Die gelbe Entgiftungspflanze regt den Stoffwechsel an und stärkt die Aktivität der Leber.

VON BÄRBEL TSCHECH, Foto: creativ collection

Auch wenn wir uns im Gegensatz zu vielen Vierbeinern keinen Winterschlaf gönnen, ist unser Stoffwechsel in der dunklen Jahreszeit erlahmt: Wir sind dann weniger aktiv, schlafen mehr, und die meisten von uns haben sich ein paar Speck-Pölsterchen angefuttert. Die Leber, unser zentrales Stoffwechselorgan, wird in den Wintermonaten gleich mehrfach belastet: Zum einen durch die tendenziell kalorien-, eiweiß- und fettreichere Nahrung, zum anderen durch die verminderte Vitamin-B- und C-Zufuhr. Das hat zur Folge, dass giftige Stoffwechselprodukte verzögert ausgeschieden werden.

Universal-Entgiftungspflanze

Gelb war für unsere Vorfahren die Farbe der Leber. Ist es Zufall, dass so viele Frühjahrsblüher gelb sind und sich tatsächlich als Leberpflanzen erwiesen haben? Das beste Beispiel ist der Löwenzahn. In der Erfahrungsheilkunde gilt er als stoffwechselanregende Universal-Entgiftungspflanze: Eine Pflanze, die auch an belasteten Standorten gedeihen kann und offensichtlich resistent gegen die verschiedensten Problemstoffe ist, muss einfach ungeheure Widerstandkräfte haben, die auch dem Menschen nützlich sein können. Außerdem ist der Löwenzahn außerordentlich vital und anpassungsfähig. Zerteilt man den Wurzelstock längs und pflanzt einen Teil an einen Ort mit völlig anderen Lebensbedingungen an, etwa im Gebirge, passt sich diese Pflanze innerhalb kürzester Zeit an – allerdings unter sichtbarer Veränderung ihrer Gestalt.

Heute weiß man, dass der gelb blühende Löwenzahn tatsächlich die Leber und den Stoffwechsel anregt, gleichzeitig aber auch die Harnausscheidung. Die frischen grünen Blätter eignen sich gut zur blutreinigenden Frühjahrskur. Man kann sie als Salat zubereiten oder in Form von Pflanzen-Presssaft zu sich nehmen.

Die Stoffwechsel-Anregung ist es, die den Löwenzahn auch bei erhöhten Anforderungen an das Lymph- und Immunsystem wertvoll macht, etwa bei Infektionen und Entzündungen. Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist daher Bestandteil vieler homöopathischer Lymph- und Lebermittel, die bei Frühjahrskuren häufig zum Einsatz kommen.

Unterstützung für Leber, Lymphe und Nieren

Im Rahmen von Ausleitungskuren werden meist homöopathische Lymph-, Leber- und Nierenmittel miteinander kombiniert:

  1. Durch die Aktivierung des Lymphflusses können Ablagerungen besser aus dem Gewebe abtransportiert werden. Homöopathische Lymphmittel mit Löwenzahn sind dafür geeignet.
  2. Lebermittel stimulieren das Entgiftungs- und Stoffwechselzentrum. Dafür sind Bitterstoffe ideal – -beispielsweise gewonnen aus Bitterholz (Quassia amara). Sie unterstützen gleichzeitig die Verdauung.
  3. Nun müssen die Ablagerungen, die durch die Leber abgebaut wurden, auch noch ausgeschieden werden – das machen unsere Nieren. Die Nierenfunktion anregen können Arzneimittel
    mit Juniperus (Wacholder).

Es hat sich bewährt, Lymph-, Leber- und Nierenmittel zusammen über einen Zeitraum von mehreren Wochen regelmäßig einzunehmen. Am besten gibt man die gesamte Tagesdosis morgens in eine große Wasserflasche und trinkt sie über den Tag verteilt aus.

Bärbel Tschech ist Diplom-Biologin und Fachreferentin Medizinische Wissenschaft bei Pascoe Naturmedizin.