Rund 3 Milliarden Mal schlägt das menschliche Herz während eines 70-jährigen Lebens. Dabei pumpt es bei einem gesunden Jugendlichen in Ruhe pro Minute bis zu 5 Liter Blut durch den Körper und versorgt damit die Organe mit Sauerstoff, Nähr- und Botenstoffen. Im Alter nimmt die Herzkraft ab. Ein 70-jähriges Herz schafft noch rund die Hälfte, also 2,5 Liter Blut pro Minute. Die Leistungsfähigkeit des Herzens lässt also im Alter nach. Man spricht dann von Herzschwäche und Altersherz. Bemerkbar macht sich das an nachlassender allgemeiner Lebenskraft, also: weniger körperlicher Leistungsfähigkeit, schnellerer Ermüdbarkeit und Luftmangel beim Treppensteigen. Aber auch Atemnot und Wasseransammlungen in den Beinen können Zeichen für eine Herzschwäche sein. Aktiv werden! Spätestens bei den ersten Symptomen – viel besser aber bereits vorher – ist es Zeit, herzaktiv zu werden. Es müssen nicht unbedingt die häufig empfohlenen 10.000 Schritte am Tag sein. Studien haben jedoch gezeigt, dass das Sterberisiko bei Seniorinnen mit zunehmender täglicher Schrittzahl tatsächlich sinkt. Der Effekt lässt sich bis zu 7.500 Schritten am Tag sogar immer noch etwas steigern. Danach erreicht er statistisch gesehen ein Plateau. Was bedeutet das für jeden Einzelnen? Finden Sie das richtige Maß für sich: sanftes Ausdauertraining ohne Überlastung! Eine herzgesunde Ernährung gehört natürlich auch dazu. Manchmal müssen ärztlich verordnete Arzneimittel unterstützen, um das Risiko für schwere Herzerkrankungen zu senken. Natürlich mit Weißdorn, Strophanthus & Co. Der Weißdorn ist die wohl bekannteste Heilpflanze fürs Herz. Insbesondere aus den Blättern und den Blüten, aber auch aus den Beeren des einheimischen Strauches werden Tees und Arzneimittel fürs Herz hergestellt. In der Homöopathie kommen vor allem die frischen, reifen Früchte zum Einsatz. Strophanthus gratus ist ein weiteres bewährtes homöopathisches Mittel fürs Herz. Für dessen Herstellung werden die von dem grannenartigen Fortsatz befreiten, reifen getrockneten Samen eines Milchsaft-führenden tropischen Schlingstrauches verwendet. Die Früchte von Strophantus gratus sind reich an Strophanthin, einem Wirkstoff, der Ähnlichkeit mit den Digitalisglycosiden, also den Wirkstoffen des Fingerhutes, hat. Um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts hatte Strophanthin als „Herz-Kraftstoff“ einen sehr hohen Stellenwert bei der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Was Insulin für die Zuckerkranken, ist Strophanthin für die Herzkranken.“ Die Ärzte nannten es die „Milch für die alten Leute“. Heute wird es nur noch homöopathisch aufbereitet angeboten. Strophanthus und Crataegus sind zwei der insgesamt 7 Wirkstoffe in den Corvipas ® Tropfen, die bei Herz- und Kreislaufstörungen unterstützend eingenommen werden können.
Bärbel Tschech ist Diplom-Biologin bei Pascoe Naturmedizin

