Das Einreiben mit Pflanzenessenzen hilft, verspannte Muskeln zu lösen

von Tanja Ohland

Die Aufrichtung des Körpers folgt physikalischen Kräften und Gesetzmäßigkeiten. Wichtig dabei ist das dynamische Gleichgewicht zwischen Muskeln, Faszien und Gelenken. Dieses Gleichgewicht kann durch verschiedene Ursachen wie zum Beispiel Unfälle, Stürze, Verletzungen oder auch durch einschränkende oder einseitig stereotype Bewegungen wie lange sitzende Tätigkeiten gestört sein. Muskeln können gegen eine so entstandene muskuläre Dysbalance dieser sonst funktionierenden Einheit rebellieren und einen Schmerzimpuls setzen. Wir können solche Signale aufgreifen, ertasten, spüren und die verkürzten Muskeln behandeln. Dies geschieht in der Myoreflextherapie, die von dem Arzt Kurt Mosetter entwickelt wurde.

 

Die Myoreflextherapie ist eine neuromuskuläre Schmerzbehandlung. Muskeln werden ins Gleichgewicht gebracht, indem ganz spezifische Punkte so lang gedrückt werden, bis der neuromuskuläre Reflex die Entspannung des Muskels einleitet. Ein neues Gleichgewicht, größerer Bewegungsumfang und bessere Flexibilität werden erreicht. Wichtig ist dabei die Behandlung der Muskelketten im Verlauf des Kräftevektors. Der Schmerz zeigt sich zwar nur an der schwächsten Stelle, doch für ein Gleichgewicht sollte die ganze Spannungskette gelöst werden.

 

Pflanzenessenzen beschleunigen Regulation

Die muskuläre Regulation während der Behandlung kann durch schmerzlindernde und entzündungshemmend wirkende ätherische Öle beschleunigt werden. In der Praxis ist zu beobachten, dass bei besonders rigidem Muskelsystem schneller Bewegung in die Therapie kommt, wenn im Vorfeld ätherische Öle zur Anwendung kommen. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten in Betracht zu ziehen um die muskuläre Regulation zu verbessern.

 

Äußerlich und idealerweise zusätzlich zwischen einzelnen physikalischen Anwendungen verabreicht ist häufig bereits eine Mischung gezielter, hoch wirksamer, ätherischer Pflanzenessenzen eine gute Unterstützung in der Schmerzbehandlung, da sie die Muskeln bei der Regulation zusätzlich positiv beeinflussen: So wirkt Laurus nobilis (Lorbeer; wird bei Muskelverspannungen, Hämatomen und bei Arthritis empfohlen) schmerzlindernd und entzündungshemmend. Eukalyptus citriodora (Eukalyptus; angezeigt bei entzündlichen, rheumatischen Gelenkerkrankungen, sowie bei Hautirritation und Juckreiz) hat eine antirheumatische, schmerzlindernde und beruhigende Wirkung. Citrus reticulata (Mandarine) wiederum wirkt psychisch entspannend, Angst lösend und sedierend. Eine Mischung dieser Öle in fettem Öl dient auch der Eigenbehandlung zu Hause. Zusammen mit einem gezielten Trainingsprogramm in Form von Kraft-in-Dehnungs-Übungen (KID-Übungen) ergibt sich ein Erfolg versprechendes Gesamtkonzept.

Koriander (Coriandrum sativum). Sein ätherisches Öl kann Schmerz, etwa bei Rheuma, Arthritis oder bei Muskelkrämpfen, lindern.

 

Tanja Ohland ist Ärztin und leitet eine Praxis für natürliche Medizin, www.medna.de