Nr. 13: Kalium arsenicosum (Kaliumarsenit)

Es gibt jenseits der zwölf klassischen noch andere Schüßler-Salze, die man therapeutisch einsetzen kann. Wir stellen sie in einer Serie vor.

Von Dr. phil. Rosina Sonnenschmidt

Mit diesem Mittel erreicht man fast jede Hautkrankheit und es bewahrheitet sich, dass man mit Kalium-Verbindungen sehr viele chronische Krankheiten behandeln kann. Typische  Zeichen beginnender Krankheiten sind Überreiztheit, Gedächtnisschwäche, Ängste, Stresserscheinungen wie Lähmungen, Muskelkrämpfe, starke Verspannungen und Ischias-Schmerzen, die nicht lange anhalten. Bei Kali-a ist besonders der Zusammenhang zwischen unklaren Hauterscheinungen und Darmstörungen auffällig.

Symptomatik    

Immunschwäche, Gewebeveränderungen, Dysfunktionen der Schilddrüse, Abmagerung trotz reichlichen Essens, Schwäche der Nebennieren und des -Hormonsystems und chronische Erschöpfung.

Antlitz- und Körperzeichen   

Geschwollener Hals vorne, Hängebacken, Schilddrüsenschwellung, müder, ängstlicher und misstrauischer Gesichtsausdruck, -hängende Mundwinkel.

Therapeutische Maßnahmen

Entgiftungskur mit den Schüßler-Salzen Nr. 7 Natrium chloratum, Nr. 8 Natrium, phosphoricum und Nr. 9 Natrium sulfuricum, um vor allem das Unterhautgewebe zu reinigen. Dazu Trennkost, um den Stoffwechsel zu regenerieren sowie Kalium arsenicosum, um körperlich und psychisch den Patienten zu stärken.

Dr. Rosina Sonnenschmidt ist international renommierte Homöopathin und Autorin von über 50 Fachbüchern. Ihr Wissen gibt sie zudem in Fachfortbildungen und Kursen weiter.
www.inroso.com

Foto: Michael Bolay

Wasserkuren waren -bereits in der Antike sehr verbreitet. Auch in Deutschland haben sie eine lange Tradition. Der Landwirt und autodidaktische Naturheiler Vinzenz Prießnitz behandelte bis Mitte des 19. Jahrhunderts kranke Menschen mit Wasser, vorwiegend mit Kompressen und Wickeln, aber auch mit eiskalten Güssen und Schwitz- und Trinkkuren.

Nach und nach ergänzte er seine Therapie noch mit diätischer Ernährung, ausreichender Bewegung in der Sonne und an der frischen Luft – und schuf so die Grundlage der Naturheilkunde, wie wir sie heute kennen. Sebastian Kneipp, Pfarrer und Bäderarzt aus Bad Wörishofen entdeckte 1848 die Wasserkur und entwickelte daraus seine Kneipp-Medizin.

Die Hydrotherapie arbeitet unter anderen mit Kalt- und Wärmereizen, die einen Effekt auf die Wärmeregulation, den Stoffwechsel und die Blutzirkulation haben – und zwar erst örtlich, dann fortgeleitet in die Umgebung, bis durch Impulse des vegetativen Nervensystems der gesamte Körper beeinflusst wird. Zudem wirken der Gravitationsdruck, etwa bei einem Guss oder einer Dusche auf Atmung, Blutzirkulation und Stoffwechsel, aber auch auf Herz und andere innere Organe.

Praxisbeispiel:

Wadenwickel bei Kindern

Wenn Kinder hohes Fieber (über 39 Grad) haben, kann ein Wadenwickel Unbehagen, Unruhe und Kopfschmerzen mildern – und die Körpertemperatur schonend um ein bis zwei Grad senken. Der Wickel wird kalt angelegt und muss, wenn er warm geworden ist gewechselt werden. Ein Wadenwickel ist geeignet für Kleinkinder über sechs Monaten.

Achtung: Nicht bei Kindern mit kalten Händen und Füßen anwenden.

Wirkung: Die feucht-kühlen Wickel entziehen dem Körper Wärme, beseitigen am Anwendungsort Kreislaufstauungen, hemmen Entzündungen, wirken Gift ableitend und Fieber senkend.