An einem wunderschönen Samstag im März begrüßten Barbara Ziegler-Schneeberger und Sylvia Schröder viele interessierte Teilnehmer zu einer Knospenwanderung. Beim Wanderparkplatz in Beuren stellten die Expertinnen sieben Bäume und Büsche vor. Sie erzählten von den Mythen und Geschichten, die sich um die Pflanzen ranken und gingen auf die heilsame Wirkung der Pflanzenknospen ein. Wenn die Knospen im Frühjahr durch Sonne und innere Wachstumsimpulse anschwellen, können sie für die Knospentherapie, die Gemmotherapie, gepflückt werden. Barbara Ziegler-Schneeberger betont: „Knospen werden „mit dem Fingerhut“ gesammelt. Man braucht nur ein Gramm Knospen um eine Urtinktur aus medizinischem Alkohol und Glycerin, das Mazerat, herzustellen. Die Knospen solle man nicht von den Baumspitzen pflücken, sondern in der Mitte des Astes. Das Besondere an der Knospe ist, dass sie das Embryonalgewebe der Pflanze ist und damit ihre DNA enthält. In Frankreich und in der Schweiz ist die Gemmotherapie seit Jahrzehnten bekannt und wird als sanfte Heilmethode geschätzt. Die Rosskastanie ist beispielsweise sehr vielseitig und wird als Heilmittel bei Venenproblemen verwendet. Mit dem Knospenauszug lassen sich die Gefäße stärken und die Schleimhäute schützen. Hagebutte, Weißdorn, Eberesche – sind Rosengewächse. Die Hagebuttenknospe ist ein Multitalent und hilft gegen Arthrose, Kopfweh und Migräne, Knochenentkalkung und Bronchitis.  Der Weißdorn wurde schon von Hildegard von Bingen zur Stärkung der Lebenskraft verordnet und schützt das Herz. Die Apfelknospe öffnet mit ihrer Schönheit die Herzen. Sie versöhnt mit der Vergangenheit. Wer sich weiter in die Heilkräfte der Knospen und auch Wildkräuter vertiefen möchte, der ist herzlich eingeladen zum Wildkräuterspaziergang am 23. Juni, ebenfalls in Beuren.

Gesundheitsvermittlung im Wandel der Zeiten

Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir fünf Vereine durch Auflösung verloren und der Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort. Dabei liegt es nicht an den Inhalten, die wir vermitteln: Die Naturheilkunde ist hoch aktuell und wichtiger denn je. Und auch das Interesse der Menschen daran ist vorhanden. Aber das „herkömmliche“ Vereinsmodell scheint (an den meisten Orten) nicht mehr zu funktionieren. Diesen Wandel merken nicht nur die Naturheilvereine, anderen Vereinen – gleichgültig ob im Bereich Sport, Musik oder Natur – geht es ebenso. Eine Bindung in Form einer Mitgliedschaft einzugehen, die nur zum nächsten Jahresende kündbar ist und womöglich noch aktive Mitarbeit gewünscht wird, scheint unattraktiv – und erst recht, ein Amt zu bekleiden, indem man auch noch (bei groben Fehlern) privat haftbar ist. So finden ausscheidende Vorstandmitglieder keine Nachfolger. Hinzu kommt, dass die jüngere Generation vorrangig andere Informationsquellen für Fragen zur Gesundheit nutzt als monatlich erscheinende Fachmagazine und einzelne Präsenzveranstaltungen: „Wenn mir jetzt etwas weh tut, will ich jetzt wissen was ich tun kann!“ – Also wird „Doktor google“ um Rat gefragt. – Doch der hat oft millionenfache, unter Umständen vollkommen unterschiedliche Antworten parat und so manches Mal steckt nur ein Produkt dahinter, dass gekauft werden soll. Unser Anspruch ist ein ganz anderer als der dieser Plattformen: Seit nunmehr 134 Jahren ist es das Anliegen des Naturheilbundes und der Naturheilvereine, den Menschen ehrliche, bewährte Gesundheitsinformationen, Therapien und Anleitung zum ‚gesund bleiben‘ oder ‚gesund werden‘ mit Hilfe der Natur zu geben. Das Ziel ist nun kein geringeres, als sich auf die veränderten Bedürfnisse einzustellen und die Menschen über neue Wege -auch digital- zu erreichen und trotzdem so viel menschliche Nähe und direkten Kontakt/Austausch wie möglich zu erhalten. Verbands- und Vereinsstrukturen müssen dem Bedarf der Menschen angepasst werden. Wir machen uns viele Gedanken darüber, wie wir diesen Zeitenwandel gestalten können: So haben wir im Frühjahr 2022 in unserer hybriden Jahrestagung mithilfe einer Moderatorin das Thema „Der Naturheilverein im Wandel der Zeit“ bearbeitet und zusätzlich mittels einer Fragebogen-Aktion alle Vereine nach ihren Erfahrungen, Wünschen und Vorstellungen befragt. Seit gut einem halben Jahr arbeiten wir nun mit Profis in verschiedenen Bereichen zusammen, um eine neue Verbandsstruktur zu entwerfen, von der auch unsere Naturheilvereine und deren Mitglieder profitieren können. Auf der DNB-Jahrestagung im März ist es dann soweit: Wir werden den Delegierten der Naturheilvereine und allen interessierten Mitgliedern unser neues Verbandskonzept anhand eines neuen, digitalen Auftritts vorstellen. Auf diesem werden die registrierten User unter vielen anderen Leistungen ein breites Naturheilwissen und Therapeuten finden, sich in geschützten Foren austauschen können und sehen, was in ihrer Nähe an Veranstaltungen, Vereinsangeboten, Stammtischen präsent ist. Eine Aktualisierung der Serviceleistungen für die Mitglieder der Naturheilvereine steht in diesem Zuge ebenso an. Hierzu erarbeitet eine verbandsinterne Arbeitsgruppe derzeit Vorschläge, die dann der Bundesversammlung im März zur Diskussion vorgelegt werden und anschließend ggfls. ergänzt durch Vorschläge der Delegierten beschlossen werden.
Sabine Neff, DNB Bundesgeschäftsführerin

