Die Wechseljahre sind eine Phase der Veränderung für Körper und Seele. Wie die Naturheilkunde Frauen bei der hormonellen Umstellung begleiten kann.

Von Manuela Wagner-Jurk und Madeleine Verwaal; Foto: creativ collection

Freud und Leid vereinen sich in den mittleren Jahren. Die Kinder sind groß oder werden zunehmend unabhängig. Zeit, sich auch mal um sich selbst zu kümmern, das eigene Leben zu überdenken. Frau hört jetzt in sich hinein, beobachtet die Veränderungen ihres Körpers. Aber auch außerhalb wandelt sich einiges. Manche mögen feststellen, dass sie als Familienmanagerin Job und Karriere vernachlässigt haben. Andere freuen sich, dass für Hobbys und Beschäftigungen jetzt wieder mehr Zeit ist. Für viele kommen in dieser Situation auch neue Aufgaben hinzu, etwa die Pflege der Eltern. Nicht zuletzt beschäftigt Frauen das Altern des eigenen Körpers. Viele Frauen empfinden diese neuen Herausforderungen als anregend und positiv. Bei anderen lösen sie eine Krise aus, sie leiden unter körperlichen Beschwerden und seelischen Verstimmungen. Wichtig ist: Die Wechseljahre sind keine Krankheit! Es handelt sich dabei um einen Zeitabschnitt der hormonellen Umstellung im Körper einer Frau. Der Fachbegriff dafür lautet Klimakterium.

  • Die Wechseljahre beginnen im Durchschnitt mit 45 bis 55 Jahren.
  • Die letzte spontane Menstruation ist Beginn der Menopause.
  • Hormonelle Veränderungen beginnen aber schon 10 Jahre zuvor.
  • Das Gleichgewicht der weiblichen Geschlechtshormone Östradiol und Progesteron kommt durcheinander.

Typische Anzeichen der Wechseljahre sind körperliche und auch seelische Beschwerden, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, Abnahme der Stresstoleranz, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme, Leistungsabnahme, Gelenkschmerzen. Doch was können Frauen für sich selber tun? Viele möchten sich aufgrund der oft verabreichten Hormonpräparate nicht schulmedizinisch behandeln lassen. Zum Glück gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Beschwerden in den Wechseljahren durch Ernährung, Entspannung und Bewegung
zu lindern. Ganz wichtig sind regelmäßige sportliche Aktivitäten. Bewegung ist ein effektives -Mittel, um die Beweglichkeit zu erhöhen und Muskeln aufzubauen, sie wirkt ent-spannend und hilft, mit Mitmenschen in Kontakt zu kommen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Anpassung der Ernährung an die neue Situation. Ausgewogene, natürliche, saisonale, biologische Lebensmittel können mit hormonanregenden, heilenden Nahrungsmitteln kombiniert werden. Das schafft die Grundlage für einen gut funktionierenden Stoffwechsel und das Hormonsystem. Ein Therapeut kann zusätzlich mit Heilpflanzen, Darmsanierung und ausgewählten Nahrungsergänzungsmitteln für eine gute Unterstützung sorgen.

Phytohormone anstatt Östrogene

Ob eine Hormontherapie erfolgreich ist und gut vertragen wird, hängt zum einem von der Auswahl der Hormone ab, aber auch wie sie verabreicht werden – oral als Tablette oder über die Haut als Pflaster, Gel oder Spray. Auch der Zeitpunkt, in dem die Behandlung einsetzt, hat Auswirkung auf die Therapie. Mit Hilfe moderner Labordiagnostik, wie etwa Blutuntersuchungen und Hormonspeicheltests, kann der Hormonhaushalt der Frau genau untersucht und eine individuelle Therapie auf ihre Bedürfnisse und Beschwerden zugeschnitten werden. Neben der klassischen Hormonbehandlung gibt es heutzutage die Möglichkeit, auch bio-identische Hormone oder  alternativ sogenannte Phytohormone einzusetzen. Als Phytohormone bezeichnet man Pflanzeninhaltsstoffe mit hormonähnlicher Wirkung, die in Pflanzen wie Soja und anderen Hülsenfrüchten enthalten sind. Welche Thera-pie und welche Präparate sinnvoll sind, entscheiden Therapeuten anhand der Labor-untersuchungen für den Einzelfall. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, den Hormonhaushalt zu regulieren oder zu kompensieren.

Therapeutische Frauen-Massage

Die TFM ist eine sehr sanfte, aber trotzdem tiefgehende, wirkungsvolle Massage. Mit ihr lassen sich Beschwerden in den -unterschiedlichsten Lebensphasen der Frau behandeln. Ziel ist, das hormonelle Gleichgewicht wieder herzustellen. Sie ruht auf vier Grundprinzipien, die sich in jedem Organ-Schema widerspiegeln:

  • Der Körper wird auf eine gleichmäßige Temperatur gebracht
  • Der Lymphfluss wird angeregt und damit Stoffwechselschlacken ausgeleitet
  • Leichtes Massieren löst Verspannungen und Stauungen im Gewebe
  • Sanfte Handgriffe richten die inneren Organe wieder aus

Fußreflexzonentherapie

Reflexzonen sind definierte Bereiche auf der Körperoberfläche im Haut-UnterhautBereich, die mit bestimmten inneren Organen und Muskeln in Verbindung stehen. Eine Massage der Reflexzonen hat eine indirekte, reflektorische Wirkung auf die Organe und auch auf das Hormonsystem. Es gibt diese Bereiche an den Füßen, an den Händen, am Rücken, an den Ohren, an der Nase und am Schädel. Diese Zonen können entweder diagnostisch oder therapeutisch stimuliert werden (Reflexzonenmassage, Akupressur, Akupunktur).

Mooranwendungen

Die Zusammensetzung des Moors mit seinen Bestandteilen wirkt sich auf den Organismus unter anderem auch hormonregulierend aus. Die Wärmeübertragung im Moorbad ist unübertroffen. Selbst schlecht durchblutete Körperregionen wie Gelenke und Knorpel werden intensiv durchwärmt. Der Körper wird in eine Art künstliches Fieber versetzt. Seine Körpertemperatur erhöht sich während des Moorbadens um ein bis zwei Grad. Der Körper wird in einen Schweb- und Entspannungszustand versetzt und die Muskeln entspannen sich sofort. Die Gelenke werden zu 90 Prozent entlastet, man fühlt sich leicht wie eine Feder.

Manuela Wagner-Jurk ist staatlich geprüfte Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Neulingen-Bauschlott. Madeleine Verwaal ist ärztlich geprüfte Naturheilkunde-Beraterin DNB mit eigener Praxis in Neulingen-Bauschlott.
www.gesundheilpraxis-im-schloss.de