Material:

  •   Schüssel mit kaltem Wasser möglichst unter 20 Grad
  •   Zusätze: Zitrone, Essig oder 1 EL Pfefferminztee
  •  2 Innentücher, z.B. Stoffwindeln oder Geschirrtücher
  •  2 Außentücher, z.B. Frotteehandtücher
  • 1 Bettschutz, z.B. Badehandtuch

So geht’s:    

Bettschutz auflegen. Wenn erwünscht, Zusätze in die Wasserschüssel geben. Innentuch in der Wasserschüssel tränken, nicht zu sehr auswringen. Um den einen Unterschenkel des Kindes wickeln, anschließend mit dem Außentuch umwickeln. Beim anderen Bein wiederholen. Das Kind nur leicht zudecken. Der Wickel wird, sobald er gut durchwärmt ist (20 bis 45 Minuten), gewechselt. Der Vorgang kann mehrfach wiederholt werden, bis das Fieber sinkt.

Wichtig: Grundsätzlich ist Fieber keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers. Bei erhöhter Temperatur können sich Bakterien oder Viren nur schlecht vermehren. Bei hohem Fieber ist es zunächst ratsam, bei einem Arzt die Ursachen abzuklären.

 

Foto: creativ collection

Dass kalte Güsse den Stoffwechsel aktivieren, den Kreislauf -stabilisieren und die Abwehrkräfte stärken, ist inzwischen -wissenschaftlich nachgewiesen. Eine Studie der Ludwigs–Maximilian-Universität fand jetzt heraus, dass die Kneipp–Therapie sich zudem positiv auf Schlafstörungen auswirkt.

Die Güsse mit kaltem Wasser verringern die Körpertemperatur und das hilft beim Einschlafen. Deshalb schläft man auch in kühlen Zimmern oder bei offenem Fenster besser. Die Kneipp-Therapie reduzierte nicht nur die Schlafstörungen der Probanden, sondern wirkte sich zudem positiv auf das  Wohlbefinden aus und verringerte chronische Stressbelastung.

Anleitungen:
1. Kalter Arm- und Brustguss

Geeignet bei Abgeschlagenheit, Abgespanntheit, Müdigkeit; wirkt kreislaufanregend, erfrischend, gewebestraffend, abhärtend.

Wassertemperatur: 16 bis 18 Grad Celsius

Für den Guss am besten über die Badewanne beugen. Wenn möglich Duschstrahl auf Massagestrahl verstellen.

So geht’s:     

Wasserstrahl vom rechten Arm außen aufwärts bis zur Schulter führen, kurz verweilen, dann  innen abwärts; am linken Arm ebenso wiederholen. Beide Arme wiederholen. Brust in Achterform umkreisen. Das Wasser anschließend nur abstreifen, nicht abtrocknen.

Achtung        

Güsse nie bei Kältegefühl, Frösteln oder auf kalter Haut durchführen. Der Raum muss warm sein. Güsse nie unmittelbar nach dem Essen oder körperlichen Anstrengungen vornehmen. Das Wasser muss frei abfließen können, so dass man nicht im Wasser steht.

2. Wassertreten

Empfohlen bei Einschlafstörungen, Krampfadern, müden Beinen, stark schwitzenden Füßen

So geht’s:   

In einem Bach, am Seeufer wie ein Storch durch das Wasser stapfen. In der Wohnung geht auch ein mit Wasser gefüllter Eimer, in dem man mit beiden Füßen auf der Stelle treten kann. Das Wasser sollte bis zur Mitte der Wade reichen und circa 10 bis 15 Grad kalt sein. Bei jedem Schritt den Fuß hoch aus dem Wasser heben. Wird die Kälte schneidend, aufhören.  Füße nicht abtrocknen, lediglich das Wasser mit den Händen abstreifen. Dann Füße und Beine gut bewegen, bis Wärme eintritt.

 

Aus der Praxis: Ein Patient leidet unter chronischem Erschöpfungssyndrom. Kann ihm Heilfasten helfen oder ist davon abzuraten?

von Dr. med. Wolfgang May

„Ich leide seit längerem unter Erschöpfungszuständen und immer wieder auftretenden Infekten. Seit kurzer Zeit bin ich in Behandlung bei einem Arzt, der die Dinge auch naturheilkundlich betrachtet. Laboruntersuchungen haben erbracht, dass bei mir der Epstein-Barr-Virus aktiv ist und eine mitochondriale Dysfunktion vorliegt. Die Therapie hat jetzt mit viel Nahrungsergänzungsmitteln, Infusionen und einer Mikroimmuntherapie begonnen – und ich fühle mich in guten Händen. Es deutet vieles darauf hin, das bei mir ein chronisches Müdigkeits-/Erschöpfungssyndrom (CFS) bzw. myalgische Enzephalomyelitis (ME) vorliegt. Ist bei dieser Diagnose Heilfasten sinnvoll? Mit dem intermittierenden Fasten, (also 16 Stunden ohne Nahrungsaufnahme) habe ich vor ein paar Tage aus eigenem Antrieb  begonnen.“

