Ein weiteres Highlight im diesjährigen Jubiläumsprogramm des Naturheilvereins Weserbergland e.V. stellte der Vortrag „Unglück auf Rezept“ von Dr. Peter Ansari, Autor des gleichnamigen Buches, dar. Dr. Ansari führt gemeinsam mit seiner Frau eine Praxis in Coppenbrügge, Ortsteil Marienau.
Trotz des sommerlich heißen Wetters trafen sich zahlreiche Interessierte im Lalu des Hefehofes am Montagabend, den 28. Mai um von versierter und vor allem kritischer Seite Wissenswertes über das Thema „Depression und die Verschreibung von Antidepressiva“ zu erfahren.
Dr. Peter Ansari berichtete aus der, gemeinsam mit seiner Ehefrau Sabine durchgeführten, 10 jährigen Forschungsarbeit über das Thema Depression und stellte allgemeinverständlich dar, was unter diesem Begriff zu verstehen ist und welcher Wandel im Umgang mit dieser Erkrankung in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat.
So erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass die Verordnung von Antidepressiva in den letzten Jahrzehnten um 700! Prozent gestiegen ist und das täglich 1,5 Milliarden Tagesdosen dieser Medikamente verordnet werden. Die Ursachen der Verschreibungen sind vielfältig: sie reichen von Erschöpfung, Rückenschmerzen, familiären Problemen und dem Angst vor Alleinsein über Migräne, Mobbing oder Trauer bis hin zu suizidalen Gedanken.
Dr. Ansari beleuchtete dabei den Sinn und Unsinn der Verordnung von Antidepressiva auf anschaulichste Weise und erläuterte auch, warum die Bedeutung des Serotonins (Glückshormon) für die Entstehung einer Depression bisher immer völlig überbewertet wurde.
Ob man nun selber von einer Depression betroffen war oder ist, jemanden kennt, der mit Antidepressiva behandelt wird oder einfach nur Interessehalber erschienen ist, Dr. Peter Ansari verstand es wieder einmal, alle Zuhörer mit seinem Vortrag zu fesseln.
Besonders sympathisch machte ihn am Ende noch seine außergewöhnliche Bescheidenheit. So war es ihm völlig entfallen, sein Buch zum Verkauf anzubieten. Sicher hätte er einige Exemplare signiert und verkauft. Der Erlös des Buches wandert im Übrigen auch nicht in seine eigene Tasche, sondern geht an den Verein „Depression heute“, der auch über einen sehr informativen Internetauftritt verfügt.
Es wird sicher ein Wiedersehen mit Dr. Peter Ansari geben, denn von Menschen wie ihm kann man gar nicht oft genug hören.
Geschrieben von: Cordula Alsdorf