Raus aus der Stressfalle

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Nachbericht von Sonja Hilsenbek, (Diplom Ayurveda Spezialistin und Gesundheitspädagogin. Balance von Körper, Geist und Seele Ayurvedische Psychologie für Vitalität, Gesundheit und Erfolg.  Der Vortrag fand am 26.02.2026 um 19.30 Uhr in den Räumen der Alten Turnhalle Mosbach statt.

Ayurveda (Sanskrit für „Wissen vom Leben“) ist ein über 3.000 Jahre altes, ganzheitliches Gesundheitssystem aus Indien. Es betrachtet Körper, Geist und Seele als Einheit, um durch Ernährung, Massagen, Yoga und Kräuterheilkunde ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. Das Ziel ist die Förderung von Gesundheit und die Vorbeugung von Krankheiten, basierend auf den drei Lebensenergien Vata, Pitta und Kapha. Ganzheitlicher Ansatz: Ayurveda konzentriert sich nicht nur auf einzelne Symptome, sondern betrachten den Patienten als Ganzes, um Körper, Geist und Seele in Balance zu bringen.

Der Mensch bestünde zu mindestens 95% aus Natur, also gelten für ihn die Naturgesetze aus dem Ayurveda so Hilsenbek. In der Ayurvedalehre ginge es nicht um die Vergangenheit, nicht um das was man mitgebracht und erlebt habe, sondern nur um das Hier und Jetzt. Wie ist mein aktueller körperlicher und seelischer Zustand und wie kann man in stressigen Zeiten wieder in Balance kommen? Hier kämen die 5 Elemente ins Gespräch. Vata steht für Luft und Raum, die man zum Atmen braucht. Leider würde der Raum immer enger und voller, mit unendlichen Sinneseindrücken, einer Flut von bewegenden Bildern in den Medien (Fernsehen, Internet, Smartphone….), dadurch würde unser Nervensystem überlastet und es entstünde Stress. Durch die Überreizung und Überstimmulation käme es zu Dauerstress, immer weiter, immer schneller, ein Teufelskreis beginne. Die Referentin meinte, dass wir gerade in einem“ Vatazeitalter“ leben.

Die Lösung sei ein Einklappen der Sinne, also keine Sinnesreize mehr reinlassen. Dann käme oft das Argument, einem ist langweilig, weil wir schon reizsüchtig geworden seien. Wenn man es nicht schaffe einen Tag nicht auf sein Handy zu schauen sei man schon mediensüchtig, so Hilsenbek. Die Intuition ginge flöten und die Lösung seien im Gespür bleiben, langsam gehen und sprechen- das rege den Parasympaticus an. Dieser ist Teil des vegetativen Nervensystems, der als „Ruhenerv“ Entspannung, Regeneration und Verdauung fördert. Er senkt Herzfrequenz und Blutdruck, während er Verdauungsvorgänge anregt. Es ginge ums Loslassen, Gelassenheit und Achtsamkeitstraining. Wir müssten lernen, dass es etwas Größeres gibt, als uns selbst. Wenn wir gestresst seien wären wir eine Zumutung für unsere Umgebung, dann seien wir oft gereizt und aggressiv. Man solle sich fragen, ob ich meine Energie selbst steuern könne, oder ob ich bereits fremd bestimmt sei. Immer mehr Menschen seien deshalb krank und die Psychatrie sei voll mit Jugendlichen. Die Vatatypen (Luft und Raum) seien um das 10-fache feinfühliger man nenne es heute Hochsensibilität. Früher gäbe es auch solche Menschen, aber sie waren der Reizüberflutung noch nicht ausgesetzt. Die Natur sei ein großes Geschenk und eine wichtige Heilkraft, in ihr könne sich das Nervensystem beruhigen ,denke man nur an das Vogelgezwitscher. Die Pittamenschen (Feuer/Wasser) seien im Stresszustand auf dem „Gaspedal“ und ihr System sei überhitzt. Die Symptome seien oft Sodbrennen, Entzündlichkeiten, Aggressivität. Immer schneller, immer weiter bis es zum Burnout komme. Die Balance sei das Allheilmittel, sie bringe Widerstandsfähigkeit und Resilienz.