Aus einer Patientenanfrage an Dr. med. Wolfgang May

Die Fastenumstellung ist Stress für unseren Organismus. Der Stressforscher Hans Selye hat das bereits in den 1950er Jahren beschrieben. Nach einem Tag -Fasten sind die Zuckerreserven verbraucht, die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden kurze Zeit vermehrt ausgeschüttet, das Körpereiweiß wird zum Energielieferanten. Parallel dazu wird die Fettverbrennung aktiviert.

Die Erfahrung hat folgendes gezeigt: Ist der Körper durch Stress massiv geschwächt, verbietet sich strenges Fasten im Sinne einer Nulldiät. Ich folge den Erfahrungen aller Fastenärzte: Je kränker jemand ist, umso milder die Fastenkur. Keine Kur bei Kontraindikationen.

Nulldiät nein, Intervall-Fasten ja

Anders sieht es bei intermittierendem Fasten oder Intervall-Fasten aus. Das ist strenggenommen nämlich kein Fasten, da die Fasten-Stoffwechselumstellung in dieser kurzen Zeit nicht stattfindet. Hierzu gibt es keine Gegenindikationen, solange genug getrunken wird und keine Medikamente eingenommen werden, die Unterzucker verursachen können (DGE info Fasten, Ausgabe 2/2018).

Zum chronischen Erschöpfungssyndrom

Ob nun eine Stresssituation, ein Burn-out oder schon ein Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) vorliegt, kann mit einem Cortisol-Tagesprofil und weiteren Laborwerten gemessen werden.

Es gibt Umweltschadstoffe, die Entzündungen verursachen. Wenn dazu noch eine Infektion kommt, bilden sich vermehrt freie Radikale. Auch eine genetische Disposition kann Burn-out und Erschöpfung begünstigen. Bei einigen Menschen ist die Aktivität des Enzyms COMT verlangsamt (COMT-Polymorphismus), was dazu führt, dass Stresshormone nur sehr langsam abgebaut werden.

Die Epstein-Barr-Virusinfektion ist keine Ursache des chronischen Müdigkeits-syndroms (CFS) und heilt bei intaktem Immunsystem in ein bis zwei Wochen aus. Es gibt von offizieller Seite keine Therapie-empfehlung, allein die Beschwerden sollten behandelt werden.

Immunfeinde meiden

Wenn Infektionen chronisch werden und es dadurch zu Erschöpfungszuständen kommt, sollten Immunfeinde gemieden werden. -Diese sind: Zu wenig Schlaf, zu viel Stress, zu wenig Bewegung, zu viel an Genussmittel (Alkohol, Kaffee, Nikotin) oder der Kontakt mit Umweltschadstoffen (Industrie- und Autoabgase, Chemikalien,
Elektrosmog). Auch Medikamente, etwa
Antibiotika oder fiebersenkende Mittel können deutlich abwehrschwächende -Folgen haben.

Naturheilkundliche Therapieempfehlungen

Kalt-Warm-Reize mit Waschungen, Güssen, Wassertreten, regelmäßige körperliche Bewegung (zwei bis dreimal pro -Woche 30 bis 60 Minuten mit 50 bis 70 Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit), Sauna einmal pro Woche, leicht verdauliche vegetarische Kost, mikrobiologische Therapie (milchsaure Nahrungsmittel, Bifidobakterien, Laktobazillen), Pflanzen mit immunaktiven Stoffen -(Sonnenhut, Taigawurzel, Umckaloabo), Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine A, B6, C, E, Magnesium, Selen, Zink, Bio–H-tin, Aminosäure Arginin), -Bioflavonoide in Äpfeln, Birnen, hellen und dunklen Trauben, Kirschen, Beerenobst, Zwiebeln und grünem -Gemüse.

Dr. med. Wolfgang May ist Internist, Arzt für -Physikalische und Rehabilitative Medizin, Homöopathie und Naturheilverfahren sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des DNB.  Er begleitet und betreut regelmäßig -Fastenkuren. www.dr-wolfgang-may.de

 

Zwei bulgarische Wissenschaftler haben ein ganzheitliches Training zur Verbesserung des Sehvermögens entwickelt. Im Interview erzählen sie, wie es funktioniert – und welche Rolle das Lächeln dabei spielt.