 

„Vor 50 Jahren, am 31. März 1971, begann alles, was mit der Familie von Rosen und Gersfeld zu tun hat“ schreibt Dr. Jürgen von Rosen anlässlich des 50. Praxisjubiläums in seinem aktuellen Newsletter. Bereits im April desselben Jahres wurde die Hausarztpraxis am Marktplatz eröffnet und ist mittlerweile gemeinsam mit der 1981 gegründeten Schlosspark Klinik eine Institution geworden, die weit über die Grenzen des Rhönstädtchens hinaus bekannt ist.

Die Anfänge waren schwer und mit vielen Vorurteilen seitens der ansässigen Ärzteschaft und der Bevölkerung verbunden. Nicht zuletzt deshalb, weil in der Praxis neben den schulmedizinischen Leistungen auch naturheilkundliche Behandlungen angeboten wurden. Um die fehlenden Einnahmen auszugleichen, arbeitete Dr. Jürgen von Rosen morgens als Bundeswehr-Arzt in Wildflecken und praktizierte erst im Anschluss in seiner Praxis. Trotz aller Schwierigkeiten haben sich der naturmedizinische Ansatz, die ständige Weiterbildung und die Verbesserung der Therapien über die Jahre hinweg bewährt und führten dazu, dass viele Patienten lange Wege in Kauf nehmen, um sich in Praxis und Klinik individuell und ganzheitlich behandeln zu lassen. Mittlerweile kommen die Betroffenen nicht nur aus der weiteren Umgebung, sondern aus ganz Deutschland, Europa und sogar aus Übersee. Selbst schulmedizinisch bereits austherapierten Patienten kann durch den einzigartigen Therapieansatz in vielen Fällen weitergeholfen werden. Bewährte Naturheilkunde, innovative Medizin, ein ganzheitliches Behandlungskonzept, engagierte und freundliche Mitarbeiter, das Ambiente einer Jugendstilvilla und die herzliche Atmosphäre eines Familienbetriebs machen Praxis und Klinik Dr. von Rosen in dieser Kombination einzigartig, erklärt der jetzige Inhaber Dr. Martin Freiherr von Rosen. Oder, wie eine Patientin so schön schrieb: „Es ist wie im Vorzimmer zum Himmel“. Seit März 2020 befinden sich Praxis und Klinik zusammen in der Parkvilla in der Fritz-Stamer-Straße 11, was eine engere Verzahnung beider Einrichtungen und eine bessere Organisation ermöglicht. Die liebevoll renovierten Räumlichkeiten vermitteln ein behagliches Ambiente und wirken unterstützend zu den naturheilkundlichen Anwendungen. Das Firmenjubiläum soll bei passender Gelegenheit mit einem Tag der offenen Tür und Vorträgen gebührend gefeiert werden.

Zum Unternehmen:

Seit 1971 / 1981 widmen sich Praxis und Klinik Dr. von Rosen ganzheitlichen, naturheilkundlich orientierten Behandlungsmethoden unter Berücksichtigung schulmedizinischer Erkenntnisse. Das Ziel aller Therapien ist es, Körper und Geist in Balance zu bringen, die Selbstheilungskräfte zu stärken und die Betroffenen zu Eigenverantwortung und Gesundheitsvorsorge anzuregen. Neben den Behandlungen wird das Wohl der Patienten durch einen wertschätzenden und zugewandten Umgang sowie eine Atmosphäre der Geborgenheit gefördert.