Kapha-Typen (Erde und Wasser) seien gut geerdet, geduldig, gemütlich und die sogenannten Felsen in der Brandung. Diese Menschen würden uns alle erden, seien die guten Seelen und Friedensstifter. Sie seien nicht nur zielorientiert und möchten, dass es allen gut gehen solle. Die Erde verwurzele uns, Regelmäßigkeit beruhige. Der Schlüssel sei morgens, mittags und abends etwas machen, dass immer zur gleichen Zeit stattfinden solle, sog. Rituale, die uns heilig sein sollen. Wir bräuchten verlässliche Strukturen in unserer Technischen Welt. Die Technik (Computer) brauchen keine Pause. Der Mensch sei aber den Naturgesetzen unterworfen und ohne Pause würde er krank. Wichtig sei mein Nervensystem im Innern zu beruhigen, anstatt ständig im Außen was ändern zu wollen, wie in der (Partnerschaft, Beruf…), dann seien wir anpassungsfähig. Wenn wir voll seien können wir nichts mehr aufnehmen, dass gilt auch für die Verdauung. Nach jedem Essen solle mindestens 4-5 Stunden Pause sein.  Jeden Moment, den man erlebe muss auch verdaut werden. Wer schöne Bilder in seinem Kopf hat würde glücklich und negative Bilder machen depressiv und fördern Angstzustände so Hilsenbek. In Zeiten des Konsums solle man wieder selbst zum Produzenten werden. Malen, Singen, ein Instrument spielen, schreiben, Gartenarbeit…..seien sehr schöne Möglichkeiten sich auszudrücken, denn jeder Eindruck brauche einen Ausdruck.

Die Beruhigungskugel überhaupt sei die Berührung, die unser Nervensystem sofort beruhige. Tiefe Atmung und Berührung seien der Schlüssel, um uns in die Balance zu bringen. Am praktischen Beispiel einer best. Atmung zeigte die Referentin wie es möglich ist unser Nervensystem in wenigen Minuten runterzufahren: 4 Sek. durch die Nase einatmen, 7 Sek. den Atem anhalten und gedanklich die Luft bis zum Lendenwirbel ziehen, dann 8 Sekunden ausatmen und die Luft bis zum kleinen Zeh rauslassen. Wichtig sei dabei die Füße auf dem Boden für die Erdung zu haben.

Kapha-Typen sammeln und speichern bei Stress und seien körperlich schwer und schwermütig. Bei ihnen wäre Bewegung und weniger Essen und Trinken und frühes Aufstehen die Lösung. Wenn ich mich bewege müsse ich nicht schwer werden und schwere Gedanken bekommen, ansonsten würde ich krank, dass sei ein Naturgesetz. Genauso trete bei den Vatatypen ein Naturgesetz ein,  wenn ihr Nervensystem überlastet sei. Das heißt der Vatatyp wird schwerer physisch und psychisch, da das Naturgesetz eintritt und den Menschen, der sog. (durch den Wind ist) erden möchte. Die Lösung will der Mensch oft mit noch mehr Bewegung und Sport ins Lot bringen, um wieder Gewicht zu verlieren, doch es wird immer schlimmer, die sog.“ Kaphakeule“ schlägt wieder zu und die Symptome verschlimmern sich, da der Körper ausgleichen möchte. Es ändere sich erst, wenn man sein Nervensystem beruhige.

Forschungsergebnisse haben in der Biokrebsforschung gezeigt, dass sog. Spontanheilungen (Spontanremissionen) bei den Menschen, denen dies widerfährt eines gemeinsam haben: Sie haben sich die Frage gestellt: „Was will ich wirklich? Was brauche ich? Was will ich loslassen was meine Seele nicht will? Svastha (Ruhe im Selbst) bedeutet in der Ayurveda Gesundheit. Den Kontakt zu unserer Seele pflegen, Zeitfenster für die Seele einräumen, was ist meine Bestimmung, meine Berufung wäre so wichtig, um gesund zu bleiben. Das Problem sei, dass die Spiritualität nicht erforscht werden kann, wie die Medizin. Die Seele brauche genauso viel Aufmerksamkeit, wie unser Körper. Wenn wir ihr keine Aufmerksamkeit schenken bekäme sie Todessehnsucht. In Indien ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich genauso um seine Seele, wie um seinen Körper kümmere.

Monika Kretz, NHV Mosbach