Herr Jerkov, Sie und Ihre Frau zeigen in Ihren Seminaren, wie man das Sehvermögen verbessern kann, so dass man im Idealfall ohne Brille auskommt – unabhängig von Alter und Dioptrien-Zahl. Wie soll das gehen?

Die Fehlsichtigkeit sollte in den meisten Fällen kein Dauerzustand sein. Das Ziel unserer ganzheitlichen Methode ist, den Körper so zu unterstützen, dass er selbst die Ursachen für die verschlechterte Sehkraft findet und beseitigt.

Beruhen Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit nicht auf einer physiologischen Veränderung des Auges?

Ja, wenn die Augenmuskeln die Augäpfel nicht mehr richtig steuern können, kommt es zu Akkommodationsstörungen. Die Folge ist eine Weit- oder Kurzsichtigkeit. Aber die physiologischen Veränderungen in den Augen sind nur ein kleiner Teil der ganzen Thematik. Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein. Das Sehvermögen leidet auch, wenn die Funktion eines Organs im Körper gestört ist, wenn die Reinigungsmechanismen im Körper nicht mehr optimal funktionieren oder zu viel Stress den Alltag prägt – um nur drei mögliche Ursachen zu nennen.

Das bedeutet, eine Störung im Körper wirkt sich auf unser Sehvermögen aus?

Die wichtigste Frage ist, womit sehen wir tatsächlich? Die Bilder, die wir wahrnehmen, entstehen im Gehirn, nachdem die Lichtreize durch die Augen gekommen und in Nervenimpulsen umgewandelt sind. Es ist also wichtig, das Gehirn zu unterstützen, das heißt die Durchblutung, das Nervensystem, das Lymphsystem und die Atmung. Noch dazu hängt die Funktion des Gehirns direkt von unserem emotionalen Zustand ab und allgemein gesagt von unserer Lebensweise. Daher gehören zu unserer ganzheitlichen Methode auch Entspannungs-  und Atemübungen sowie Wirbelsäulentraining.

Also haben auch Stressbewältigung und Entspannung auf unser Sehvermögen Einfluss?

Für die Gesundheit der Augen ist eine gute Blutversorgung entscheidend wichtig. Man kann sagen: Gute Durchblutung ist gleich gutes Sehen. Kommt nicht genügend Sauerstoff an die Augen und das Gehirn, ist auch das Sehen beeinträchtigt. Bei Dauerstress bleibt der Augendruck chronisch erhöht, was zu einer Fehlsichtigkeit, zu Grauem oder Grünem Star führen kann und den Sehnerv schädigt.

Auch das Lächeln und die Lebensfreude spielen in Ihrem Training immer wieder eine Rolle. Warum?

Die Lebensfreude ist ein Zustand, in dem alles im Körper optimal funktioniert und unsere Selbstheilungskräfte voll entfaltet sind. Der Erfolg eines Trainings hängt zum größten Teil vom emotionalen Zustand ab. Damit wir uns freuen können, trainieren wir das Lächeln.

Sie bieten Übungen zum gezielten Training der Augenmuskeln. Was muss man dabei beachten?

Wir bewegen unsere Augen sehr wenig. Damit die Augenmuskeln fit bleiben, brauchen sie Bewegung, genauso wie unsere Körpermuskulatur. Wir empfehlen, jeden Tag etwa zehn Minuten Augenübungen zu machen – und immer mit Freude. Anstatt mit „ich muss“ mit „ich mache es gerne“ trainieren.

Wenn man Probleme mit den Augen hat, kann das auf eine Störung der Leber und Niere hindeuten. Wie hängen diese Organe zusammen?

Wenn die Leber und die Nieren nicht richtig funktionieren, kann die Durchblutung der Augen und des Gehirns gestört werden. Dann kommt es zu einer Stauung von Blut und Lymphflüssigkeit in den winzigen Gefäßen des Auges. Das kann zu Grauem Star oder Grünem Star führen. Ist die gesamte Durchblutung gestört, kann sich die Netzhaut ablösen oder die Makula degenerieren.

Sie haben beide lange als Wissenschaftler für technische Kybernetik und Robotik gearbeitet. Zur ganzheitlichen Medizin sind Sie gekommen, als Sie nach einer Lebenskrise neue Wege gesucht haben. Fehlt in unserer hoch technologisierten Welt das Wissen über den Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele?