Text und Foto: Dr. Martin von Rosen

von Dr. Rosina Sonnenschmidt

Ich bin sicher, du hast mal über das Thema „Ängste“ nachgedacht und hast unterscheiden können, welche Ängste dir sinnvoll erscheinen und welche vielleicht an dir kleben. Du weißt genau, die sind übernommen, du hast sie nicht selber überprüft, aber du wirst sie nicht so einfach los. Nehmen wir ein Beispiel, das ich seit der Pandemie oft erlebe: Angst vor dem Corona-Virus. Das einzige was du täglich durch die Medien erfährst, sind Zahlen und die Jagd nach dem Impfstoff. Das ist nicht falsch, sondern nur einseitig und deshalb schwierig loszulassen. Die Situation ändert sich sofort, wenn eine Lösung angeboten wird, an der du direkt beteiligt wirst: Was ist zu tun, damit das Virus bei dir als „Wirt“ nicht landen kann? Dazu eine kleine Geschichte: im Dezember 2019 war ich zum Kongress nach Japan eingeladen. Vor mir sprach eine Ärztin aus Nordjapan, wo durch 2 Taifune ein kleines Küstendorf binnen 15 Minuten total verwüstet war. Die Menschen rannten in ihrer Panik ausgerechnet zum Meer und wären dort ertrunken. Feuerwehr, Sanitäter waren im Nu zur Stelle, um Menschen zu retten, Wasser wegzupumpen. Die Ärztin stellte sofort überall Eimer mit Wasser auf, in dem die homöopathischen Angst-Arzneien (Eisenhut), Potentilla tormentilla (Ruhrwurz/Blutwurz) und Angelica archangelica (Engelwurz) aufgelöst waren und  forderte durch ein Megaphon die Menschen auf, sich dort mit einer Teeschale etwas von dem Heilwasser zu holen. Das taten die Menschen und die Ärztin erzählte, dass keiner starb, dass alle einen klaren Kopf behielten und so die Katastrophe gemeistert wurde – und zwar mit Homöopathie. Erst war es still im Kongresssaal, dann brach ein tosender Beifall los und viele weinten vor Ergriffenheit.

Das ist es, was ich meine mit „Lösung“ im Falle von Angst. Was kannst du selber tun? Wie kannst du dein Immunsystem stärken, damit Krankheitserreger oder schädliche Einflüsse von außen dich nicht lähmen? Angstmachen ist einfach, Angst nehmen ist Heilkunst. Die Hilfe kommt aus der Natur, denn die will Krisen und Katastrophen überwinden. Du bist die „Natur auf zwei Beinen“ und findest deshalb außer Akutmaßnahmen wie „Abstand, Maske, Desinfektion“ auch Globuli oder Tinkturen von den oben genannten Kräutern. Denn die machen dreierlei: sie klären den Geist, aktivieren das Immunsystem und beheben die Angst. Du kannst selber wählen, was zu dir passt, wenn da noch eine Angst an dir klebt, die du loswerden möchtest:

Aconit C30: das Erstehilfemittel, wenn von außen Panik verbreitet wird und du noch keinen Überblick hast, was zu tun ist. Eisenhut ist giftig, deshalb nimm ein paar Globuli.

Blutwurz-Tinktur: stärkt deine Eigenautorität und Entscheidungskraft, wenn dich viele negative Meinungen verunsichern. 3x täglich 10 Tropfen auf einen Esslöffel Wasser.

Engelwurz-Tinktur: macht schnell einen klaren Kopf, damit du kreativ mit einer schwierigen Situation selbstbestimmt umgehen kannst. Auch hier 3x täglich 10 Tropfen.

Es ist kein Zufall, dass es die Wurzeln von Pflanzen sind, die bei geparkten Ängsten helfen, denn die wirken direkt auf das Gehirn und Bewusstsein des Menschen. Die 3 Helfer wären was für deine kleine Hausapotheke, oder?

