Wie lässt sich mit Pressearbeit das Image der Naturheilkunde verbessern? Dazu veranstaltete der DNB im September einen Round Table. Die Ergebnisse: Ausbaufähig

Von NORA LAUBSTEIN, Illustration: creativ collection

Als deutsches Mitglied der Association for Natural Medicine in Europe – ANME e.V. hat sich der Deutsche Naturheilbund zum Ziel gesetzt, deren zweistufiges Arbeitspapier „Arbeit mit den Medien“ auf nationaler Ebene in Deutschland umzusetzen. Die Einberufung eines Runden Tisches im September im Schloss Bauschlott sollte ein erster Schritt dazu sein.

Von den fünfundvierzig eingeladenen, bundesweit agierenden Verbänden aus den Bereichen „Patienten“, „Heilberufe“ und „Fachgesellschaften“ nahmen vierzehn Verbände an dem Treffen teil, ebenso eine Vertreterin der biologisch-pharmazeutischen Hersteller.

Ein einführender Impulsvortrag beinhaltete neben der Entwicklung der letzten Jahrzehnte und die Beschreibung der aktuellen Lage auch die möglichen Perspektiven einer zukünftig besseren positiven Medienpräsenz. Der DNB-Ehrenpräsident und Chefredakteur der Zeitschrift Naturarzt, Dr. Rainer Matejka, sprach über die beachtliche Studienlage, aber auch über die Schwierigkeit, diese im schulmedizinischen Bereich zu platzieren. Als Praktiker verwies er auf die Erfolge der Naturheilkunde im Bereich der Herz-Kreislauferkrankungen. Im anschließenden Austausch wurden aus den jeweiligen Bereichen Erfahrungen vorgestellt und auf bereits erzielte Erfolge in einigen Teilbereichen verwiesen. Dabei wurden auch die Herausforderungen für eine zukünftige Zusammenarbeit analysiert.

Keine Mehrheit für einen gemeinsamen Slogan

Die zwei im Vorfeld angedachten Ziele dieser bundesweiten DNB-Initiative wurden leider nicht erreicht: Kein gemeinsamer Slogan oder ein verbindendes Thema, und gleichzeitig eine klare Absage an die Einrichtung eines Bündnisses in jeglicher Form. Die Begründung: Es gäbe schon so viele, bitte nicht noch ein Bündnis.

Immerhin wurde die Erstellung einer gemeinsamen E-Mailliste vereinbart, um für weitere Schritte in Kontakt zu bleiben. Zur Mitarbeit erklären sich zur Zeit acht Verbände bereit, darunter vier Verbände, die bereits bei der Initiative „weil’s hilft“ organisiert sind, einer Bürgerbewegung, die sich für eine bessere Zusammenarbeit von Naturmedizin und Schulmedizin einsetzt. Die verbleibenden sechs Verbände zeigen sich interessiert, wollen aber erst nach Rücksprache entscheiden, ob sie mitarbeiten.

Weitere Treffen geplant

Als Anregung für ein mögliches Folgetreffen wurden zwei Möglichkeiten angesprochen:

  1. a) die ausschließliche Einladung der jeweiligen Pressebeauftragten zu einer Runde
  2. b) die Einladung von Experten der Verbände, um die im Impulsvortrag angesprochenen Herausforderungen vertiefend zu besprechen.

Als leitende Moderatorin habe ich mich über die Offenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefreut. Der Erhalt und die Weiterentwicklung durch Erfahrung und Erforschung dieses gewachsenen kulturellen Erbes der gesamten komplementären Medizin (Complementary and Alternative Medicine CAM) sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist für künftige Generationen von großer Bedeutung. Eine positive Medienpräsenz sollte diesen politisch relevanten Überbau stets im Blick behalten.

Nora Laubstein ist Präsidentin des Deutschen -Naturheilbundes und Vorsitzende der „Association for Natural Medicine in Europe – ANME e.V.“