Wir verbrauchen jährlich tonnenweise Waschmittel, die dann unsere Gewässer und letztlich unsere Gesundheit belasten. Zeit, etwas zu ändern.

VON ELKE WÖRFEL

Laut Statistik des Umweltbundesamtes gelangen jedes Jahr viele Tonnen belastende Stoffe ins Wasser – und zwar unter anderem von privaten Haushalten. Pro Jahr sind das circa 1,3 Millionen Tonnen Wasch-, Spül und Reinigungsmittel und Weichspüler. Das ist nur der private Verbrauch in Deutschland. Man kann sich vorstellen, was da weltweit zusammen kommt!

Wasser ist eine kostbare Ressource, die Mutter Erde uns zur Verfügung stellt. Nur circa ein Prozent der gesamten Süßwasservorräte der Erde befinden sich in Flüssen, Seen, Bächen und Brunnen. Dies steht uns mit dem Grundwasser zusammen als Trinkwasser zur Verfügung.

Deshalb sollte das oberste Gebot sein, mit unserem Wasser achtsam und behutsam umzugehen. Jeder Mensch kann dafür Verantwortung übernehmen. Viele rasen jedoch durch die Supermärkte und füllen in Windeseile ihre Einkaufwagen mit umweltschädlichen und gesundheitsbelastenden Produkten – aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder weil sie es nicht besser wissen. Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel belasten unser Wasser, weil die Inhaltsstoffe in den Kläranlagen nicht alle entfernt werden können. Sie enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, wie etwa Phosphatersatzstoffe, optische Aufheller, Silicone, Paraffine, Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe. Sie alle sind häufig schwer oder nicht vollständig im Wasser abbaubar.

Bleichmittel greifen meistens das Gewebe an und belasten sinnlos die Gewässer. Füllstoffe, die die Rieselfähigkeit bei Pulverwaschmitteln erhalten, können den Salzgehalt der Abwässer erhöhen. Gerüststoffe, Enzyme und optische Aufheller in Waschmitteln wirken wie Phosphate und viele Phosphatersatzstoffe belastend. Eine zentrale Belas-tung sind die chemisch technisch hergestellten Tenside – das sind waschaktive Substanzen – in den Wasch- und Reinigungsmitteln, aber auch in Körperpflegeprodukten. Es gibt circa 2500 davon!

Inzwischen gibt es auch eine Reihe ökologischer Produkte, die häufig auf Seifenbasis hergestellt werden. Seife ist eine Lauge, aber auch Seife belastet das Wasser. Deshalb ist auch hier eine sparsame Anwendung oberstes Gebot.

Die Werbung gaukelt uns strahlend weiße Wäsche vor und viele wollen das so. Die wenigsten denken dabei an die fatalen Auswirkungen auf unser Wasser und ihre Gesundheit.

Deshalb: Helfen Sie mit, das Wasser zu entlasten, damit auch unsere Kinder noch sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben.

  •  Gehen Sie sparsam mit Wasch- und -Reinigungsmitteln um.
  •  Waschen Sie nicht unnötig und zu häufig.
  •  Kleine Flecken können auch mal von Hand ausgewaschen werden.
  • Korrigieren Sie beim Einkaufen zum Wohle der Natur, des Wassers und Ihrer Gesundheit:
    Verwenden Sie möglichst keine -giftigen Körperpflegeprodukte, –
    keine giftigen Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel, -keine Chemikalien, wie Abflussreiniger, Duftsteine im WC, scharfe WC- und Sanitärreiniger.

Werden Sie aktiv, entscheiden Sie sich für die Natur! Informieren Sie sich über alternative Produkte für Ihren Haushalt, zum Wäschewaschen und zur Körperpflege. Es lohnt sich umzustellen. Denn weniger ist oft mehr. Das schont unser Wasser, Ihre Gesundheit und den Geldbeutel.
Elke Wörfel ist die 1. Vorsitzende des Naturheilvereins Esslingen, Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und Naturheilkunde-Beraterin DNB. www.elke-woerfel.net.