Immunstark sein, Teil 2

Wissen ist cool Ob bei Massenerkrankungen wie im Falle der Epidemie oder Pandemie oder ob bei einer einzelnen Infektion: Es gibt immer zwei Ursachen, zwei Betrachtungsweisen und zwei Lösungen. Hier kannst Du mehr darüber lesen. Damit das auch funktioniert, haben wir Menschen im Laufe von Jahrtausenden ein hoch differenziertes Immunsystem entwickelt. Man kann dieses geniale Immunabwehr-System distanziert betrachten. Das nennt man Erwerben von „Wissen“und die Wissenschaft weiß viel, weil sie viel analysiert, in seinen Funktionen erforscht und nachlesbar in Lehrbüchern niedergelegt hat. Dazu gehört auch das Wissen über die Funktion von Krankheitserregern. Ich nenne dieses Wissen gerne „cool“, weil es Distanz zum Fühlen und Erleben schaut. Hier besteht die Gefahr, ein Feindbild zu erschaffen: Bakterien, Viren, Pilze oder andere „fiese“ Mikroben. Ein Feind ist ein Angreifer auf die Lebenskraft eines Schwächeren. Das kennst du aus dem Geschichtsunterricht. So entstehen Kriege mit Gewinnern und Verlierern. Nun handelt es sich bei Erregern um „Feinde“, die nur unter dem Mikroskop sichtbar werden, im Nanomillimeter-Größenbereich liegen. Warum sind sie dann so mächtig? Das ist ihre Wirkung. Sie besitzen Kräfte, die sich mit dem menschlichen Energiesystem – Körper und Geist – messen wollen. Ist das System Mensch schwach, gewinnt die Mikrobe. Ist das Energiesystem Mensch
stark, verliert die Mikrobe ihre Lebenskraft.

DEIN IMMUNSYSTEM IST GENIAL Es arbeitet unentwegt ganz automatisch und erzeugt Lebensenergie. Die Immunzellen töten nicht nur die ungebetenen Mikroben, sondern gehören zu einem genialen System der Energieerzeugung. Fakt ist: Wir sind täglich von unzähligen Viren, Bakterien, Pilzsporen und Mikroben umgeben. Davon haben wir Milliarden im Körper. Die sauerstoff abhängigen Bakterien, die Substanz aufbauen und abbauen können, sind in der Überzahl und erzeugen, was man „Gesundheit“ nennt. Denk mal an den Schleim in Bronchien und Nase! Wir bunkern aber auch eine Menge uralte Bakterien, die nur dann aktiv werden, wenn das Gleichgewicht der Mikroben im Körper nicht mehr stimmt. Das ist auch noch nicht alles. Der menschliche Organismus ist im täglichen zivilisatorischen Umfeld der Einwirkung von annähernd 60.000 chemischen Verbindungen ausgesetzt, von denen 4000 bis 6000 krebserzeugende Eigenschaften aufweisen. Zahlreiche Konservierungsmittel,
8000 Färbemittel und 6000 Textilhilfsmittel dringen zum großen Teil durch die Haut ein und müssen fortlaufend in den Immunzellen direkt oder enzymatisch gehindert werden, unkontrollierte Kettenreaktionen auszulösen. Das lehrte uns Therapeuten der fabelhafte Onkologe Dr. med. Heinrich Kremer, um uns klarzumachen, wie genial unser Immunsystem ist, womit es TÄGLICH fertigwerden muss. Wissen reicht nicht, Umsetzen von Wissen bringt Erfahrung und Bildung. Das Immunsystem ist unser engster Freund. Der unterscheidet permanent, was uns gut tut und was uns schaden könnte. Die Immunabwehr tut also ihre Arbeit und ist sogar auf Mikroorganismen vorbereitet, die unterm Mikroskop noch gar nicht gefunden wurden!
In Teil 3 schauen wir uns an, was den Immunfreund schwächen könnte und wie du ihn unterstützen kannst. Dr. Rosina Sonnenschmidt ist international
renommierte Homöopathin und Autorin von über 50 Fachbüchern. www.inroso.com

Von Nora Laubstein

Erfolgreiche Lobbyarbeit: Der DNB erwirkt Veränderung im neuen Grundsatzpapier von Bündnis90/Die Grünen

Die Bundesdelegiertenkonferenz der Partei Bündnis90/Die Grünen hat im November letzten Jahres in ihrem neuen Grundsatzpapier eine wesentliche Forderung des DNB an die Bundestagsabgeordneten des Gesundheitsausschusses übernommen: Die Forschung zur Wirksamkeit von Naturheilverfahren soll unterstützt werden! Desweiteren wurde die Wahlfreiheit im Gesundheitswesen, die Therapievielfalt und das Selbstbestimmungsrecht von Patientinnen und Patienten festgeschrieben.