Die heutige Wissenschaft bohrt immer tiefer und tiefer in allen Bereichen. Nur fehlt oft der Überblick, das Ganze zu umfassen. Wenn wir an uns als Menschen denken und wenn wir reale und nachhaltige Ergebnisse bekommen wollen, müssen wir uns als Einheit betrachten und verändern: Körper, Emotionen, Gedanken, Verhältnisse.

2003 kam unser jüngerer Sohn bei einem Autounfall ums Leben. Auf der Suche nach einem neuen Lebenssinn haben wir Kurse und Seminare besucht und mehrere Ausbildungen absolviert, vorwiegend in Russland. So konnten wir wertvolles Wissen über die mächtigen Selbstheilungskräfte des Menschen erfahren. Das hat uns und unser Leben geheilt. Daraus entstand unsere ganzheitliche „Methode des Lächelns“.

Tipps und Übungen für die Augen

Entwickeln Sie die Gewohnheit, alle 60 Minuten Ihren
Augen eine kurze zwei- bis dreiminütige Erholungspause zu schenken.

Übung «20-20-20»: Lösen Sie alle 20 Minuten den Blick vom PC und schauen Sie 20 Sekunden auf einen Gegenstand, der etwa 20 Meter weit entfernt ist. Diese Übung können Sie mehrmals pro Tag machen.

Spazieren Sie jeden Tag. Die Bewegung, das Tageslicht und die frische Luft sorgen für eine bessere Durchblutung der Augen und des Gehirns. Eine Stunde an der frischen Luft kann das Risiko einer Kurzsichtigkeit um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Eine geführte Sprachmeditation „Palming“ finden Sie hier: www.jerkov.de/blog/palming
Palming (Palmieren) wurde von dem US-amerikanischen Augenarzt William Bates als eine der wichtigsten Metho-den zur Ent-spannung des gestressten Sehapparates und zur Ver-besserung der Funktion der Augen angewandt.

Augenübungen für Ihr gutes Sehen  

  1. Zeichnen Sie zuerst die
    äußeren Linien des Quadrats
    in beide Richtungen, je 7 Mal.
  2. Zeichnen Sie dann innerhalb des Quadrats die beiden Diagonalen,
    liegend und stehend, in die zwei
    möglichen Richtungen, je 7 Mal.
  3. Zeichnen Sie anschließend langsam eine Spirale in beide Richtungen.

Augen-Yoga

Auch andere therapeutische -Konzepte arbeiten mit Bewegungsübungen zu Verbesserung der Sehkraft. So stärkt die sogenannte Funktionaloptometrie die Koordination der Augen mit Visualtraining; im Yoga gibt es spezielle Übungen für die Gesundheit der Augen. Die Nakagawa-Methode, entwickelt vom gleichnamigen japanischen Augenarzt, basiert auf Yoga-Techniken, Konzentrationsübungen und Gedächtnistraining.

 

 

 

 

 

Von Prof. Dr. med. Karin Kraft und Alois Sauer; Illustration: Adobe Stock/freshidea

An den medizinischen Leitlinien arbeitet jetzt auch die Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde mit. In Tübingen gibt es bald eine Professur für Komplementärmedizin.

Die Fachgesellschaft „Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde“ wurde am 10. November 2018 in die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) aufgenommen. Damit arbeitet nun neben der Gesellschaft für Phytotherapie eine zweite Gesellschaft aus dem Bereich Naturheilkunde und Komplementärmedizin an der Entwicklung und Aktualisierung der medizinischen Leitlinien mit, die im deutschen Gesundheitssystem so wichtig sind, und kann für eine fachlich korrekte Empfehlung entsprechender Diagnostik- und Therapieverfahren sorgen. Die Leitlinien sind zwar nicht rechtsverbindlich, aber sie sind wichtige Orientierungshilfen, nicht nur für alle im Gesundheitswesen tätige Berufsgruppen, sondern auch für Betroffene. Sie dienen auch Medizinstudierenden als Lerngrundlage. Damit werden naturheilkundliche und komplementärmedizinische Verfahren viel sichtbarer als bisher. Ärzte müssen diese Therapien dem Patienten alternativ zur schulmedizinischen Behandlung anbieten. Die Zustimmung zu einer Therapie ist andernfalls unvollständig und damit ungültig.

