Du kennst Angst und deshalb bist du ein gesunder Mensch. Denn nur ein Gesunder kann Gefahren einschätzen. Die Angst gehört zu den menschlichen Fähigkeiten, das Leben zu meistern. Wovor wir Angst haben, lernen wir schon als Kinder.

Und da wird es nun spannend!

Das Wort Angst kommt von Enge. Das bedeutet: du stehst z.B. an der roten Ampel, viele Autos fahren hin und her. Du hast gelernt: Rote Ampel – stehen, grüne Ampel gehen. Du rennst nicht bei Rot über die Straße, weil du die Gefahr einschätzt, nicht heil drüben anzukommen. Dazu passiert etwas unbewusst: Dein Geist konzentriert sich, bündelt die Gedankenkraft auf dein Wissen: „bei Grün ist keine Gefahr. Ich muss nur warten“. Dieses Warten ist das Geheimnis der Klugheit. Das hast du gelernt und kannst dieses Wissen an jeder roten Ampel einsetzen, weil du die Lösung kennst: bei Grün gehen.

Nun gibt es aber auch Ängste, die wir lernen, besser, von anderen vermittelt bekommen, die aber keine Lösung bieten. Hier mal ein Beispiel: Ich habe als Dreijährige keinen Kindergarten gekannt. Mutter arbeitete, Oma auch. Oma brachte mich jeden Tag, auch im Winter auf den Friedhof. Dort konnte ich spielen, bis die Oma mich am Nachmittag wieder abholte. Ich lernte keine Angst vor Friedhof, keine Angst vor Dämmerung oder Dunkelheit kennen. Die Lösung war immer: Oma bringt mich auf den „Spielplatz“, Oma holt mich wieder ab. Fertig! In den folgenden 70 Jahren bin ich zahllosen Menschen begegnet, die „Angst vor Friedhof, Angst vor Dunkelheit, Angst vor Spinnen, schwarzen Männern, Krankheit, Weltuntergang usw.“ haben, ohne irgendeine konkrete Erfahrung. Eine endlose Liste von Vermutungen, dass da etwas Gefährliches passieren könnte. Wohlgemerkt: hier geht es um eingetrichterte Ängste ohne Erfahrung, denn Erfahrung ist die Lösung. Also: Wenn dir Aktuelles aus der Natur für Jugendliche jemand ein Angstgebilde nennt, vor dem du dich in Acht nehmen sollst, dann frag: „Und was ist die Lösung? Welche Erfahrung soll ich machen?“ Du wirst sehen: 90% der Erwachsenen wissen darauf keine Antwort, weil sie selber solche Ängste von anderen einfach übernommen haben und sie weitergeben. Dadurch schwindet immer mehr der Mut zur eigenen Erfahrung.

Nimm eine Herausforderung an, um zu wachsen, zu reifen, einen eigenen Standpunkt einzunehmen. Es gibt nämlich ein Naturgesetz: In was du Energie eingibst, das vermehrst du.

Willst du eigene Erfahrungen machen, selber prüfen, was Gefahren sind und was nicht, dann vermehrst du deine positiven Kräfte und meisterst dein Leben, überwindest Krisen. Übernimmst du vorgekaute Urteile, Meinungen, Ängste, vermehrst du diese schwächenden Energien und traust dich bald nicht mehr aus dem Haus. Das ist nicht intelligent und macht auch nicht lebensstark. Du hast die Wahl. Prüf mal deine Ängste, welche du als sinnvoll empfindest und welche du loslassen kannst, weil sie keine Lösung bieten.

Dadurch wächst du über dich hinaus! Nächstes Mal schauen wir uns die Furcht an, wie du „geparkte Ängste“ wieder los wirst.

Dr. Rosina Sonnenschmidt ist international
renommierte Homöopathin und Autorin von
über 50 Fachbüchern. www.inroso.com

 

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