„Komplementärmedizin spielt relevante Rolle“

Das Grundsatzpapier von Bündnis90/Die Grünen verwendet neben dem Begriff „Naturheilverfahren“ auch den Begriff „Komplementärmedizin“: „Viele Menschen nutzen Komplementärmedizin, die somit eine relevante Rolle in der heutigen Gesundheitsversorgung spielt“ heißt es unter Punkt 242 des Programms. Leider wurde unser Vorschlag, gemäß der WHO-Definition von T&CM auch den Begriff der „Traditionellen Medizin“ mitaufzunehmen, nicht berücksichtigt.

Ergänzend wurde von Staatssekretärin und Mitglied des Landtages Baden-Württemberg Bärbl Mielich die „Integrative Medizin“ in einem Antrag erwähnt. In den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg gibt es in den Sozialministerien mittlerweile eine Abteilung für „Integrative Medizin“. Baden Württemberg fördert etwa die Initiative „KIG-BaWü“ (Komplementäre und Integrative Gesundheitsversorgung in BaWü), in der sich Wissenschaftler der Universitätskliniken und circa zwanzig weiterer Krankenhäuser zusammengeschlossen haben mit 1,16 Millionen Euro. Ziel ist die interdisziplinäre Zusammenstellung von Erfahrungswissen und erfolgversprechenden Ansätzen, um eine integrative Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Dabei geht es um Grundlagenforschung, Versorgungsforschung und die Stärkung des Forschungsstandorts Baden-Württembergs.

Keine Kassenleistung

Bezüglich der Frage, ob komplementärmedizinische Leistungen von der Solidargemeinschaft im staatlichen Kassensystem übernommen werden sollen, verbleibt das Grundsatzpapier von Bündnis90/Die Grünen beim Status Quo: Diese Leistungen müssen sowohl medizinisch sinnvoll und gerechtfertigt, als auch die Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen sein. Es gelten also weiterhin die Kriterien der evidenzbasierten Medizin (EBM) und damit auch einer Integrativen Medizin. Würde diese Regelung auf alle medizinischen Anwendungen angewendet werden, dürften auch circa 70 Prozent der aktuellen Leistungen aus dem konventionellen Medizinbetrieb wegfallen.

Bündnis90/Die Grünen werden vermutlich Teil der nächsten Bundesregierung sein. Daher wird der DNB gemeinsam mit anderen Kooperationspartnern den kommenden Wahlkampf und die Koalitionsverhandlungen konstruktiv begleiten.

Nora Laubstein ist Präsidentin des Deutschen Naturheilbundes

Was bedeutet Immunität und wie kann man sie messen? Ein Laborfacharzt über die Unterschiede zwischen Antikörpern und zellulärer Abwehr

Von Dr. med. Armin Schwarzbach; Foto: Freepik.com

Als Immunität bezeichnet man in der Medizin den Zustand, in dem ein Organismus ausreichende Abwehrmechanismen gegenüber Krankheitserregern hat und diese  beim Eindringen im Körper sofort erkennen und bekämpfen kann. Unser Körper bildet spezifische Antikörper und Immunzellen als Reaktion auf Erreger. Das passiert beispielsweise bei einer Infektion, bei der unser Immunsystem durch den Kontakt mit Keimen „trainiert“ wird oder nach einer Impfung.

Grundsätzlich wird zwischen einer zellulären und humoralen Immunantwort unterschieden. Die zelluläre Immunabwehr erfolgt vor allem durch T-Lymphozyten, wobei bei der humoralen Immunabwehr Antikörper beteiligt sind. Zelluläre und humorale Immunreaktionen ergänzen sich bei jeder Abwehrreaktion auf Krankheitserreger. Das zelluläre Immunsystem spielt eine wichtige Rolle in der Einleitung von Abwehrreaktionen mit der nachfolgenden Produktion von Antikörpern.