Staatlich finanziert     

Eine zweite positive Entwicklung ist, dass 2019 der erste Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Baden-Württemberg eingerichtet wird. Forschungsschwerpunkte sollen Ernährung, Probiotika und Akupunktur im Bereich Onkologie sein. Die Professur soll nach der fünfjährigen Anschubphase der Robert-Bosch-Stiftung anschließend aus dem Landeshaushalt finanziert werden. Das ist ein längst überfälliger Schritt: Alle anderen naturheilkundlichen Professuren in Deutschland werden seit Jahren nur über private Stiftungen finanziert. Deutschland hätte damit endlich einen – wenn auch vorerst bescheidenen – Anschluss an die stürmische internationale Entwicklung in diesem Bereich erreicht.

Dabei ist das Ringen um Anerkennung der Naturheilkunde in der Universitätsmedizin nicht neu: Bereits 1914 schrieb der Arzt Franz Schönenberger in einem Beitrag im Mitgliederorgan ‚Der Naturarzt‘: „Wer vor 25 Jahren mit Wasser, Luft und Licht behandelte, war ein Kurpfuscher, mochte er Arzt oder Laienpraktiker sein. (…) Man spricht in Universitäten von Umschlägen, Bädern, Packungen, vegetarischer Diät, Massage, Lichtbädern, Sonnenbehandlung, selbst Lehrstühle für Hydrotherapie, Massage, Lichttherapie wurden eingerichtet. Aber für die geschichtliche Entwicklung der Therapie hat man ein schlechtes Gedächtnis: Der Name ‚Naturheilkunde‘ wird nur in wegwerfendem Ton gebraucht.“

Erst in der Weimarer Republik setzten sich Politiker über den Widerstand der Ärzteschaft hinweg. Zunächst wurden 1920 in Berlin Lehrstühle für Naturheilkunde gegründet, fünf Jahre später in Jena. 1927 eröffnete der Deutsche Naturheilbund das ärztlich geleitete naturheilkundliche -„Prießnitz-Krankenhaus“ in Mahlow bei Berlin, das als Lehrkrankenhaus für Naturheilverfahren der Charité zugeordnet war. Übrigens: Dieses herausragende Projekt wurde von Spenden der Vereinsmitglieder und einem obligatorischen ‚Prießnitz-Pfennig‘ finanziert.

Prof. Dr. med. Karin Kraft ist Inhaberin des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universitätsmedizin Rostock. www.naturheilkunde.med.uni-rostock.de
Alois Sauer ist Präsident des Deutschen Naturheilbundes eV.

Training auf einem Trampolin hält gesund und fit – und das ohne viel Aufwand. Höchste Zeit, das schwungvolle Vergnügen selbst einmal auszuprobieren.

Von Laura Kuhlen; Foto: Adobe Stock/Monkey Business

Bewegung ist primär eine Frage der Motivation. 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung wären gerne aktiver, schaffen es aber nicht, ihren „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Bereits der Gedanke an die kalte, windige Laufstrecke oder die lange Fahrt ins Fitnessstudio lässt viele Trainingswillige wieder in ihren Sessel zurückfallen. Mit einem Minitrampolin gibt es keine Ausreden mehr: Das Training wird einfach ins Wohnzimmer verlagert. Schlecht gelaunt auf einem Trampolin zu stehen ist praktisch unmöglich, denn die federnde Auf- und Ab-Bewegung hebt augenblicklich die Mundwinkel an.

Was im Körper passiert

Wenn wir auf dem Trampolin stehen, gibt uns der „Katapult-Effekt“ der hochelastischen Matte bei jedem Schritt eine Starthilfe. Beim Absprung überwinden wir die Schwerkraft, alle Körperzellen geraten dabei unter Kompression. Danach folgt die Phase des freien Falls, ein Zustand der Schwerelosigkeit, den alle Körperzellen durch Dekompression erleben. Dieser Wechsel ist es, auf den die hohe Gesundheitswirkung des Trampolins zurückzuführen ist. Alle Körperzellen gelangen in einen Pumpmechanismus, der nicht nur zu einer Venen-, sondern auch zu einer Lymphdrainage führt. Auf diese Weise werden die Stoffwechselschlacken optimal abtransportiert.

