Interessante Veranstaltung beim NHV Schorndorf: „ENWAKO – Frühkindliche Reflexe“
Christine Moritz, Logopädin und Lerntherapeutin, erläuterte zu Beginn drei frühkindliche Reflexe, die für die Entwicklung des Kindes wichtig sind und deren Fehlen oder Unausgereiftheit zu Lese-, Rechen- und Konzentrationsschwäche sowie Bewegungs- und Wahrnehmungsproblemen und mehr führen können.
Im zweiten Teil des Vortrages stellte die Referentin Ihre Behandlungsmethoden und -erfolge vor. Der Mororeflex entsteht im ersten Schwangerschaftsdrittel und ist bis etwa zum vierten Lebensmonat aktiv. Typische Störungen im Fall eines unausgereiften, nicht integrierten und somit noch störenden Moro-Reflexes äußern sich z.B. in Angst, Eigendruck, Perfektionismus, Geräusch- oder Lichtempfndlichkeit. Der ATNR, kurz für Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex, entsteht im ersten Schwangerschaftsdrittel und sollte bis zum 9. Lebensmonat gehemmt sein. Er hilft, dass ein Baby sich um seine eigene Achse drehen und rollen lernt. Ein unausgereifter ATNR zeigt sich häufig später, wenn Schwierigkeiten beim Überkreuzen der senkrechten Achse des Körpers bestehen sowie in Koordinationsschwierigkeiten, Buchstaben-, Zahlen drehern und somit auch im Lese-, Schreib- und/oder Rechenlernprozess. Der STNR, Symmetrischer Tonischer Nackenreflex, erreicht sein Maximum zwischen dem 6. bis 8. Lebensmonat und ist wichtig, um in diesem Alter die nächste Entwicklungsstufe zu meistern, nämlich das Krabbeln. In den Folgemonaten entwickelt er sich wieder zurück und verschwindet im 2. bis 3. Lebensjahr. Typische Anzeichen eines unausgereiften STNR sind schwankende Ausdauer/Konzentration sowie Wutanfälle.
Ein schöner Erfolg für die Referentin war die Therapie eines 9-jährigen Mädchens, das Rechenprobleme hatte. Mit ihr wurde noch einmal viel gekrabbelt und die Probleme besserten sich deutlich. Christine Moritz arbeitet nach der ENWAKO-Methode, welche Entwicklung, Wahrnehmung und Koordination der Kinder (auch der Erwachsenen) verbessert. Gerne gehe die Referentin mit den Patienten auch in die Natur oder ihren Praxisgarten, da Bewegung und das Achten auf Geräusche gute Erfolge brächten. So mache sie mit Schlaganfallpatienten Spaziergänge und die Sprache verbessere sich signifikant. Die Zuhörer bedankten sich mit einem langen Applaus für den informativen
Vortrag.
Walter Scherhaufer, NHV Schorndorf und Umgebung e.V.