Wie kann ich feststellen, ob jemand immun ist?

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist der Nachweis von Antikörpern. So werden die Eiweißmoleküle genannt, die unser Immunsystem bei einer Infektion bildet, um die in den Körper eingedrungenen Krankheitserreger zu bekämpfen. Die Eiweißmoleküle binden sich an Krankheitserreger und sorgen dafür, dass die Fremdkörper, die sogenannten Antigene, unschädlich gemacht werden, bevor sie in die Zellen eindringen und sich dort vermehren können. Jeder Antikörper passt zu seinem Antigen wie ein Schlüssel in ein Schloss.

Zahl der Antikörper nicht konstant

Labordiagnostisch lässt sich feststellen, welches Virus die Krankheit verursacht hat und ob spezifische Antikörper gebildet wurden, also die Person diese Krankheit bereits durchgemacht hat. Dabei unterscheidet man unterschiedliche Klassen von Antikörpern. So gibt es Antikörper, die sich beim Erstkontakt mit dem Fremdkörper bilden und auf eine frische Infektion hindeuten (IgM), solche, die sich vor allem in den Schleimhäuten befinden (lgA), solche, die erst nach einiger Zeit entstehen (lgG) und noch weitere.

Die Berufsgenossenschaft verlangt, dass sich medizinisches Personal gegen Hepatitis B impfen lässt. Das durch Blut und Körpersäfte übertragbare Virus verursacht Leberentzündungen mit Todesfolge. Alle Beschäftigten im Gesundheitsdienst sollten nach drei Impfungen ausreichend spezifische Antikörper gegen das Hepatitis B Virus entwickelt haben (Anti HBs > 100 IU/I). Bei niedrigeren Anti-HBs-Konzentrationen sollten weitere Impfungen durchgeführt werden. Circa fünf bis zehn Prozent der Geimpften entwickeln jedoch keine oder kaum Antikörper (Non-Responder).

Auch bei Grippe-Erkrankungen wie auch bei SARS-CoV-2-Infektionen bildet unser Immunsystem bindungsspezifische Antikörper vom Typ IgG, IgA und IgM gegen Grippe-Viren. Labordiagnostisch lässt sich wie bei einer Hepatitis-B Erkrankung feststellen, welches Grippe-Virus (z.B. Influenza A oder B) die Krankheit verursacht und ob spezifische Antikörper gebildet wurden.

Da Grippeviren mutieren können, was häufig der Fall ist, besteht eine Immunität über Antikörper manchmal jedoch nur einige Monate. Nach einer Mutation können unsere Antikörper das Virus-Antigen dann nicht mehr vollständig binden. Auch nimmt die Zahl der Antikörper nach einiger Zeit im Blut ab. Manche Menschen entwickeln – wie beim Beispiel mit Hepatitis B – auch nur wenig oder geringe Antikörper. Antikörpernachweise sind also im Hinblick auf eine mögliche Immunität nicht immer zwingend aussagekräftig.

Zelluläre Immunabwehr oder Basisimmunität

Als weitere Säule zu einer vollständigen Diagnostik kann das zelluläre Immunsystem getestet werden. Während Antikörper sich an Krankheitserregern wie Viren und Bakterien anlagern und diese zerstören, lagern sich T-Zellen an kranke Zellen im Körper an. Sie sorgen unter anderem für Nachschub an Antikörpern oder töten infizierte Zellen ab und spielen eine bedeutende Rolle bei der Abwehr von Virusinfektionen. Damit ein Mensch gegen eine Krankheit immun werden kann, müssen sich T-Zellen nach dem Kontakt mit dem Erreger zu Gedächtniszellen entwickeln.

Wenn sich Gedächtniszellen bilden – sei es durch eine Erkrankung oder eine Impfung – ist das die Basis für eine Immunität gegen Krankheiten. Diese kann mehrere Monate andauern, aber auch ein ganzes Leben lang. T-Gedächtniszellen verfügen über die Fähigkeit, die Oberflächenstruktur verschiedener Bakterien bzw. Viren abzuspeichern. Bei einer Zweitinfektion ist der Körper dank seiner Gedächtniszellen deshalb in der Lage, innerhalb kurzer Zeit erfolgreich zu reagieren.