Schwingen gegen Osteoporose

Eine weich schwingende Matte schont Wirbelsäule und Beingelenke, sodass selbst degenerativen Prozessen entgegengewirkt werden kann. Um die entspannende Wirkung, die durch die Schwingung erzeugt wird zu spüren, muss man nicht mal von der Matte abheben. Schwingen nennt sich diese gelenkschonende Art der Bewegung, bei der die Füße in keinem Moment den Kontakt zur Trampolinmatte verlieren. Eine scheinbar simple Bewegung mit -enormen Effekten auf die Gesundheit. Da sich kein Muskel dem Entspannungsreflex entziehen kann, hat das Schwingen eine große Wirkung. Nach 15 Minuten lässt jeder Muskel los. Das Schwingen auf einem Trampolin ist ein sehr wirksames Mittel, auf sanfte Weise gegen Osteoporose vorzubeugen oder sie sogar rückgängig zu machen. Beim Arbeiten gegen die Erdanziehungskraft wirken Phosphate und Salze zur Knochenhärtung. Das Gleiche gilt für die Bandscheiben. Diese werden durch die lotrechten Schwingungen gut regeneriert und aufgebaut.

Gut für den Beckenboden

Das Training wirkt nicht besonders anstrengend, ist jedoch hocheffektiv, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken und Bluthochdruck zu senken. Der rhythmische Schwerkraftwechsel sorgt für ein verbessertes Zusammenspiel zwischen beiden Gehirnhälften und trainiert so -neben der körperlichen auch die geistige Fitness und Koordination. Mit den entsprechenden Übungen auf dem weichen Minitrampolin verbessert sich die Durchblutung sowie Reaktionsfähigkeit des Beckenbodens und seine Haltefähigkeit wird erheblich gestärkt. Beim Schwingen entsteht keine Zell-Übersäuerung, sondern ein Gleichgewicht von Laktatbildung und Laktatabbau, das auch als „steady-state“ bezeichnet wird. So können sich fettverbrennende Enzyme bilden. Das hat zur Folge, dass die Fettverbrennung begünstigt wird.

Auch für Sportmuffel geeignet

Ein Minitrampolin eignet sich dank der unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten für jede Altersklasse. Je nach Aufbau ist das Training für Anfänger und Fortgeschrittene, aber auch professionelle Sportler geeignet. Auch für ältere Nutzer eignet sich das Trampolin bestens, um fit und leistungsfähig zu bleiben. Stark übergewichtige Menschen können mit der sanften Trainingsmethode einen Weg zurück zur Bewegung finden.

Wichtig: korrekte Haltung

Für die korrekte Haltung stehen Sie hüftgelenksbreit in der Mitte des Trampolins. Die Füße sind parallel und dabei nicht nach innen oder nach außen gedreht. Die Kniescheiben zeigen nach vorne, ragen aber nicht über die Zehen hinaus. Halten Sie die Rumpfmuskulatur und den Beckenboden leicht angespannt. Der Oberkörper ist aufgerichtet und der Brustkorb geöffnet. Ohr, Schulter-, Hüft- und Fußgelenk bilden eine senkrechte Linie. Dies dient der optimalen Lastenverteilung auf die Wirbelsäule und den tragenden Gelenken. Auch die Fuß-, Knie- und Hüftgelenke sind untereinander auf einer imaginären, geraden Linie angeordnet. Die Knie bleiben leicht gebeugt.
Lassen Sie sich nun von den drei folgenden Übungen inspirieren. Viel Spaß beim Training!

Übung 1: Das Gleichgewicht trainieren

Wir beginnen mit einer leichten Übung für die Balance. Stehen Sie, ohne zu schwingen, in der Mitte des Trampolins. Heben Sie Ihre Arme in die T-Position und halten nun das Gleichgewicht. Heben Sie einen Fuß von der Matte ab, halten ihn ein paar Sekunden und achten darauf, dass Ihr Oberkörper schön aufrecht bleibt. Danach die Seite wechseln.

Übung 2: Koordinations-Übung         

Grundstellung: Nehmen Sie die Arme in die T-Position. Vergessen Sie nicht, dabei weiter zu schwingen. Ihre Handflächen zeigen nach unten. Halten Sie einen Arm weiter seitlich ausgestreckt. Bewegen Sie den anderen Arm zum gegenüberliegenden Oberschenkel, den Sie nach oben bewegen. Wenn Sie den Oberschenkel berühren, drehen Sie die Handfläche des ausgestreckten Armes nach oben. Konzentrieren Sie sich nochmals und führen die oben beschriebene Bewegung auch mit der anderen Seite aus.

