch; Foto: creativ collection

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel für den Menschen und die meisten Tiere. Etwa 70 bis 80 Prozent unseres Körpers bestehen daraus. Insgesamt verlieren wir pro Tag zwei Liter Flüssigkeit – auch ohne viel Bewegung. Unser Körper kann Wasser nicht speichern und braucht daher ständig Nachschub. Nehmen wir zu wenig Flüssigkeit auf, ist der Stoffwechsel gestört und unsere körperliche wie geistige Leistungsfähigkeit lässt nach. Als Urin schwemmt Wasser Schadstoffe aus, als Schweiß kühlt es durch Verdunstungskälte unseren Körper.

Gerade seine ungewöhnlichen Eigenschaften machen Wasser zu einem zentralen Element des Lebens: Einerseits kann es durch seine polare Struktur viele Stoffe lösen und ist dadurch ein universelles Lösemittel; andererseits kann es durch seine eigene stabile Struktur (Oberflächenspannung) auch andere Stoffe stabilisieren, etwa Proteine oder Nukleinsäuren.

Fragestellung

Kann es lebendiges und totes Wasser geben und kann man – unabhängig von der chemischen Analyse und den im Wasser enthaltenen Mineralstoffen – auch unterschiedliche biologische Wirkungen auf zellulärer Ebene beobachten und nachweisen? Das haben wir in den letzten zwei Jahren mit schulmedizinischen und wissenschaftlich anerkannten Methoden untersucht.

Untersuchte Wässer

Die von uns untersuchten Wässer lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Einmal fertig abgefüllte und drucklos (artesisch) aufsteigende Quellwässer, die durch ihren Fluss durch die verschiedenen Gesteinsschichten mit Informationen angereichert wurden und als biologisch aktive Wässer wieder an der Erdoberfläche austreten. Diese wurden im direkten Vergleich zu einem Stillen Wasser eines Discounters getestet.

Dann zum zweiten lokal vorhandenes Leitungswasser im direkten Vergleich zu dem gleichen Leitungswasser, welches durch völlig unterschiedliche innovative technische Verfahren nachträglich belebt bzw. informiert wurde. Bei diesen Wässern war es uns außerordentlich wichtig, die Proben bereits in verblindeter Form zu bekommen und erst nach Durchführung der Untersuchungen und Freigabe des Schlüssels die Ergebnisse den jeweiligen Proben zuzuordnen.

Testkonzentrationen

Bei den Tests haben wir die untersuchten Wässer nicht pur, sondern in verschiedenen Konzentrationen verwendet. Die maximale Konzentration der getesteten Wässer betrug bei den Versuchen maximal 50 Volumenprozent. Übertragen auf den menschlichen Körper entspricht eine Trinkmenge von 1,5 Litern täglich nur etwa drei Prozent des Körperwassers. Aber die tägliche und regelmäßige Aufnahme bestimmter Wässer erhöht auch den Anteil am Körperwasser. Dies rechtfertigt unserer Meinung auch die auf den ersten Blick hohen Testkonzentrationen.

Antioxidative Wirkung

Freie Radikale werden als natürliche Stoffwechselprodukte permanent in unserem Körper produziert und erfüllen grundsätzlich wichtige Aufgaben bei der zellulären Signalübermittlung. Umweltbelastungen, Ernährungsmängel, körperlicher oder seelischer Stress, aber auch Medikamente, Verletzungen und Entzündungen können zu einer unkontrollierten Überproduktion der Radikale führen. Übersteigt die Aufnahme oder Bildung freier Radikale deren körpereigene Entgiftung durch spezifische Enzyme, so spricht man von „oxidativem Stress“. Dadurch können wichtige Biomoleküle im Körper angegriffen und in der Folge Stoffwechselfunktionen gehemmt und sogar Gewebe zerstört werden.

Mit dem einzigen zellfreien Test dieser Studie wurde untersucht, ob die Wässer in der Lage sind, solche freien Sauerstoffradikale zu inaktivieren und so einem oxidativen Stress vorzubeugen. Wie in Abbildung A (s. nächste Seite) dargestellt, zeigten die drei Quellwässer eine dosisabhängig zunehmende anti-oxidative Wirkung im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle und waren bestens in der Lage, die freien Radikale im Reaktionsgemisch zu neutralisieren. Das nachträglich informierte Leitungswasser konnte hier in seiner antioxidativen Effizienz nicht ganz mithalten (Abb. B). Enttäuschend das handelsübliche Stille Wasser aus dem Discounter; hier war überhaupt kein antioxidativer Effekt messbar (Abb. C).

Wirkung auf die Zellregeneration

Bei zellregenerativen und Wundheilungsprozessen soll die Funktionsfähigkeit eines geschädigten Gewebes wieder hergestellt werden. Ging hier eine Verletzung voraus, so kann in der Granulationsphase durch Einwanderung und Teilung des in dem betreffenden Gewebe vorherrschenden Zelltyps eine Defektauffüllung und Festigung des Gewebes erreicht werden. Speziell diese Phase wurde in dem hier verwendeten Testsystem simuliert.

Die Ergebnisse zeigen ein ähnliches Bild wie bei der antioxidativen Wirkung: Während das stille Wasser keinen Einfluss auf die Zellregeneration im Vergleich zur -unbehandelten Kontrolle hatte, zeigten die Quellwässer sowie die nachträglich informierten Leitungswässer eine dosisabhängige Zunahme um bis zu 25 Prozent. Durch die stimulierende Wirkung sowohl auf die Proliferation (Teilung) als auch auf die Migration (Wanderung) der Bindegewebszellen können bei regelmäßiger Einnahme die zellregenerativen Prozesse im Organismus gefördert werden.

Erreger werden bekämpft

Fresszellen sind in der Lage, ins Blut eingedrungene Keime zu erkennen, zu umschließen und durch die Bildung von Sauerstoffradikalen abzutöten. Danach werden diese abgetöteten Keime „aufgefressen“. Außerhalb eines lebendigen Organismus lassen sich Fresszellen durch die Differenzierung von humanen Promyelozyten (HL60 Zellen) zu funktionalen Neutrophilen erzeugen. Die stimulierende Wirkung auf den Zellstoffwechsel dieser funktionalen Neutrophilen war im Falle der Quellwässer und der nachträglich informierten Leitungswässer sehr ausgeprägt. Beim Stillen Wasser des Discounters wiederum zeigte sich kein statistisch signifikanter Effekt.

Schlussfolgerung

Auch wenn hier nur ein Teil der bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse zu den förderlichen Wirkeffekten von Wässern verschiedener Herkunft dargestellt wurde, zeichnet sich doch deutlich ab, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Überraschenderweise sind die Wirkunterschiede zwischen (artesischen) Quellwässern und nachträglich informiertem Leitungswasser geringer als vor Beginn der Untersuchungen zu vermuten war. Neben der Wasserqualität ist aber auch die tägliche Aufnahmemenge von 1,5 Litern von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.

 

Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter C. Dartsch ist -Diplom-Biochemiker, habilitierter Humanphysiologe, Arbeits- und Umwelttoxikologe. Sein Unternehmen, die Dartsch Scientific GmbH, befasst sich mit tierversuchsfreien zellbiologischen Testsystemen im Bereich der präklinischen Forschung. www.dartschscientific.com

Eine ausführliche Version dieses Artikels wurde in der Zeitschrift CO.med Ausgabe 1/2019 erstveröffentlicht.