Der Zustand unseres zellulären Immunsystems entscheidet darüber, ob wir bei einer Infektion krank werden oder nicht. Wer es nicht ausreichend mobilisieren kann, läuft Gefahr zu erkranken oder an einer Infektion zu sterben. Wer jedoch ein hochaktives zelluläres Immunsystem hat, kann wohl mit einer hohen Infektionsdosis überleben und bei einer Minderinfektion nicht einmal Symptome aufweisen.

In einer neuen Studie in Nature Medicine konnte aktuell gezeigt werden, dass bei SARS-CoV-2-Infektionen Immunzellen gebildet werden, die im Körper erhalten bleiben und bei einer erneuten Infektion eine schnelle Immunantwort vermitteln können. Diese T-Gedächtnis-Zellen sehen nach einer SARS-CoV-2-Infektion ähnlich aus wie die nach einer Influenza-Grippe.

Dies kann mittels des Tests Cov-iSpot labordiagnostisch gemessen werden. Hier weist der Nachweis von reaktiven T-Zellen (Effektorzellen) auf einen Erregerkontakt und folglich auf eine akute oder zurückliegende Infektion hin, unabhängig ob Antikörper gebildet wurden. Zudem können die Reaktionen von T-Gedächtniszellen länger nachgewiesen werden als Antikörper. Studien zufolge bleiben SARS-CoV-2-spezifische T-Zellantworten noch lange nachweisbar. So konnten bei SARS-Patienten von 2003 auch im Jahre 2020 noch SARS-spezifische T-Gedächtniszellen gefunden werden.

Man kann also davon ausgehen, dass zelluläre Immuntestungen Hinweise auf vorangegangene Covid-19-Erkrankungen, auf eine zelluläre Immunität und eine mögliche Basisimmunität (PAN-Corona spezifische T-Zellantworten mit weiteren Coronaviridae) geben.

Wozu Impfungen?

Es gibt zwei Ziele von Impfungen:

Für die Allgemeinheit ist das Ziel, dass weniger Geimpfte an einer Krankheit erkranken und sterben, bzw. die Erkrankung einen weniger schweren Verlauf nimmt als bei Menschen ohne Impfung. Für den Einzelnen soll durch eine Impfung eine Immunität gegen den die Krankheit auslösenden Erreger erreicht werden. Das Standardmodell der WHO geht davon aus, dass in einer Bevölkerung über 70 Prozent der Menschen immun sein müssen, damit sich eine Erkrankungen nicht mehr weiter ausbreitet (sogenannte Herdenimmunität). Dadurch werden auch Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben oder keine Immunität entwickeln, geschützt.

Es kann laborchemisch gemessen werden, ob schon eine Immunität besteht und eine Impfung nicht unbedingt notwendig ist. Hierzu verwendet man in aller Regel die Bestimmung des IgG-Antikörper-Titers. Die Frage zur zellulären Immunität wird jedoch bislang immunologisch in der Routine nicht berücksichtigt. Dabei wäre sie ein wichtiger Hinweis, wieviel Menschen sich bereits infiziert haben und immun sind.

Vor einer Impfung Immundefekte bestimmen

Gefürchtete Komplikationen und Folgeschäden von Impfungen, darunter Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1 oder multiple Sklerose, werden nach Studienlage als äußerst selten beschrieben, sind aber grundsätzlich nicht auszuschließen. Unabhängig vom Risiko einer Impfung macht es deshalb Sinn, angeborene oder erworbene Immundefekte labordiagnostisch zu bestimmen. Erworbene Immundefekte können beispielsweise bei chronischen Infektionen oder auch Autoimmunerkrankungen sekundär entstehen.

Hier können in einem Speziallabor die Bestimmung der T-Zellen, B-Zellen und Natürlichen-Killer (NK)-Zellen sowie die Bestimmung der Immunglobuline IgG, IgA, IgM und der Immunglobulin-Subklassendefekte hilfreich sein. Diese Laborparameter sind zudem bei der Bewertung der Immunität gegenüber Infektionen durch Krankheitserreger zu beachten.

Dr. Armin Schwarzbach ist als Laborfacharzt mit der Spezialisierung auf Infektiologie in Augsburg tätig. Sein Labor ist auf die Diagnostik von Infektionen spezialisiert und Corona-Testcenter.

arminlabs.com/de