Übung 3: Jogging für die Kondition

Stellen Sie sich hüftbreit auf das Trampolin und schwingen locker. Beginnen Sie leicht zu joggen. Achten Sie darauf, dass Ihr Becken auf der Standbeinseite aufgerichtet und stabil bleibt. Nehmen Sie die Arme noch dazu und boxen abwechslungsweise nach vorne. Achten Sie darauf, dass Sie im Rumpf schön -stabil bleiben.

Laura Kuhlen ist Mitarbeiterin der bellicon Deutschland GmbH. Der Hersteller von Minitrampolins ist Premiumpartner des DNB. Der Text ist ein Auszug aus dem neu überarbeiteten Band „Heilen aus eigener Kraft. Die Heilkraft der Bewegung“ aus der DNB-Ratgeberreihe.

Foto: creativ collection

Auch Leistungssportler trainieren mit dem Trampolin, zum Beispiel die Snowboarder. Ein Gespräch mit dem Nachwuchstrainer der deutschen Snowboard-Mannschaft Friedl May.

Was sind die Vorzüge von Trampolin-Training?

Mit einem Trampolin lassen sich insbesondere die Koordination und der Gleichgewichtssinn, aber auch die Motorik und die allgemeine Körperspannung gut trainieren. Man hat ja nur eine relativ kurze Kontaktzeit auf dem Netz, in der ich die entsprechenden Bewegungen so vorbereiten muss, dass ich bestimmte Positionen in der Luft halten kann.

Stimmt es, dass beim Trampolin-Training in kürzerer Zeit mehr Kondition und Muskeln aufgebaut werden als etwa beim Laufen?

Das weiß ich nicht. Wie schnell man Muskeln aufbaut, hängt auch mit der Ernährung zusammen. Was ich weiß, ist: Beim Training mit dem Trampolin werden auch viele kleine und tieferliegende Muskeln gefordert. In Verbindung mit dem hohen Anspruch an die Koordination ist das sehr effektiv.

Sie trainieren den Nachwuchs der Snowboard-Nationalmannschaft im Freestyle. Setzen Sie beim Training auch das Trampolin ein?

Ja, wir trainieren sehr viel mit dem Trampolin. Es ist ideal, um die akrobatischen Bewegungsabläufe zu simulieren, die dann später auf dem Snowboard absolviert werden. Wer lernt, sich auf dem Trampolin in der Luft in allen möglichen Positionen wohlzufühlen, dem fällt das auch im Schnee oder bei einer eisigen Landung leichter.

Das heißt, die Sportler üben die Sprünge und Drehungen, die so typisch fürs Snowboarden sind, auf dem Trampolin?

Wir versuchen tatsächlich die Rotationen und die Saltos. Bei der Disziplin Snowboard Freistil sind wir da ziemlich frei, anders als in anderen Freistil-Sportarten, etwa Trampolin-Turnen, wo ein seitlich gesprungener Salto im offiziellen Wettkampfsport gar nicht vorgesehen ist.

Wie sehen die Geräte aus, auf denen trainiert wird?

Wir haben eine Trampolinanlage mit großen Trampolinen, die für professionellen Wettkampfsport geeignet sind. Wir trainieren auf Weltcup-Niveau und müssen doppelte und dreifache Über-Kopf-Drehungen sicher üben können, das geht nur auf großen Geräten. Wenn es um Fitness geht, haben kleine Trampoline aber einen ähnlichen Effekt wie große.

Welche Übung würden Sie Anfängern empfehlen?

Bitte keine Saltos auf einem Mini-Trampolin im Wohnzimmer! Ich empfehle lieber den klassischen Strecksprung. Wenn man dabei noch die Arme nach außen hält, ist das schon ganz schön anstrengend. Die anspruchsvollere Variante wäre dann ein Hocksprung, also mit Knie anheben.

Wie oft sollte man in der Woche trainieren, um gesundheitsfördernde Effekte zu erzielen?

Es kommt darauf an, was man erreichen will. Wir sind Leistungssportler und üben möglichst viel. Wenn es um die allgemeine Fitness geht, macht es Sinn, sich ein- bis zweimal die Woche auf einem kleinen Trampolin auszutoben. Das gefederte Sprungtuch hilft, die Gelenke zu entlasten – aber körperlich anstrengen muss man sich trotzdem.

Friedl May ist staatlich geprüfter Snowboardlehrer und trainiert den Nachwuchs der deutschen Snowboard-Mannschaft im Bereich Freestyle. 2018 wurde er vom Snowboard Verband Deutschland als Trainer des Jahres ausgezeichnet.
www.snowboardgermany.com